Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kita Stentenwehr in Mußbach: So läuft es auf der Baustelle

Joachim Siller und Nina Heeskens in einem der neuen Gruppenräume.
Joachim Siller und Nina Heeskens in einem der neuen Gruppenräume.

Die städtische Kita Stentenwehr in Mußbach wird erweitert. Nach einem Jahr hat sich auf der Baustelle viel getan. Was jetzt ansteht, und wann der Neubau genutzt werden kann.

Die Erweiterung einer Kita ist kein einfaches Projekt. In Mußbach soll die städtische Kita Stentenwehr künftig Platz für acht Gruppen haben; bisher sind es fünf. 166 Kinder können in der Einrichtung dann betreut werden (bislang 100). „Eine solche Erweiterung bedeutet, dass alles mitwachsen muss“, erläutert Nina Heeskens, Abteilungsleiterin Bauprojekte und Brandschutz. Es werden also nicht einfach drei neue Gruppenräume gebaut, sondern es müssen eben auch neue Sanitäranlagen errichtet, die Personalräume müssen vergrößert werden, da für die Betreuung von mehr Kindern auch mehr Erzieherinnen gebraucht werden, und außerdem braucht es eine größere Küche.

Unterm Strich steht also ein Großprojekt. Im Falle Mußbach investiert die Stadt rund 4,5 Millionen Euro und bekommt vom Land eine pauschale Förderung in Höhe von 450.000 Euro. Im Vorfeld wurde durchaus intensiv über das Projekt diskutiert. Es gab Protest in der Nachbarschaft – einschließlich einer Petition. Aus der Kita-Elternschaft heraus wurde aber auch eine Petition pro Anbau gestartet. Auf politischer Seite gab es große Rückendeckung, weil der damalige Mußbacher Ortsvorsteher Dirk Herber ebenso wie sein im Juni 2024 gewählter Nachfolger Roland Ipach den Bedarf für zusätzliche Kita-Plätze sehen. Und für Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel stand und steht ebenfalls außer Frage, dass die Stadt ausreichend Kita-Plätze anbieten müsse.

Innenausbau kann beginnen

Als Projektleiter ist es der Job von Joachim Siller dafür zu sorgen, dass auf der Baustelle alles wie gewünscht vorangeht. Der Anbau wird gewissermaßen an den bestehenden einstöckigen Bereich „angedockt“. Für die Bebauung wird eine frühere Grünfläche genutzt. Am Ende entsteht durch den Zusammenschluss im Bereich der 2010 errichteten Erweiterung, die Mehrzweck- und Personalraum beherbergt, ein U-förmiges Gebäude. Der Haupteingang wird etwas verschoben und künftig zentral in der Mitte zu finden sein – mit Zugangsmöglichkeiten von der Straße Am Stentenwehr und der Johann-Gottlieb-Fichte-Straße.

Alles dicht: Der Rohbau ist fertig, auch Fenster sind schon drin.
Alles dicht: Der Rohbau ist fertig, auch Fenster sind schon drin.

Dass die beiden Gebäudeteile einmal verknüpft werden, ist anhand einer Bodenplatte erkennbar. Über sie kommt man in den Baustellenbereich. Joachim Siller ist sehr zufrieden mit dem, was sich seit dem Spatenstich im März 2024 getan hat. Der Rohbau ist fertig, die Fenster sind eingebaut. Jetzt können die Gewerke mit dem Innenausbau beginnen.

Platz für den Mittagsschlaf

Beim Rundgang durch die Baustelle geht es zunächst in die große Küche. „Künftig soll hier alles vor Ort frisch gekocht werden“, erläutert Heeskens. Von der Küche aus kommen die Speisen per Servierwagen in die Gruppenräume, wo die Kinder essen werden. Das schmutzige Geschirr kommt dann zurück in die Küche, wo außer dem großen Kochbereich auch ausreichend Platz für den Abwasch ist.

An die Küche schließt sich neben dem Sanitärraum ein großer Mehrzweckraum für Sport oder für Veranstaltungen an. Der Raum ist teilbar, kann also ganz unterschiedlich genutzt werden. Im Grundsatz erkennbar sind auch die drei Gruppenräume. Ein Dachfenster sorgt dort für Tageslicht. Zudem verweist Siller auf die Nebenräume an jedem Gruppenraum. „Dort können die Kinder dann mittags schlafen“, erklärt er die Idee des Raumkonzepts.

Flachdach wird begrünt

Läuft alles nach Plan, wird der Neubautrakt bis Jahresende fertig sein. Dann steht aber immer noch Arbeit an. Denn im Bestandsgebäude werden noch Veränderungen vorgenommen. Aus der bisherigen Küche wird ein zusätzlicher Sanitärbereich. Und der bisherige Mehrzweckraum wird zum neuen und größeren Personalraum umgestaltet. Da diese Arbeiten erst in Angriff genommen werden können, wenn im Neubau alles fertig ist, werde es wohl bis Sommer 2026 dauern, bis alle Arbeiten erledigt sein werden, erklären Heeskens und Siller.

In Sachen Technik setzt man vor allem auf natürliche Belüftung über die Fenster. Lediglich für die Küche sei eine mechanische Lüftungsanlage vorgesehen. Geheizt wird mit zwei Wärmepumpen. Auf den Neubau kommt ein begrüntes Flachdach, zudem wird dort eine Photovoltaikanlage (PV) montiert. Auf dem Bestandsgebäude gehe PV nicht, erläutert Siller. Dafür müsste das Dach zunächst ertüchtigt werden. Damit kein zusätzliches Regenwasser im Kanal landet, wird Niederschlag vor Ort versickert. Möglich werde dies durch zwei Mulden, die Dachbegrünung sowie Rigolen, erläutert Heeskens. Man orientiere dabei am Schwammstadt-Konzept.

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