Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kreis Südliche Weinstraße: Dehoga fordert einheitliche Mehrwertsteuersätze

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Was brennt Restaurantbetreibern unter den Nägeln? Darum ging es jetzt auch beim zweiten Runden Tisch des Vereins Südliche Weinstraße.

Wie jüngst Dehoga-Präsident Gereon Haumann in Deidesheim forderte Thomas Langhauser vom Gutshof Ziegelhütte in Edenkoben einen einheitlichen und niedrigen Mehrwertsteuersatz. „Es ist doch grotesk: Ein gemütliches, gesundes Essen im Sitzen, bei dem – ökologisch sinnvoll – Mehrweggeschirr verwendet wird, kostet 19 Prozent Mehrwertsteuer, Essen zum Mitnehmen in Einwegverpackungen sieben Prozent.“

Zudem, so Langhauser, müssten Gastronomiebetriebe als Saisonbetriebe anerkannt werden. Das hätte zur Folge, dass Mitarbeiter in der Hochsaison pro Tag nicht nur zehn, sondern zwölf Stunden beschäftigt werden könnten, um diese Zeiten in der Nebensaison wieder abzufeiern. „EU-Gesetze würden das erlauben, die deutschen Gesetze aber nicht“, sagte Langhauser.

Verständnis für Probleme

Verständnis für die Situation der Gastronomen zeigten laut Mitteilung des Vereins Südliche Weinstraße alle Abgeordneten, die am Runden Tisch teilnahmen. Namentlich waren das Thomas Gebhart (CDU), Tobias Lindner (Grüne), Mario Brandenburg (FDP), Peter Lerch (CDU) und Martin Schmitt (AfD).

Die Abgeordneten versprachen, sich im Sinne der Gastronomen zu engagieren, weil sie ihnen gerade im Hinblick auf Müllvermeidung und Nachhaltigkeit sehr gute Argumente hätten liefern können.

Thema war auch eine mögliche Erhöhung des Mindestlohns. Die Gastronomen wiesen darauf hin, dass eine Erhöhung auf zwölf Euro pro Stunde für die sehr personalintensive Hotellerie- und Gastronomiebranche eine große Belastung bedeuten würde, wenngleich sie sich einig waren, dass ein fairer Lohn gezahlt werden müsse.

„Kein Volk gibt so wenig Geld für Lebensmittel aus wie die Deutschen. Ist es möglich, das Preisniveau zugunsten der Qualität zu erhöhen?“, fragte Tobias Lindner. Nach Einschätzung der anwesenden Gastronomen ist die Anzahl der preissensiblen Gäste groß. Nur wenige seien bereit, für gute Produkte und Servicequalität mehr zu bezahlen.

Zu einem ersten Runden Tisch der Gastronomen hatte der Verein Südliche Weinstraße im Juli eingeladen. Themen waren der Fachkräftemangel und unterschiedliche Mehrwertsteuersätze. Dabei hatten einige Gastronomen erklärt, dass deshalb ihre Restaurants mittags schließen müssen oder nur an drei bis vier Tagen pro Woche geöffnet haben. Deshalb hatte der Verein nun zu einem zweiten Treffen eingeladen.

400 Betriebe geschlossen

In Deidesheim waren die Probleme Ende Oktober bei einem „Gastro-Politik-Talk“ aufgegriffen worden, an dem auch Dehoga-Präsident Gereon Haumann teilgenommen hatte. Laut Haumann sind in Rheinland-Pfalz in der jüngsten Vergangenheit rund 400 Betriebe geschlossen worden, weil es keinen Nachfolger gegeben hat. Bei 60 Prozent aller Einrichtungen stehe in den nächsten Jahren eine Betriebsnachfolge an. Mittelfristig bestehe die Gefahr, dass die gastronomische Vielfalt in der Region verloren gehe. |rhp/ansc/hox

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