Jahresausblick
Im September Stadtradeln auf Pendlerroute?
Januar
Die aus städtischer Sicht gute Nachricht: In diesem Monat starten die Arbeiten für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes tatsächlich. Genau gesagt, wird es am 8. Januar losgehen, verbunden mit weniger Parkplätzen und verlegten Bushaltestellen. Die aus städtischer Sicht schlechte Nachricht: Ab diesem Monat müssen viele Neustadter in zwei Fällen mehr Steuern bezahlen und alle Neustadter höhere Abfallgebühren. Im ersten Fall sind es 3,75 Prozent mehr an Gewerbesteuer sowie 8,9 Prozent mehr für die Grundsteuer B (bebaute Grundstücke). Der Stadtrat hatte der vom Land geforderten Erhöhung zwar zugestimmt, aber unter Protest. Bei der Müllgebühr sind es mindestens 14,40 Euro mehr, bezogen auf das Mindestvolumen beim Restabfall.
Februar
Natürlich prägt die Fasnacht diesen Monat, zumindest bis zum Aschermittwoch am 14. Februar. Indes steigt der eine oder andere Neustadter Karnevalverein bereits Ende Januar in die Bütt’. Getrübt werden dürfte die Feierlaune aber durch ein anderes Datum, das 2024 zum zweiten Mal ins Auge fällt. Am 22. Februar dauert der russische Angriffskrieg auf die Ukraine seit zwei Jahren an – und ein Ende ist nicht in Sicht.
März
Wann genau wird das Mandelblütenfest gefeiert? Und sehen die Bedingungen so aus wie im vergangenen Jahr? Diese Fragen gehören zu den beliebtesten, wenn es langsam Frühling wird und das erste Pfälzer Weinfest im Kalenderjahr ansteht. Die Aufregung wird wieder groß sein, die Feierlaune ebenso. Bei den Anliegern der Kellereistraße in der Neustadter Fußgängerzone dürfte sich im März zumindest die Feierlaune in Grenzen halten – auch wenn zunächst einmal nur Stadtwerke und Stadtentsorgung mit Ver- und Entsorgungsleitungen an der Reihe sind, die mittels kleiner Baustellen bis Ende 2024 zu Potte kommen wollen. Dann erst folgt der weitere Ausbau.
April
In diesem Monat muss man noch einmal auf den Bahnhofsvorplatz zurückkommen. Denn zumindest nach aktueller Planung soll der zweite Bauabschnitt starten und bis Juli dauern. Er umfasst – im Gegensatz zum ersten in der Bahnhofstraße – den östlichen Bereich entlang von Bundespolizei und Stadtverwaltung. Derweil dürfte auch auf der Hotelbaustelle gegenüber schon einiges zu sehen sein.
Mai
Seit Wochen laufen die Vorbereitungen, am Wochenende nach Pfingsten steigt die Party: Neustadt feiert sein zweites Demokratiefest und vergibt dabei auch wieder den Hambacher Freiheitspreis. Ohne Prophetin sein zu wollen, könnte es durchaus sein, dass die Besetzung diesmal umgekehrt ist. Sprich: Ausgezeichnet wird eine Frau, und die Laudatio hält ein Mann. Zur Erinnerung: Bei der Premiere 2022 wurde Alt-Bundespräsident Joachim Gauck ausgezeichnet und von der pfälzischen Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst gewürdigt. Und wie 2022 wird es in den Wochen und Monaten vorab erneut darum gehen, welche Gegenveranstaltungen oder -versammlungen es geben wird, sei es spontan zeitgleich oder genehmigt eine Woche später.
Juni
Der Monat der Monate im Jahr 2024, zumindest aus kommunalpolitischer Sicht. Wobei es für die Neustadter Europaabgeordnete Jutta Paulus (Grüne) natürlich ebenso um den Wiedereinzug ins Parlament in Straßburg geht. Trotzdem dürften die Wahlergebnisse für Stadtrat und Ortsbeiräte sowie die Ortsverwaltungsspitzen die Neustadter noch einen Tick mehr interessieren. Ganz zu schweigen von den zur Wahl antretenden Parteien und der Freien Wählergruppe.
