Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Klinik, Kita, Hospiz: Was der Hetzelstift-Neubau alles bedeutet

Dieser Entwurfsplan für den Krankenhaus-Neubau war Anfang 2019 vorgestellt worden.
Dieser Entwurfsplan für den Krankenhaus-Neubau war Anfang 2019 vorgestellt worden.

Läuft alles nach Plan, werden sich die Marienhaus-Gruppe und das Land in den kommenden Wochen einig, und die Finanzierung des geplanten Hetzelstift-Neubaus ist dann in trockenen Tüchern. Für Neustadt wäre das ein extrem wichtiges Signal. Nicht nur in Sachen Medizin, sondern auch mit Blick auf Kita-Plätze.

Jochen Messemer, seit April 2021 Vorsitzender der Geschäftsführung der Marienhaus-Gruppe mit Sitz in Waldbreitbach, dem Träger des Hetzelstift-Krankenhauses, spricht von einem „Leuchtturmprojekt“ und betont: „Wir werden neu bauen.“ Dass der 55-Jährige noch keinen genauen Zeitplan und keine festgefügten Kosten nennen kann, liegt ganz einfach an der Vorbereitung eines solchen Mega-Projekts.

Zwar liegt seit Dezember 2020 die grundsätzliche Zusage aus Mainz vor, dass das Land den Neubau unterstütze. Doch jetzt geht es um die Feinheiten. Messemer bezeichnet die Gespräche als „sehr konstruktiv“. Daher ist er zuversichtlich, dass innerhalb der nächsten Wochen ein Ergebnis vorliege und somit die Zuschusshöhe geklärt sei.

Kosten: Über 100 Millionen

Seit 2019 sind die Hetzelstift-Pläne öffentlich. Demnach sollen die beiden Hauptgebäude aus den 1960er-Jahren abgerissen werden. Erhalten bleibt der sanierte Altbau (Baujahr 1889), in dem derzeit die Verwaltung sitzt. Im März 2019 waren die Neubau-Kosten mit rund 100 Millionen Euro beziffert worden. Messemer spricht inzwischen – auch im Hinblick auf seit Monaten stark anziehende Kosten im Bausektor – von 120 bis 130 Millionen Euro. „Für den gesamten Campus“, wie der in Ludwigshafen aufgewachsene Geschäftsführer extra betont. Denn Anspruch beim Projekt sei, „ein sehr modernes, lebensnahes innerstädtisches Krankenhaus“ zu schaffen, das in einen Campus mit weiteren Angeboten integriert sei. Man profitiere dabei davon, dass die ans Hetzelstift angrenzende Fläche frei sei und genutzt werden könne.

800 Mitarbeiter, 360 Betten

Für das neue Krankenhaus sind laut den Architekten vom Büro Sander und Hofrichter aus Ludwigshafen drei viergeschossige Gebäude vorgesehen. Laut Messemer sollen ergänzend auch die Themen Hospiz, eine geriatrische Reha und Wohnformen für ältere Menschen integriert werden. Aber auch eine Kita soll gebaut werden. Deren Plätze sollen nicht nur dem Nachwuchs der Krankenhaus-Mitarbeitenden offenstehen, sondern auch Neustadter Bürgern. Messemer ist das sehr wichtig: Das Hetzelstift liege nicht nur in der Neustadter Kernstadt, sondern fühle sich auch als Bestandteil der Stadtgesellschaft. Daher sollen am neuen Krankenhaus auch ambulante medizinische Angebote ihren Platz finden: „Am liebsten in bewährt guter Zusammenarbeit mit den in Neustadt niedergelassenen Ärzten.“ Er freue sich auch über die „sehr gute Unterstützung“ durch die Stadt. Der Neubau sei extrem wichtig, um den rund 800 Mitarbeitern (davon knapp 100 Ärzte) gute und attraktive Arbeitsplätze im 360-Betten-Haus bieten zu können.

OB Weigel: „Höchste Priorität“

„Wir sind mit der Planung sehr weit“, sagt Messemer. Wenn die Finanzen mit dem Land geklärt seien, könne das Bebauungsplanverfahren starten – und dann würden auch die Bürger entsprechend informiert. Einen Zeitplan und einen Termin für den Baubeginn könne er aber aktuell nicht nennen, „da wir ohne die Finanzierungszusagen keine Ausschreibung machen können“.

Oberbürgermeister Marc Weigel sieht im Krankenhaus-Neubau „eines der wichtigsten Investitionsvorhaben für Neustadt“. Damit werde der Gesundheitsstandort gesichert. Er sei sehr froh, dass mit Messemer auch die neue Spitze der Marienhaus GmbH am Neubau festhält. In der Verwaltung werde das Projekt höchste Priorität haben. Er freue sich auf die Perspektive, ein ganz neues Krankenhaus samt Gesundheitscampus mit weiteren Angeboten zu bekommen.

Jochen Messemer
Jochen Messemer
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