Neustadt Gimmeldingen hat eine neue Mandelblütenkönigin
Tränen flossen, als sich die bisherige Mandelblütenkönigin Lina-Marie Keller am Sonntagnachmittag in der Meerspinnhalle von ihren Untertanen verabschiedete und gestand: „Es fällt mir schwer, die Krone weiterzugeben.“ Und das, obwohl sie in der rund 70-jährigen Geschichte des Gimmeldinger Mandelblütenadels die einzige Königin ist, die drei Jahre im Amt war. Sie ist aber auch die einzige Königin, die aufgrund der Corona-Pandemie kein Mandelblütenfest eröffnen durfte. Matthias Frey, der als Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins durch das Programm führte, hatte vorgesorgt und für die Tränen eine große Packung Papiertaschentücher gerichtet.
Auch die Mußbacher Weinprinzessin Saskia Bähr, die am Namen der Weinhoheiten aus Neustadt und Umgebung Lina-Marie Keller verabschiedete, kämpfte mit Tränchen. „Es werden immer mehr“, staunte nicht nur die Gimmeldinger Ortsvorsteherin Claudia Albrecht angesichts der Vielzahl gekrönter Häupter, die neben den Blüten der Gärtnerei Schupp für Glanz in der Halle sorgten.
„Eine perfekte Königin“
Neben den Taschentüchern hatte Frey einen Rat für die scheidende Mandelblütenkönigin: Wenn sie sich als Pfälzische Weinkönigin bewerbe, müsse sie zukünftig nicht auf das adlige Leben verzichten. Trost kam von der Pfälzischen Weinprinzessin Sandra Eder: „Es ist nicht vorbei. Willkommen bei den Ehemaligen.“
Nachdem Lina-Marie Keller auf ihre Zeit als Mandelblütenprinzessin und -königin zurückgeblickt hatte und Frey ihr dafür gedankt hatte, dass sie „eine perfekte Königin“ gewesen sei, war es soweit: Hanna und Emma, zwei wirklich goldige Gimmeldinger Mädchen, kamen mit roten Samtkissen auf die Bühne. Auf die mussten Lina-Marie Keller und Melanie Schmidt ihre Kronen ablegen. Doch für Melanie Schmidt gab es nach wenigen Minuten eine neue Krone. Denn die Pfälzische Weinkönigin Lea Baßler krönte sie zur neuen Mandelblütenkönigin. Lina-Marie Keller bekam zum Trost vom Verkehrs- und Verschönerungsverein einen Mandelbaum mit einem kleinen Krönchen daran.
Bald Berufspilotin
Auch Neustadt Oberbürgermeister Marc Weigel hatte ein Präsent mitgebracht, außerdem war er im rosa Hemd gekommen. Das habe er „exklusiv für Gimmeldingen“ im Schrank. Ebenso exklusiv habe nur Gimmeldingen eine Mandelblütenkönigin und -prinzessin, so Weigel. Sie seien ein Alleinstellungsmerkmal. Das gelte auch für das Mandelblütenfest, das mit dem neuen Konzept „etwas entzerrt werden soll“.
Seit Sonntag hat Gimmeldingen sogar noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: eine fliegende Mandelblütenprinzessin. Die 19-jährige Erva Satun hat den Segelflug- und den Privatpiloten-Schein und will in Kürze eine Ausbildung zur Berufspilotin beginnen. Sie sei „glücklich, die Krone der Mandelblütenprinzessin tragen zu dürfen“, meinte die junge Frau strahlend. „Die hat Schmackes“, kommentierte Ortsvorsteherin Albrecht angesichts des aufgeweckten und selbstbewussten Auftretens der neuen Mandelblütenprinzessin. Schon seit sie als kleines Mädchen nach Gimmeldingen gekommen sei, habe sie davon geträumt, Mandelblütenkönigin zu werden, verriet Erva Satun.
Der Pianist Peter Ihle und der Sänger Oliver Gier trugen sehr schön und auf hohem Niveau Lieder vor, dafür hätten sie etwas mehr Aufmerksamkeit und Beifall verdient gehabt.