Neustadt IGS sorgt für Koalitionskrach

Dicke Luft bei der Jamaika-Koalition im Stadtrat. Die Ankündigung von Schuldezernentin Waltraud Blarr (Grüne), mit Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) über eine gemeinsame Integrierte Gesamtschule (IGS) Neustadt-Lambrecht zu sprechen, stößt auf energischen Widerspruch bei CDU und FDP.
Wie am vergangenen Freitag berichtet, hatte Pia Werner, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, den Landrat darauf aufmerksam gemacht, dass die Neustadter Grünen sich eine IGS-Partnerschaft mit Lambrecht vorstellen könnten. Blarr hatte dies bestätigt und angekündigt, mit Ihlenfeld darüber zu sprechen. Brigitte Hayn, CDU-Stadträtin und Landtagsabgeordnete, fordert Blarr dagegen auf, einen Blick in den Koalitionsvertrag zu werfen. Dort heiße es wörtlich: „Wir begrüßen die Kooperation zwischen Realschule plus im Schulzentrum Böbig und der Berufsbildenden Schule (BBS) als zukunftsweisende Initiative.“ Von eine Kooperation mit Lambrecht oder einer IGS stehe in dem Papier keine Zeile. Auch bei den Schulworkshops 2013 sei nur von der Kooperation mit der BBS die Rede gewesen. „Der Schulträgerausschuss hat mit den Stimmen der Grünen für dieses Modell gestimmt. Nur die FWG war dagegen“, erinnert Hayn. Die Realschule im Böbig verdiene eine Chance, das Kooperationsmodell mit der BBS umzusetzen. Die neuen Konzepte zur wichtigen Berufsorientierung hätten Vorbildcharakter für ganz Rheinland-Pfalz und würden auch angenommen. „Das belegen die steigenden Anmeldezahlen“, so Hayn. Ähnlich argumentiert Matthias Frey, der Fraktionsvorsitzende der FDP. In Neustadt gebe es keinen Bedarf für eine IGS. Der Schulstandort sei gut aufgestellt. Die Kooperation von Realschule und BBS müsse stattdessen vorangetrieben werden. „So hat es die Koalition aus CDU, FDP und Grünen in ihrem Koalitionsvertrag auch vereinbart. Nachdem sich in der Vergangenheit gerade auch die Landesregierung gegen eine IGS in Neustadt ausgesprochen hat, ist es umso verwunderlicher, dass nun gerade aus den Reihen von SPD und Grünen die Forderung nach einer IGS kommt“, so Frey, der sich dagegen wehrt, dass auf dem Rücken von Schülern und Lehrern Wahlkampf gemacht werde. Mit Genugtuung melden sich dagegen die Freien Wähler zu Wort. „Schüler und Eltern wünschen sich eine IGS, die für ein Mittelzentrum wie Neustadt dringend notwendig ist“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin Margarete Hoffmann. Die Kehrtwende der Grünen und des SPD-Stadtrats Claus Schick sei deshalb zu begrüßen. Die FWG halte an der Forderung fest, binnen vier Monaten einen fundierten Schulentwicklungsplan erarbeiten zu lassen. Die Jamaika-Koalition hatte diesen Wunsch der Oppositionsfraktion abgelehnt. (wkr)