Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kita Mußbach: Startschuss für viele neue Plätze

Bald werden hier richtige Baufahrzeuge stehen: Die Kita in Mußbach wird erweitert – und Kita-Kinder und Vertreter der Stadt feie
Bald werden hier richtige Baufahrzeuge stehen: Die Kita in Mußbach wird erweitert – und Kita-Kinder und Vertreter der Stadt feiern das mit Spatenstich und Handwerker-Lied.

Es gab Widerstände gegen eine Erweiterung der Kita in Mußbach, aber nun ist der erste Schritt gemacht. Bis Ende 2025 soll der Bau fertig sein. Es ist nicht die einzige Kita-Baustelle in der Stadt.

Susanne Orth braucht an diesem regnerischen Mittwochmorgen nicht viele Worte, um zu sagen, was zu sagen ist: „Ich freue mich!“ Die Leiterin der Kindertagesstätte in Mußbach wartet schon länger auf den Start für die Erweiterung der Kita Am Stentenwehr.

Die Tagesstätte wird künftig acht statt fünf Gruppen haben, 66 neue Plätze kommen hinzu. Die Stadt als Trägerin der Einrichtung investiert 4,5 Millionen Euro in den Erweiterungsbau auf der benachbarten Wiese, das Land steuert 450.000 Euro bei. Ende 2025 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, berichtet Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) beim offiziellen Spatenstich, den die Kita-Kinder mit Helm, Weste, Gehörschutz und Handwerker-Lied begleiten. „Die Kita braucht den Platz“, sagt Weigel. Das gilt aber nicht nur für Mußbach: In den kommenden Jahren werden in Neustadt knapp 400 neue Kita-Plätze entstehen. So kommen in Gimmeldingen 22 Kita-Plätze dazu (Abschluss der Arbeiten: Herbst 2024), in Lachen-Speyerdorf 66 (Anfang 2025), in der Erfurter Straße/Grubenhof 110 (Anfang 2025) und in St. Pius auf der Hambacher Höhe 48 Plätze (Ende 2024). Zudem ist auf dem Sulo-Gelände der Bau einer Kita mit 86 Plätzen vorgesehen, die wohl 2027 fertig wird, wie Nastasja Datzer ausführt, die die Abteilung Kinderbetreuung in der Stadtverwaltung leitet.

Weigel: Stadt muss alles dafür tun, Plätze vorzuhalten

Der Oberbürgermeister betont auch mit Blick auf den gesellschaftlichen Wandel, wie wichtig es für die Stadt sei, ausreichend Kita-Plätze vorzuhalten: „Es wird so sein, dass häufig beide Eltern arbeiten müssen. Wir sind angehalten, alles dafür zu tun, dass wir der Betreuungsaufgabe gerecht werden.“ Nach Abschluss all der Bauarbeiten werde die Stadt im landesweiten Vergleich bei der Versorgung mit Kita-Plätzen gut dastehen.

Doch was nützen all die schönen neuen Kitas, wenn es keine Erzieherinnen gibt, die die Kinder betreuen? Schon jetzt sind 17 Stellen in den 14 städtischen Kitas und zwei Horten unbesetzt. „Wir müssen uns da mehr einfallen lassen“, sagt Weigel – denn Neustadt habe wie alle anderen Kommunen und freien Träger ein Problem, eine ausreichende Anzahl an Erzieherinnen zu finden. Abteilungsleiterin Datzer sagt, die Stadt werde sich im April bei der Azubi-Messe in Landau präsentieren, um dort für den Erzieher-Beruf zu werben, weitere Maßnahmen, die noch nicht spruchreif sind, seien geplant.

Dank an den Eltern-Ausschuss für die Unterstützung

So viel ist klar: Der Oberbürgermeister bewundert den Einsatz der Erzieherinnen, vor allem auch in den „letzten aufreibenden Jahren“ während der Corona-Pandemie: „Wir wissen ihr Engagement sehr zu schätzen“, lobt er die „flexiblen Mitarbeiterinnen“ in den 16 Einrichtungen – 250 Personen auf 175 Stellen.

Auch den Eltern der Mußbacher Kita-Kinder gilt an diesem Tag Weigels Dank. Denn der Eltern-Ausschuss hatte Anfang 2023 eine Petition für die Erweiterung des Kita-Ausbaus angestoßen, nachdem es eine Petition gegeben hat, die sich eben gegen einen Ausbau der Einrichtung in dieser Größe gerichtet hat. Ortsvorsteher Dirk Herber (CDU) erinnert an die Widerstände gegen den Erweiterungsbau auf der Wiese im Wohngebiet. „Aber wenn man das große Ganze betrachtet, darf man nicht einzelnen lauten Leuten hinterherlaufen“, sagt Herber. Man müsse die Einwände als Kommunalpolitiker zwar ernst nehmen, dann aber auch Rückgrat zeigen und handeln, wenn man davon überzeugt ist, dass etwas richtig ist. Das ist Herber: „Wir leben von dieser Infrastruktur.“ Der Ortsvorsteher dankt dem Kita-Team auch dafür, dass die Kinder und Erzieherinnen bei Veranstaltung im Dorf immer so engagiert seien. Kurzum: „Es ist ein Gedicht, solch eine Kita zu haben.“

Zur Sache

Die Kita war schon 2010 erweitert worden, nach dem Anbau wird ein Gebäude in U-Form entstehen. Der Haupteingang wird zentral neu positioniert, ein weiterer Zugang befindet sich im neuen Innenhof sowie von der Johann-Gottlieb-Fichte-Straße aus. Beheizt wird die Einrichtung mit zwei Wärmepumpen, das begrünte Flachdach des Neubaus wird mit Photovoltaik-Anlagen bestückt. Beigeordneter Bernhard Adams informiert darüber, dass die Stadt in der Lage sei, in Sachen Stellplätze noch „nachzusteuern“: „Wir könnten noch ein paar Stellplätze schaffen.“ Er wirbt allerdings dafür, in die mitten im Ort gelegene Kita zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen.

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