Neustadt Jetzt so richtig „durchstarten“

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Mit der Sicherheit eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts, dass die Pflichtabgaben der Winzer für die Gebietsweinwerbung rechtens sind, könne die Pfalzweinwerbung jetzt so richtig „durchstarten“: Das sagt Theresia Riedmaier, Landrätin des Kreises Südliche Weinstraße und Vorsitzende des Vereins Pfalzwein. Gestern war sie Gast der RHEINPFALZ-Sommerredaktion.

Riedmaier

sieht für die pfälzische Weinwerbung im nächsten Halbjahr gleichzeitig die Zeit für eine Aufgabenkritik gekommen. Hauptziel: die Pfalz als Namen und Marke zu stärken. Sie wendet sich dagegen, die „Pfalzweinwerbung schlechtzureden“. Diese habe früh die Bedeutung der neuen Medien erkannt, und ihre Internetportale seien sehr erfolgreich. Auch die Chancen der Düsseldorfer Messe „ProWein“ habe sie mit einem „tollen Stand“ gut genutzt. Die Arbeit des Vereins Südliche Weinstraße, dessen Vorsitzende Riedmaier ebenfalls ist, sieht sie unter dem Dach der Pfalzwein als wichtig und unersetzbar an. Sie nennt die zahlreichen Auftritte bei medienwirksamen Ereignissen in Berlin, München, Köln und anderen Großstädten. Dafür speziell habe der Verein Südliche Weinstraße mit Tina Weidenbach eine neue Mitarbeiterin eingestellt. Ein sparsamer Umgang mit den Pflichtabgaben gehöre dazu. Statt zwei Geschäftsführern habe der Verein jetzt nur noch eine Geschäftsführerin und einen Stellvertreter. Weinwerbung und Tourismus würden so auch näher zusammengeführt. Die Stärke der Südlichen Weinstraße sieht Riedmaier darin, dass alle örtlichen Tourismusbüros zusammenarbeiten und nach außen hin geschlossen auftreten. Das sei im Kreis Bad Dürkheim anders, meint sie. Die erfolgreiche Wein- und Tourismuswerbung habe allerdings auch ihren Preis. Der Kreis Südliche Weinstraße fördere den Verein jedes Jahr mit 500.000 Euro – eine freiwillige Leistung, aber ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftsförderung. Die Identifikation zwischen Kreis und Winzern sowie Tourismusgewerbe sei sehr hoch: „Unsere Winzer sind innovativ und experimentierfreudig. Das bilden wir im Verein Südliche Weinstraße ab.“ Ein aktuelles Thema beschäftigt die Landrätin besonders: der Protest von Eltern dagegen, dass der Kreis die Transportkosten ihrer Kinder zur Schule nicht mehr übernimmt, weil der Schulweg zu kurz und nicht „besonders gefährlich“ ist. Sehr viele sind im Bereich Maikammer/Edenkoben davon betroffen. Bei allem Verständnis für die Eltern sagt Riedmaier, die Entscheidung sei von der Kreisverwaltung gründlich vorbereitet worden, zumal Klagen drohen könnten. Riedmaier nennt ein Beispiel, bei dem trotz eines Schulwegs unter vier Kilometern zur weiterführenden Schule die besondere Gefährlichkeit anerkannt worden sei: auf dem Weg von Venningen nach Edenkoben wegen „Problemstellen“ bei der Autobahnbrücke. Der Kreistag habe beschlossen, gegen das Land zu klagen, weil es dem Landkreis nicht genug Geld gebe. Da müsse der Kreis schon darauf achten, dass alle rechtlichen Grundlagen eingehalten würden, wenn die Aufsichtsbehörde ihn zu Sparmaßnahmen auffordere. Es gehe um eine Gesamtsumme von 190.000 Euro. Nicht wenig, wenn man manchmal „schon um 5000 Euro kämpft.“ Ihren Sommerurlaub verbringt die Landrätin schon seit Jahren immer in der Pfalz. Ein Lieblingsort: der Turm auf dem Rehberg bei Annweiler. Aber auch das Elmsteiner Tal liebt sie als Radfahrerin; der Anstieg nach Iggelbach bleibt ihr in Erinnerung. (ff)

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