Neustadt Mit dem selbstfahrenden Bus auf das Schloss

Erinnerungen an 1994: Ingo Röthlingshöfer hat nicht vergessen, dass er damals die frisch gewählte Deutsche Weinkönigin Julia Klö
Erinnerungen an 1994: Ingo Röthlingshöfer hat nicht vergessen, dass er damals die frisch gewählte Deutsche Weinkönigin Julia Klöckner küssen durfte.

Ein Wettrennen hat CDU-Oberbürgermeister-Kandidat Ingo Röthlingshöfer schon einmal gewonnen. Mit einem Kleinbus mit dem Kennzeichen „NW - OB 2017“ fuhr er gestern Abend zu seinem Wahlkampf-Auftakt beim Weingut Müller-Kern in Hambach vor.

Vor rund 100 Zuschauern, vorwiegend Partei-Anhängern, präsentierte sich der Bürgermeister als ein Kandidat mit Visionen, die er konkret untermauerte. Er kündigte an, dass sich die Stadt beim Bund um ein Pilotprojekt für die Zufahrt zum Hambacher Schloss bewerben werde. Der Vorschlag des Kandidaten: selbstfahrende Elektrobusse, die von einem Parkplatz unterhalb von Hambach die Besucher zum Schloss bringen. Ähnliche Versuche gebe es in der Schweiz und den USA. „Wir müssen Zukunft und Historie verbinden. Das Hambacher Schloss ist ein Schatz, der als Marke viel besser vermarktet werden muss“, so Röthlingshöfer. Die Besucherzahlen könnten deutlich ausgeweitet werden. Gleichzeitig würden so die Belastungen für die Anwohner sogar reduziert. In Anwesenheit der CDU-Landesvorsitzenden Julia Klöckner, dem Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger, der ebenfalls seinen Wahlkampf einläutete, und dem aktuellen Oberbürgermeister Hans Georg Löffler sagte Röthlingshöfer: „Ich hätte mit das Amt schon vor 16 Jahren zugetraut und bin damals in einer demokratischen Abstimmung in die zweite Reihe verwiesen worden.“ Das sei nicht immer einfach gewesen, aber Loyalität halte er für ein sehr wichtiges Gut. „Intern habe ich mit meiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten, in der Öffentlichkeit musste ich mir ab und zu auf die Lippen beißen, weil ich nicht der Kapitän war“, so Ingo Röthlingshöfer. Als künftiger Kapitän wolle er vor allem die Kommunikation verbessern. „Unsere Erfolge, wie zum Beispiel die erfolgreiche Sanierung der Fußgängerzone, werden nicht wahrgenommen, weil wir sie nicht richtig verkaufen.“ Er könne in seinem Verantwortungsbereich auf eine gute Arbeit verweisen. „Neustadt meistert die Herausforderung der Kinderbetreuung, hat Antworten auf die Flüchtlingsfrage und eine gut aufgestellte Wohnungsbaugesellschaft.“ Als deren Geschäftsführer habe er sich als Krisen-Manager bewährt bei der Klemmhof-Evakuierung. Und seine Bilanz als Kulturdezernent nach drei Jahren könne sich ebenfalls sehen lassen. „Kultur am Bach in der Wallgasse, das Querfälltein-Festival und die Konzerte im Treppenhaus in der Villa Böhm ziehen Besucher aus der ganzen Region an“, zählte Röthlingshöfer seine Projekte auf. Er sei auch sehr stolz auf die Entwicklung in Branchweiler in Sachen soziale Stadt. Jetzt gehe es darum, im Bereich um den Böbig und auch in der Weststadt eine ähnliche Entwicklung rechtzeitig anzustoßen. Der langjährige CDU-Kreisvorsitzende kündigte an, ein parteiübergreifender Oberbürgermeister für alle Neustadter zu sein. „Führung gelingt nicht, ohne die Menschen mitzunehmen, ich will die Verwaltung und den Stadtrat hinter mich bringen. Und ich setzte auch auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement in der Stadt“, sagte Röthlingshöfer.

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