Juli
Während seit zwei Monaten in den vier Neustadter Freibädern Badespaß zu haben ist, analysieren die Parteien und die FWG die Wahlergebnisse. Gleichzeitig laufen aller Voraussicht nach Gespräche: Koalition im Stadtrat, ja oder nein, wenn ja, in welcher Konstellation? Das wird auch davon abhängen, wer künftig die Neustadter im Stadtrat vertritt. Sind es beispielsweise sechs statt fünf Fraktionen? Oder bleibt es bei fünf in zum Teil neuer Besetzung? Oder ist alles wie immer? Das wird auch für Oberbürgermeister Marc Weigel spielentscheidend für die letzten anderthalb Jahre seiner Amtszeit sein. 2025 steht die nächste Ur-Wahl des OB an. Noch im Juli und damit vor der Sommerpause soll sich der neue Stadtrat, sollen sich die neuen Ortsbeiräte konstituieren.
August
Wie so oft, kann von einer Sommerpause keine Rede sein. Dazu wird in Neustadt und seinen Ortsteilen viel zu gern gefeiert. Konkret geht es in diesem Monat um das Jubiläum 1250 Jahre Geinsheim. Die Nachbarn in Lachen-Speyerdorf haben es im Juli vorgemacht, und auch in Geinsheim gab es vor ein paar Wochen bereits ein kleines Aufwärmen mit offiziellem Festakt. So richtig auf die Pauke gehauen wird aber erst jetzt: Traktor-Konzert mit Dorfrockern, historische Ernte an der Fronmühle – da sollte doch für viele etwas dabei sein.
September
Dieser Tage beginnt das Deutsche Weinlesefest mit seinem neuen Gesicht. Einige Wochen zuvor ging es beim Bahnhofsvorplatz in den dritten Bauabschnitt. Zwar soll sich bei den Haiselschern kaum etwas ändern, doch wird der Jahrmarkt vermutlich auf die angrenzenden Straßen, wie Exterstraße und Alter Turnplatz, verteilt. Außerdem steht das Stadtradeln an. Ob dabei schon auf die Pendlerroute Neustadt–Landau gesetzt werden kann, steht indes in den Sternen. Zunächst wollte sich ja der Stadtrat – hoffen wir mal noch der alte – ein Bild darüber verschaffen, wie stark belastet damit die Wirtschaftswege wären, auf denen der Schnellweg zum Teil verlaufen soll.
Oktober
Neustadt weinselig – in keinem Monat gilt das so stark wie im Oktober, wenn die Deutsche und die Pfälzische Weinkönigin im Saalbau gekrönt werden und sich der Winzerfestumzug durch die Innenstadt schlängelt. Eine Veränderung gibt es derweil vom Hallenbad zu berichten: Über dem Stadionbad wölbt sich jetzt eine frische Traglufthalle, „Moby Dick“ in neuem Glanz, sozusagen.
November
Seit geraumer Zeit laufen die Haushaltsberatungen für 2025. Sollte es einen stark veränderten Stadtrat geben, könnte das dieses Mal auch jenseits der Aufsichtsbehörde kein Zuckerschlecken sein. Läuft alles nach Plan, geht dafür der Neubau einer Kita im Grubenhof durch die Wohnungsbaugesellschaft langsam ihrem Ende entgegen – womit wieder ein Betreuungsloch gestopft wäre. Apropos stopfen: Gegen Ende des Monats öffnet der Weihnachtsmarkt seine Türen. Und er wird 2024, zumindest gefühlt, ganz sicher bis 30. Dezember dauern, also das Loch zwischen Weihnachten und Silvester füllen. Schließlich denkt die Tourist-Gesellschaft ja schon jetzt ernsthaft darüber nach.
Dezember
Der Advent ist ruhig. Zumindest nach außen hin. Hinter den Kulissen jedoch laufen die Rädchen heiß. Denn mit dem 1. Januar startet Neustadt selbst in ein Jubiläumsjahr: Vor 750 Jahren hat Rudolf von Habsburg die Stadtrechtsprivilegien verliehen – und damit den Grundstock für Neustadts Entwicklung bis in die Neuzeit gelegt. Klar, dass auch dabei wieder mal der Blick nach Landau gerichtet wird. Denn die Nachbarstadt hatte erneut die Nase vorn – und feierte bereits 2024 ...
