Neustadt Ministerin soll sich vor Ort informieren

Die Verbandsgemeinde Lambrecht wird die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig nach Esthal einladen. Bei einer Sitzung des Verbandsgemeinderats am Donnerstag wurde dies auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig beschlossen. Ebenfalls einstimmig wurde gefordert, die Grundschule Esthal zu erhalten.
Die Ministerin solle sich in Esthal „ein Bild vor Ort machen“, begründete CDU-Fraktionssprecher Ralf Kretner den Antrag. Wie häufig berichtet, hat das Bildungsministerium „Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot“ erarbeitet, die die Schließung kleiner Grundschulen, wie in Esthal, vorsehen. Man werde „die Ministerin zu einem Bildungsurlaub in die Verbandsgemeinde einladen“, so Verbandsbürgermeister Manfred Kirr. Er wiederholte nochmals die Argumente, die aus Sicht der Verbandsgemeinde für die Weiterführung der Esthaler Grundschule sprechen und die in einer Stellungnahme zu den Leitlinien des Ministeriums festgehalten sind. Unter anderem führte Kirr an, dass in kleinen Schulen der Kontakt der Lehrer zu den Eltern und Kindern besser sei und die Esthaler Grundschule sehr gut ausgestattet sei. „Wenn Kurt Beck noch da wäre, der hätte nie und nimmer dieses Thema angefasst“, ist der für Schulen zuständige Beigeordnete Hans-Werner Rey (CDU) überzeugt. Er sei „enttäuscht“, dass die Landes-SPD „dieses Fass aufmacht“, während gleichzeitig die Bundes-SPD verkünde, dass sie den ländlichen Raum stärken wolle. „Die Schule im Ort ist ein Stück Lebensqualität“, betonte SPD-Fraktionssprecher Günther Semmelsberger. Kretner kritisierte, dass die Entscheidung, welche Schulen geschlossen werden, erst nach der Bundestagswahl verkündet werden soll.