Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Interview mit Michael Heinz: Förderverein glaubt weiter an die Landesgartenschau

Angebote wie die Baustellenführungen auf dem LGS-Gelände stoßen regelmäßig auf großes Interesse bei den Neustadtern.
Angebote wie die Baustellenführungen auf dem LGS-Gelände stoßen regelmäßig auf großes Interesse bei den Neustadtern.

BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz engagiert sich als Vorsitzender des Fördervereins der Landesgartenschau.Er ordnet er eine mögliche Verschiebung ins Jahr 2028 ein.

Herr Heinz, die Landesgartenschau findet wohl erst ein Jahr später statt. Was sagen Sie zu dieser Entwicklung?
Im Moment wird eine Verschiebung geprüft, was ich nach dem mir vorliegenden Kenntnisstand auch als richtig erachte. Eine Gartenschau ist immer mit gewissen Erwartungen verbunden und ich bin mir sicher, dass Stadt und die Landesregierung am Ende eine Entscheidung treffen werden, die nach Abwägung aller Vor- und Nachteile im Sinne aller Beteiligten ist.

Fürchten Sie deshalb einen Imageschaden?
Einen Imageschaden würde man nur erleiden, wenn man die Erwartungen der Menschen für eine Landesgartenschau insgesamt nicht erfüllt. Die Einhaltung eines zuvor kommunizierten Zeitplans ist dabei nur ein Bestandteil von vielen Ansprüchen, denen man gerecht werden muss.

Michael Heinz
Michael Heinz

Waren Sie über die Probleme auf der Baustelle vorab informiert worden?
Wir wussten von Anfang an, dass der Zeitplan insgesamt sehr sportlich ist und dass ein solches Mega-Projekt große Herausforderungen mit sich bringt. Ansonsten sind wir über die aktuellen Entwicklungen angemessen informiert worden.

In Ihrem Job bei der BASF hatten Sie ja auch mit großen Projekten und entsprechenden Herausforderungen zu tun. Ist es in einer Konstellation wie jetzt bei der LGS dann klüger, direkt mit offenen Karten zu spielen oder hätte man doch alles probieren sollen?
Es ist immer wichtig, mit offenen Karten zu spielen. Verzögerungen im Zeitplan kann es immer wieder geben und die muss man auch nicht sofort an die Öffentlichkeit tragen. Wenn man aber den Punkt erreicht hat, an dem man glaubt, die Verzögerungen nicht aufholen zu können, dann muss man auch offen alle damit verbundenen Alternativen diskutieren. Genau das findet im Moment statt.

Haben Sie im Freundeskreis schon über die neue Entwicklung sprechen können?
Der Freundeskreis-Vorstand trifft sich einmal im Monat. Wir hatten daher noch keine Gelegenheit, diese neuen Entwicklungen im Gesamtvorstand zu diskutieren. Dies wird jedoch zeitnah geschehen. Alle Freundeskreis-Mitglieder werden wir dazu auch noch einmal separat kontaktieren.

Wird die Verschiebung die Arbeit des Freundeskreises beeinflussen – oder werden alle an Bord und jetzt eben über eine längere Zeit motiviert bleiben?
Es wird die Arbeit des Freundeskreises nicht beeinflussen. Unsere Arbeit hat im Grunde drei Phasen, in denen wir unterstützend zur Seite stehen: 1. vor der Landesgartenschau; 2. während der Landesgartenschau und 3. nach der Landesgartenschau. Eine potenzielle Verschiebung würde für uns bedeuten, dass Punkt 1 nun länger wäre als ursprünglich geplant.

Kritiker werden nun sagen: Typisch, hier klappt halt nix. Was halten Sie denen entgegen?
Es ist immer einfach, von außen Kritik zu üben. Zudem wäre es unfair zu behaupten, dass „hier halt nix klappt“. Das habe ich bisher anders erlebt, und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinschaftlich auch dieses Projekt zu einem Erfolg bringen können.

Kann in der Verschiebung auch eine Chance liegen – nach dem Motto: Manches kann nun genauer und umfassender angelegt und geplant werden?
In jeder Krise gibt es auch Chancen, so auch für eine potenzielle – denn noch ist nichts entschieden – Verschiebung. Natürlich darf dabei aber das Momentum nicht verloren gehen. Im Falle einer Verschiebung könnte eine Chance darin bestehen, durch die hinzugewonnene Zeit die Qualität des „Produkts Landesgartenschau“ noch weiter zu erhöhen.

Sie bleiben auf jeden Fall dabei und engagiert?
Erfolg hat viele Väter und bei Misserfolg steht man oft alleine da. Aber wahre Freunde (und Freundeskreise) stehen zu einem, auch wenn man mal durch schwierige Zeiten geht. Ich wüsste nicht, warum ein zeitlicher Versatz mein Engagement schmälern sollte. Ich stehe dazu, genau wie alle meine Vorstandskollegen.

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