Meinung Jugendbeirat: Politik sendet falsches Signal an den Nachwuchs
Wer in jungen Jahren erlebt, dass es sich lohnt, seine Stimme zu erheben, für die eigenen Überzeugungen einzustehen und kritisch zu sein, lernt früh, wie Demokratie funktioniert. Er wird vielleicht später nicht einfach auf „die da oben“ schimpfen, sondern sich befähigt fühlen, selbst mitzugestalten. Ein Jugendbeirat bietet genau diesen niedrigschwelligen Zugang und kann blinde Flecken sichtbar machen, die sonst übersehen würden.
Dass sich sieben junge Menschen bereiterklärt haben, in ihrer Freizeit an der demokratischen Willensbildung und Gestaltung in Haßloch mitzuwirken, ist großartig. Auch dass die CDU sicherstellen will, dass die Bedürfnisse des Jugendbeirats gehört werden, ist zumindest in der Theorie lobenswert.
An der Realität vorbei
Doch aus dem Eifer, es den Jugendlichen „recht machen“ zu wollen, eine Debatte zu entfachen, die sich im Kreis dreht, sendet ein falsches Signal und geht an der Realität vorbei. Dass 26-Jährige in großer Anzahl darauf drängen werden, ein Gremium zu unterstützen, das die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertritt, ist höchst unwahrscheinlich. Statt zu diskutieren und zu vertragen, wäre ein anderes Signal viel wichtiger gewesen: ein klares Bekenntnis aller Parteien zum Jugendbeirat und zu den von ihm vorgeschlagenen Änderungen. Vor allem, weil vier Mitglieder die Debatte aus nächster Nähe von der Zuschauertribüne miterlebt haben. Sie verdienen, dass man ihnen vertraut und sie handeln lässt.
