Lambrecht
Müll, Scherben, Ärger: Wird der Schulhof in Lambrecht bald abgeschlossen?
In einer Sitzung des Ausschusses für Generationen und Familie des Stadtrats am Dienstag, bei der 35 Zuhörer waren, unterbreitete Sybille Höchel (CDU), Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Lambrecht, einen Lösungsvorschlag. Als einige Zeit nach Gründung der Verbandsgemeinde die Trägerschaft für Grundschulen von den Gemeinden an die Verbandsgemeinde überging, übergab die Stadt Lambrecht zwar die Grundschule an die Verbandsgemeinde, wollte aber den Schulhof behalten. Vor allem deshalb, weil er seit Langem als Durchgangsweg genutzt wird und Teil des Kerwegeländes ist. In den vergangenen Jahren hat sich der Schulhof zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelt – wohl auch deshalb, weil sich in unmittelbarer Nähe das Jugendzentrum befindet.
Von Seiten der Schule wird seit Jahren darüber geklagt, dass die abendlichen Besucher Müll wie Zigarettenkippen und Glasscherben hinterlassen. Die Schulleiterin und der Hausmeister haben mehrfach berichtet, dass jeden Morgen Abfall eingesammelt werden muss. Deshalb fordert die Schule, dass der Schulhof abends abgeschlossen wird. Die Stadt sieht sich dazu personell nicht in der Lage.
Vereine würden Schlüssel zu Hoftor bekommen
Die Verbandsgemeinde wäre bereit, den Schulhof zu übernehmen, auch deshalb, weil er für die in Lambrecht geplante Ganztagsschule benötigt werde, teilte Höchel mit. Der Schulhof würde dann nachmittags, nach dem Ende des Unterrichts, abgeschlossen. Außerdem würde eine Videoüberwachung installiert, mit der man verhindern wolle, dass unerwünschte Gäste über das Tor oder den Zaun klettern. Für den Winterdienst und die Reinigung des Schulhofs wäre dann künftig die Verbandsgemeinde zuständig.
Wie Höchel weiter sagte, würden Vertreter der Vereine, die die Turnhalle nutzen, einen Schlüssel für das Hoftor bekommen. Wenn die Stadt wolle, könne sie das Gelände des kleinen Spielplatzes auf dem Schulhof behalten. Zu diesem wäre ein separater Zugang von der Schulstraße aus möglich. Die Verbandsgemeinde wäre laut Höchel auch dazu bereit, das von Eltern angelegte Grüne Klassenzimmer auf dem Schulhof so umzugestalten, dass die Sicherheitsvorschriften erfüllt sind. Auf Frage von Hanne Hartmann (SWG) erklärte die Beigeordnete, dass die Stadt den Schulhof auch zukünftig für die Kerwe nutzen könne. Falls diese den Hof behalten wolle, werde die Verbandsgemeinde dort „nichts mehr tun und nichts mehr investieren“, betonte Höchel.
Grünen-Politikerin: „ganz normale Leute“
Ursula Bertgen (Grüne) sprach sich dagegen aus, den Schulhof abzuschließen. Auch eine Videoüberwachung lehnt sie ab. Es seien „ganz normale Leute“, die sich auf dem Schulhof aufhalten, meinte sie. Das Abschließen und die Videoüberwachung seien notwendig, auch wenn das bedauerlich sei, äußerten dagegen Kathrin Wiegner (CDU), Conny Wode (SPD) und Bürgermeister Andreas Ohler (CDU). Auf Antrag von Hartmann soll in der nächsten Sitzung des Stadtrats darüber entschieden werden, ob die Stadt den Schulhof an die Verbandsgemeinde übergibt.