Neustadt
Hetzelstift-Direktorium wieder komplett
Ein paar Gespräche, noch mal gründlich darüber nachgedacht, dann hatte Gerald Staudenmaier seine Entscheidung gefällt: Ab 15. August übernimmt der 50-jährige Gynäkologe das Ehrenamt des Ärztlichen Direktors am Marienhaus Klinikum Hetzelstift. Bis dahin stehen noch weitere Gespräche an. Unter anderem mit seinem Vorgänger Dierk Vagts und mit seinem Stellvertreter in dieser Position, dem Gefäßspezialisten Mathias Wenk.
Sechs Wochen war das Amt des Ärztlichen Direktors vakant, ab Mitte August ist das Direktorium dann wieder komplett. Vagts, Chefarzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerztherapie und Palliativmedizin, hatte die Position sechs Jahre lang innegehabt und sie ab 1. Juli zur Verfügung gestellt. Mit Vagts sei er befreundet, beschreibt Staudenmaier das Verhältnis zum Kollegen, von dem er sich guten Rat erhofft. Zudem stehe ihm ja auch Mathias Wenk zur Seite.
Schwierige Zeiten zu meistern
Staudenmaier weiß, was auf ihn zukommt. Für alle Krankenhäuser herrschen schwierige Zeiten wegen des Kostendrucks – zusätzlich verschärft durch die Corona-Pandemie. „Wir werden viele Probleme zu lösen haben“, ist sich der künftige Ärztliche Direktor sicher. Er will alles dafür tun, am Hetzelstift alle Arbeitsplätze auf Dauer zu sichern und das Krankenhaus gut für die Zukunft aufzustellen. Aber er sagt auch: „Wir müssen schauen, dass wir effizient arbeiten, und dazu werden wohl unpopuläre Entscheidungen gehören.“
Enger Kontakt zu Ärzte-Netzwerk
Ein erstes Projekt soll es sein, die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten zu stärken. Corona habe vor Augen geführt, wie wichtig es sei, eng mit dem Ärzte-Netzwerk zu kooperieren. „Da haben wir doch gesehen, wie schnell ein einziger Infektionsfall an die Grenzen führen kann.“ Diese Zusammenarbeit sei gerade in Neustadt wichtig, wo besonders viele ältere Menschen ärztlich versorgt werden müssten.
Zunächst aber ist Staudenmaier froh, dass das Hetzelstift-Direktorium wieder komplett ist. Darin ist er sich mit Krankenhausoberin Birgit Käser, der Kaufmännischen Direktorin Vera Nowak und Pflegedirektorin Marion Christian einig. Sie schätzen an ihm, dass er – ebenso wie sein Vorgänger – das Hetzelstift seit langer Zeit kennt. Vor 16 Jahren hatte Staudenmaier als Assistenzarzt begonnen, seit dreieinhalb Jahren ist er Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.
Weigel stellt gutes Zeugnis aus
Auf Anfrage begrüßt Oberbürgermeister Marc Weigel, dass die Position des Ärztlichen Direktors wieder besetzt ist, auch wenn er nach wie vor bedauert, dass Dierk Vagts das Amt niedergelegt hat. Staudenmaier bescheinigt er eine sehr gute Arbeit. Er habe den guten Ruf der Gynäkologie wiederhergestellt, was auch die steigenden Geburtenzahlen am Hetzelstift belegen würden.
Dass das Krankenhaus noch 2020 wieder im Regelbetrieb läuft, davon geht das Direktorium nicht aus. Wegen der Hygieneregeln sind alle Zimmer mit zwei statt drei Betten bestückt, erläutert Mathias Wenk. Zwar sei die Nachfrage wieder etwas größer, doch gebe es wegen der reduzierten Bettenzahl Wartezeiten. Viele Patienten seien aber weiter zurückhaltend, auch wenn sich die Hausarzt-Praxen wieder füllten. Das sei auch entscheidend fürs Krankenhaus, „denn wir brauchen ja eine Überweisung“.
Weiter in Corona-Bereitschaft
Daneben bleibt das Hetzelstift in Corona-Bereitschaft. Mit Spannung wird dem Herbst entgegengesehen. Die Besucherauflagen gelten laut Oberin weiter. Das sei notwendig, bittet Käser um Verständnis. Bei jedem Patienten ist ein Besucher pro Tag für eine Stunde und den gesamten Krankenhausaufenthalt zugelassen. Besucher und ambulante Patienten müssen über die Pforte kommen und ein Formular ausfüllen.