Neustadt
Hetzelstift-Neubau: Freude über klares Votum aus Mainz
Der geplante Neubau des Marienhaus Klinikums Hetzelstift hat eine hohe Hürde genommen. Der Krankenhausplanungsausschuss des Landes, in dem Vertreter aus vielen Bereichen des Gesundheitswesens sitzen, hat dem Vorhaben geschlossen zugestimmt, wie die SPD-Landtagsabgeordnete Giorgina Kazungu-Haß (Haßloch) mitteilte. Mit diesem Votum sei der Weg frei, die Baupläne weiter voranzutreiben. Bleibe es bei diesem Tempo, könne der Förderbescheid bereits 2022 erteilt werden, so Kazungu-Haß.
Die Marienhaus GmbH mit Sitz in Waldbreitbach will auf dem Krankenhaus-Gelände in der Neustadter Innenstadt drei viergeschossige Gebäude errichten und nach Fertigstellung aus den alten Häusern umziehen. Der sanierte Altbau des Krankenhauses, Baujahr 1889 und denkmalgeschützt, soll danach erhalten bleiben. Schon jetzt beherbergt er die Verwaltung. Abgerissen werden sollen die beiden Hauptgebäude aus den 1960er-Jahren.
Rund 100 Millionen Euro
Geplant wurde der Neubau von der Architekten GmbH Sander und Hofrichter (Ludwigshafen), die Kosten wurden im März 2019 mit rund 100 Millionen Euro angegeben; im besten Fall würde das Land davon 90 Prozent übernehmen. Trotz seiner wirtschaftlichen Turbulenzen und einem harten Sparkurs hatte der Träger bislang stets an den Neubauplänen festgehalten.
Dass die Zuschusshöhe bis zur Landtagswahl im März 2021 geklärt ist, auch dafür will sich Kazungu-Haß einsetzen. Unabhängig von der Frage, ob nach der Wahl die Landesregierung wechsle, sei das wichtig, sagt sie auf RHEINPFALZ-Anfrage. Am 1. Dezember hatte die SPD-Politikerin den rheinland-pfälzischen Gesundheitsstaatssekretär Alexander Wilhelm (SPD) zu einem Gespräch ins Neustadter Rathaus eingeladen. Daran beteiligt waren auch Oberbürgermeister Marc Weigel (FWG) und das Hetzelstift-Direktorium. Dabei war über den einstimmigen Ausschuss-Beschluss berichtet worden.
Erst mal schriftlich
Auch Vera Nowak, Verwaltungsdirektorin des Hetzelstifts, ist froh mit dieser jüngsten Entscheidung. Indes ergebe es erst Sinn, über die Zukunft zu reden, wenn das Gesundheitsministerium alles schriftlich übermittelt habe. Ebenso sieht es Torsten Hesse, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Schon bei seinem Start im Hetzelstift 1994 sei der Neubau Thema gewesen, erinnert er sich. Dass es jetzt tatsächlich vorangehen soll, sei aber grundsätzlich eine gute Nachricht. Damit bleibe das Klinikum wettbewerbsfähig, was den Standort und Arbeitsplätze sichere. Zusätzlich bestehe die Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen und auf Dauer zu binden.
Trotz Corona immer wieder mit der Marienhaus GmbH und dem Krankenhausdirektorium im Gespräch ist auch Oberbürgermeister Weigel. Der Handlungsbedarf für einen Neubau sei offensichtlich, sagt er auf Anfrage. Die Stadt habe daran „auf allen Kanälen mitgearbeitet“. Jetzt werde es um das Bauvorhaben selbst gehen, Stichwort Bebauungsplan. Der OB hofft, dass der angepeilte Zeitplan gehalten werden kann.
Im Normalfall 360 Betten
Das Neustadter Hetzelstift ist zuständig für die Grund- und Regelversorgung von über 100.000 Menschen, vor allem aus der Stadt Neustadt, dem südlichen Landkreis Bad Dürkheim und der Verbandsgemeinde Maikammer; zudem ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Mainz. Es zählt rund 360 Betten und gut 800 Mitarbeiter, davon knapp 100 Ärzte.
