Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Junge Pfalz: Weingut Stolleis zum vierten Mal in Folge mit dabei

Florian Haas (links) und Hans-Christoph Stolleis beim Verkosten der Spätburgunderfässer im alten Gewölbekeller.
Florian Haas (links) und Hans-Christoph Stolleis beim Verkosten der Spätburgunderfässer im alten Gewölbekeller.

Die Pfalzwein kürt jedes Jahr die besten Jungwinzer der Pfalz. Aus der Stadt Neustadt ist in diesem Jahr nur das Weingut Stolleis dabei. Den Mußbachern ist der Sprung in die „Junge Pfalz“ nun aber schon zum vierten Mal in Folge gelungen. Ist also alles nur Routine?

Seit drei Jahren steht mit Hans-Christoph Stolleis die inzwischen zwölfte Generation an der Spitze des Weinguts Peter Stolleis. Der heute 31-Jährige hat zu seinem Start die Biozertifizierung angestoßen und ist froh, dass dieser mehrjährige Prozess nun abgeschlossen ist. Nach außen hin ist Hans-Christoph Stolleis das Gesicht des Weinguts. Und da er, wie vom Junge-Pfalz-Wettbewerb vorgeschrieben, noch keine 35 ist, schreiben dem Weingutschef natürlich alle die Auszeichnungen zu. Doch Stolleis hat sich bewusst für eine Teambewerbung entschieden: Preisträger ist somit außer ihm auch Kellermeister Florian Haas – mit 33 ebenfalls noch ein „junger Pfälzer“.

Haas ist seit 2017 im Weingut Stolleis tätig. Er freut sich über die erneute „Junge-Pfalz“-Auszeichnung: „Das ist für uns eine tolle Plattform nach außen.“ Er freue sich auch speziell für seinen Arbeitgeber, „denn wir sind hier viele junge Leute und wollen allen zeigen, dass wir eine starke Truppe sind“. Haas übernimmt die Trauben aus den eigenen Weinbergen (insgesamt werden 22 Hektar bewirtschaftet), sobald sie am Keller angeliefert werden und stimmt dann mit Stolleis die gesamte Verarbeitung ab. „Ein konstruktives gegenseitiges Arbeiten“, sagt Haas und ergänzt: „Es gab noch nie Streit.“

Kunden kommen gezielt auf den Hof

Das sieht auch Hans-Christoph Stolleis so, der froh über die hohe Qualität und Zuverlässigkeit seiner Mitarbeiter im Betrieb ist. Und dieser fachliche Austausch auf hohem Niveau begeistere ihn auch im Kreis der „Junge Pfalz“-Winzer. „Für mich ist das eine große Auszeichnung, über die ich mich sehr freue“, betont der 31-Jährige. Denn man müsse sich jedes Jahr aufs Neue bei der Blindverkostung behaupten, „es schafft nicht jeder rein“. In diesem Jahr hätten 50 Betriebe mitgemacht, 15 zählten nun zur „Jungen Pfalz“. Dass der Kreis der Spitzenwinzer von bisher 20 auf nun 15 verkleinert worden ist, „ist ein Indiz, dass man da alles andere als gesetzt ist, sondern sich in einem starken Feld behaupten muss“.

Und auch aus betrieblicher Sicht sei die erneute Zugehörigkeit zur „Jungen Pfalz“ sehr wichtig. So seien schon Händler und Privatkunden auf dem Hof gewesen, die im Internet nach guten jungen Winzern in der Pfalz gesucht und dann die „Junge Pfalz“-Namen angesteuert hätten. Außerdem sei man als „Junges Pfalz“-Team öfter deutschlandweit unterwegs und biete Verkostungen an. „Auch da haben sich schon gute Kontakte und neue Kunden ergeben“, so Stolleis. Schließlich schätze er das Miteinander mit seinen jungen Kollegen sehr. Er lerne immer wieder jemand Neues kennen. Das Netzwerke helfe – wenn man sich mal kurzfristig bei Geräten wechselseitig aushelfen könne oder man gemeinsam Weine probiere und so den Horizont erweitere. Stolleis findet es sehr gut, dass die Pfalz über die Pfalzwein als einziges Anbaugebiet in Deutschland den jungen Winzern ein solches Forum bietet und so stark auf den Faktor Qualität setzt.

Keine Absatzsorgen

Denn hohe Qualität verbunden mit eindeutiger Herkunft seien seiner Meinung nach die entscheidenden Faktoren, um sich auf dem Markt zu behaupten. Man spüre eine Zurückhaltung der Kunden und einen rückläufigen Absatz. Ihn mache das aber nicht nervös, bei ihm sei alles im Rahmen und „kein Riesenproblem“, so Stolleis. „Wir dürfen mit den Weinen aber nicht austauschbar sein und müssen zeigen, wie viel Arbeit dahinter steckt. Denn dann wird klar, dass unser Wein keine 3,99 Euro kosten kann“, betont Stolleis.

Und um auch nach der Bio-Umstellung in Sachen Qualität immer besser werden zu können, „tüftle ich sehr viel“ , sagt Stolleis. So hat er nun ausgearbeitet, wie er die Wingertszeilen künftig begrünen will. Je nach Rebsorte und Lage seien da verschiedene Pflanzen sinnvoll. „Diese Details machen mir viel Spaß“, so Stolleis. Daher habe er 2023 auch erstmals eigenen Kompost hergestellt. „Es gibt viele Stellschrauben, um den Betrieb voranzubringen.“ Mit dem aktuellen Weinjahr ist er bislang zufrieden – „endlich mal kein Trockenstress und keine Beregnungsfragen“. Dafür müsse er sehr häufig im Weinberg sein, damit aufgrund des abwechselnd warmen und feuchten Wetters keine Krankheiten ausbrechen.

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