Neustadt Marienhaus-Chef zur Pflegekräfte-Impfpflicht: „Viele frustriert“
Laut Jochen Messemer ist die Marienhaus-Gruppe bisher gut durch die Corona-Krise gekommen und hat 2021 „mit einer guten schwarzen Null“ abgeschlossen. Die Gruppe sei „wirtschaftlich gut aufgestellt“ und habe über eine „sicher harte Sanierungsphase“ eine solide Basis geschaffen. Daher richtet Manager Messemer nun den Blick in die Zukunft, denn der Gesundheitsbereich stehe vor großen Herausforderungen. Ihm geht es darum, die Marienhaus-Gruppe durch Investitionen in digitale Infrastruktur, Gebäude und Personal so aufzustellen, dass sie ein attraktiver Arbeitgeber bleibe.
Die aktuelle Situation in der Corona-Pandemie nutzt Messemer daher für einen Zwischenruf. Hauptaufgabe müsse es weiterhin sein, eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden, warnt er. Dass dies auch in der Omikron-Welle keine Selbstverständlichkeit sei, zeige sich aktuell: „In der gesamten Gruppe haben wir in den vergangenen Tagen bei der Anzahl der aufgenommenen Corona-Patienten eine Steigerung um ein Drittel.“
Impfquote: 95 Prozent
Speziell für alle Mitarbeiter im Pflegebereich seien die vergangenen beiden Jahre psychisch und physisch eine extreme Belastung gewesen. Sie haben seiner Meinung nach einen tollen Job gemacht. Daher bedauert es Messemer, dass eine Corona-Impfpflicht nur für Mitarbeiter im medizinischen und Pflegebereich komme. In der Marienhaus-Gruppe liege die Impfquote bei gut 95 Prozent. Durch die politische Diskussion werde aber zusätzlicher Druck auf die Pflegeberufe aufgebaut und diese somit unattraktiver gemacht. „Dabei müssen wir langfristig schauen, wie der Beruf attraktiver wird“, so Messemer. Er habe aber keine Angst, dass die Marienhaus GmbH wegen der Impfpflicht viele Mitarbeiter verliere. Zumal der genaue Umgang mit diesen Fällen noch unklar sei. „Unsere Impfquote ist hoch und steigt weiter. Aber viele im Pflegeberuf wünschen sich eine allgemeine Impfpflicht und sind frustriert, weil nur sie im Fokus stehen.“ax
