Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Tornado: Schaden an Kita liegt im fünfstelligen Bereich

Eine Mauer ist komplett eingestürzt.
Eine Mauer ist komplett eingestürzt.

Ein Tornado hat am Sonntagmittag ausgerechnet die Baustelle der Kita Pestalozzistraße in Lachen-Speyerdorf erwischt. Beim Anbau ist unter anderem eine Wand eingestürzt. Die Stadt muss nun klären, wie und wann es mit den Bauarbeiten weitergehen kann.

Im Mai war es endlich soweit: Auf dem Gelände der Kita Pestalozzistraße in Lachen-Speyerdorf konnte mit dem Anbau begonnen werden. Auf das Projekt wurde lange gewartet, da die 66 Kita-Plätze, die damit entstehen, dringend benötigt werden. 178 Kinder sollen künftig in der städtischen Kita betreut werden. Die Stadt investiert 4,1 Millionen Euro. In den vergangenen Wochen waren erste Fortschritte erkennbar. Mauern des Rohbaus wuchsen in die Höhe. Ende Herbst 2024 sollte alles eingeweiht werden.

Der Wind hat für reichlich Chaos auf der Baustelle gesorgt.
Der Wind hat für reichlich Chaos auf der Baustelle gesorgt.

Ob dieser Zeit- und Kostenplan zu halten sein wird, ist seit Sonntagmittag jedoch offen. Schuld ist ein schwacher Tornado, der kurz nach 13 Uhr für viele Neustadter ein beliebtes Fotomotiv war und just in Lachen-Speyerdorf im Bereich rund um die Kita den Boden berührte und für einige Schäden sorgte. Ein paar Bürger waren betroffen. Bei ihnen flogen ein Trampolin sowie Bienenkästen umher. Außerdem wurden Gartenhäuschen und einzelne Ziegeln auf Dächern beschädigt. Auch etliche Blumenkübel und Gartenmöbel mussten nach Abzug des Winds wieder aufgeräumt werden.

„Keine Reaktionszeit“

Richtig schlimm erwischte es im Vergleich dazu ausgerechnet die Kita. Besser gesagt: die Baustelle für den Anbau. Der Bauzaun und Folienteile flogen umher. Noch schlimmer: Große Teile des bisher erstellten Außen- und Innenmauerwerks wurden zerstört – sie fielen quasi in sich zusammen. Eine erste Bestandsaufnahme fand am Montag statt. Wichtig: Der Kita-Betrieb ist von den Schäden nicht betroffen. Dennoch seien die Eltern besorgt und die Ereignisse vom Sonntag in der Kita ein großes Thema, wie Fabienne Gerau-Frisch berichtet. Ihr Kind besucht die Kita, außerdem ist sie als stellvertretende Ortsvorsteherin auch politisch involviert und am Fortgang der Arbeiten interessiert.

Im Januar 2022 war das Gelände für den Kita-Anbau gerodet worden.
Im Januar 2022 war das Gelände für den Kita-Anbau gerodet worden.

Die Lachen-Speyerdorferin hat die Minuten vom Sonntagmittag noch gut in Erinnerung: „Der Tornado ist so schnell aufgetreten wie er dann wieder gegangen ist, man hatte überhaupt keine Reaktionszeit.“ Und für Gerau-Frisch ebenso spannend: Sie wohne nicht weit von der Kita weg, „und wir hatten bei uns daheim noch nicht mal Wind“.

Normaler Kita-Betrieb

Alle in der Kita seien froh, dass der Zwischenfall an einem Sonntag passiert sei und somit weder Kinder noch Personal oder Bauarbeiter in Gefahr gerieten. Alle seien nun gespannt, was die Statiker zu den Schäden sagen und wie sich diese dann auf die Arbeiten sowie mögliche Verzögerungen auswirken. Genau das soll möglichst rasch alles geklärt werden, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit.

Eine Sprecherin der Verwaltung sagt, dass die exakte Schadenshöhe noch ermittelt werden müsse – klar sei aber bereits, dass sie im „oberen fünfstelligen Bereich“ liege. Statiker seien Ende der Woche vor Ort, um die Schäden im Detail zu analysieren. „Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Großteil ersetzt werden muss“, meint die Sprecherin. Dass durch den starken Wind eine Mauer eingedrückt worden ist, zeige, welche Kraft dort gewirkt habe. Allerdings verweist die Sprecherin auch auf die aktuellen Situation auf der Baustelle: „Die meisten Wände, die eingestürzt sind, waren einfache Wandscheiben. Ein Ringanker, der alle Wände am Ende stabilisiert, wurde noch nicht ausgeführt.“

Die Verwaltung sei zudem froh, dass am Bestandsgebäude der Kita keine Schäden entstanden sind. Von den dortigen Bäumen seien lediglich Äste abgebrochen. Daher würden die Bäume noch überprüft, danach könne das Außengelände wieder freigegeben werden.

„Vermutlich Verzögerung“

Wichtig ist ferner die Frage, wie es auf der Baustelle weitergeht. „Es wird vermutlich eine Verzögerung der Maßnahme geben. Wir werden bemüht sein, zusammen mit der Rohbaufirma einen Weg zu finden, ein wenig Zeit wieder aufzuholen. Genauere Angaben sind aktuell noch nicht möglich“, erläutert die Sprecherin. Sie ergänzt, dass bei der Stadt rund um den Tornado ansonsten keine Informationen eingegangen sind. Es habe lediglich einen sturmbedingten Einsatz der Feuerwehr gegeben – eben an der Kita in Lachen-Speyerdorf.

Für die Kita-Eltern in Lachen-Speyerdorf zeigten die Ereignisse vom Sonntag, wie sehr der Klimawandel schon zu spüren ist. „Immerhin hatten wir nun in Lachen-Speyerdorf einen von deutschlandweit 22 Tornados in diesem Jahr. Bisher war so ein Thema immer weit weg“, sagt Gerau-Frisch. Man berate daher gemeinsam, um Möglichkeiten zu finden, um auch die Kita- und Grundschulkinder informieren zu können, was ein Tornado denn genau ist und wie man sich in solchen Fällen verhalten sollte.

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