FUSSBALL
Mia Rodach aus Meckenheim legt eine mustergültige Laufbahn hin
Mia Rodach aus Meckenheim ist die Kapitänin der U17-Bundesliga-Mannschaft der TSG Hoffenheim. Die 16-Jährige spielt auch für die deutschen Juniorinnen-Nationalmannschaft. Gerade erst ist sie in den erweiterten Kader für die U17-EM in Estland vom 14. bis 26. Mai nominiert worden. Die Nachwuchsauswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) tritt dort am 14. Mai gegen Spanien, am 17. Mai gegen Gastgeber Estland und am 20. Mai gegen die Schweiz an.
„Das war ein sehr außergewöhnliches Gefühl, zum ersten Mal für mein Land zu spielen“, erinnert sich Rodach an ihr erstes Länderspiel im Dezember 2021 und sagt: „Das ist es immer noch. Ich blende dann alles aus. Es ist eine Ehre.“ Sich selbst bescheinigte Rodach auch bei den jüngsten Lehrgängen des DFB eine gute Leistung mit Toren. „Ich gebe immer mein Bestes, wenn ich nominiert werde“, sagt sie.
Durchgetaktete Woche
Ihre Woche ist vollgepackt mit Fußball. Montags trainiert sie nach dem Spieltag am Wochenende zu Hause. Dienstags und donnerstags geht es direkt nach der Schule ins Training. Mittwochs trainiert sie ebenfalls. Freitags hat Rodach frei, ehe am Wochenende dann ein Spiel ansteht. Bleibt da überhaupt Zeit für Freunde? „Ich schaue schon, dass ich dann freitags was mit Freunden unternehme. Sie dürfen nicht zu kurz kommen“, weiß sie. Mia Rodach besucht das Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch – mit zwei Besonderheiten: Das Schulkonzept ist ein G8-Ganztagsgymnasium. Anders als in anderen Bundesländern, die die Schulzeit für Gymnasiasten von neun auf acht Jahre gekürzt haben, kann man in Rheinland-Pfalz die Prüfung zum Abitur schon nach dem zwölften Schuljahr ablegen, sofern man ein Ganztagsgymnasium besucht hat. „Es wird dann schon auch mal im Auto gelernt“, verrät die 16-Jährige.
Ihr Bruder Cedric spielt auch Fußball. Er kickt für den FV Dudenhofen in der Oberliga der Männer. „Ich bin ein Supporter von ihm, und er ist ein Supporter von mir. Er unterstützt mich wirklich bei jedem Thema, genau wie mein Papa“, erzählt die Meckenheimerin. Über ihn kam Rodach eigentlich zum Fußball. Ihr Vater betreute die Fußball-AG an der Grundschule, und bei den Spielen ihres Bruders war sie immer dabei.
Wohlfühlfaktor Hoffenheim
Nach einem Probetraining im 1. FFC Niederkirchen kickte sie dort knappe vier Monate und wechselte dann zur TSG Hoffenheim. Dort geht sie nun schon in ihre siebte Saison. Es soll nach der U17 in die Zweite Bundesliga der Frauen gehen, zur U20 der TSG, und anschließend in die Bundesliga-Mannschaft. „Hoffenheim ist ein richtig guter Verein. Ich fühle mich wohl, bin ein Familienmensch“, betont sie.
Ein ähnlicher Weg, wie ihn die heutige Nationalspielerin Jule Brad aus Dudenhofen gegangen ist. Sie kickt mittlerweile für den VfL Wolfsburg. „Wir haben uns früher in Hoffenheim gesehen, kennen uns aber nicht. Sie ist in gewisser Weise schon ein Vorbild, weil sie alles erreicht hat, was ich erreichen will. Sie ist eine dynamische Spielerin mit einem guten Eins-gegen-Eins, hat Überblick und schießt Tore“, plaudert Rodach. Am wohlsten fühlt sie sich auf der rechten Seite, defensiv und offensiv – also wie ihr Bruder. Die aktuelle Saison „könnte besser sein“, lautet ihr kritisches Fazit, denn Hoffenheim habe Spiele verloren, die nicht hätten verloren werden müssen.
Klare Vorstellungen von der Zukunft
Eine große Aufgabe wird ihr bei den Spielen zu Teil, unabhängig vom Ergebnis. Sie führt die TSG-Elf als Kapitänin an: „Das macht mich sehr stolz, und es ist eine große Aufgabe. Ich möchte für die Mädels da sein und sie motivieren, positiv und vielleicht auch mal negativ.“ Rodach ist reif genug für diese Aufgabe, meistert Schule und Fußball gekonnt und darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine Karriere im Fußball machen. Einen beruflichen Zukunftsplan hat sie trotzdem schon: Lehramtsstudentin in Landau – auch hier dient Bruder Cedric als Vorbild.