Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel „Endlich wieder“: Stimmen zum Weihnachtsmarkt-Auftakt

Stimmungsvoll: Die Neustadter kommen gerne zum Weihnachtsmarkt.
Stimmungsvoll: Die Neustadter kommen gerne zum Weihnachtsmarkt.

Trotz stark steigender Fallzahlen und wieder strengeren Corona-Regeln: Auf dem Marktplatz hat am Montagmittag der Neustadter Weihnachtsmarkt begonnen. Warum Schausteller und Besucher sich auf die kommenden Wochen freuen.

Montag kurz nach 12 Uhr. Festliche Musik ist vom Marktplatz zu hören. Das Kinderkarussell auf dem Weihnachtsmarkt dreht schon fleißig seine Runden. Ein paar Kinder sitzen auch in den Figuren und strahlen mit ihren zuschauenden Eltern um die Wette. Und weil das Karussell nicht auf einer Kerwe steht, sondern auf einem Weihnachtsmarkt, werden die Gäste eben mit adventlichen Liedern beschallt.

Um 11 Uhr öffneten die Schausteller am Montag ihre Buden, die rund um den weihnachtlich geschmückten Brunnen angeordnet sind. Es sieht aus wie vor der Pandemie. Darüber sind Schausteller und Gäste auch froh. Aber so ganz ohne Einschränkungen geht es dann doch nicht. So wurde sicherheitshalber auf eine große und offizielle Eröffnung verzichtet. Und alle auf dem Platz haben ihr Masken griffbereit – und legen sie an, sobald sie am Bratwurststand anstehen oder sich einen Glühwein holen wollen.

Seit 50 Jahren auf dem Markt

Solche Einschränkungen seien doch nur Kleinigkeiten, sagt Siegfried Schenk. Mit seiner Frau Christa verkauft er „Gundel Pfannen“. Schon seit 50 Jahren kommen beide mit ihrem Angebot auf den Neustadter Markt. „Und jetzt sind wir froh, dass überhaupt wieder etwas geht“, sagt Schenk. „Schließlich hatten wir im Prinzip ein zweijähriges Berufsverbot.“ Daher habe er am Wochenende die Nachrichten aus Sachsen mit Schrecken zur Kenntnis genommen: Wegen der vielen Infektionen sind dort alle Weihnachtsmärkte abgesagt worden. „Ich hoffe, dass in Neustadt nicht zugemacht wird und wir die nächsten Wochen unsere Ware anbieten können“, so Schenk. Den Aufbau des Markts findet er gelungen: „Sehr schön.“ Er hoffe zudem, dass sich die Menschen nicht von der allgemeinen Situation verunsichern lassen: „Ich hoffe und denke doch, dass die Leute kommen. Nach all den Einschränkungen wollen viele wieder raus und sagen wie wir: Endlich gibt es wieder Weihnachtsmärkte“. Der Stand von „Gundel Pfannen“ wurde vergangenen Mittwoch aufgebaut: „Dann haben wir noch drei Tage fürs Dekorieren und Fertigmachen gebraucht.“

Fröhliche Stammgäste

An die Aufbautage erinnert sich auch Heiko-Alexander Geist von der „Weihnachts Vinothek Geist“ gerne zurück: „Da kamen schon viele Stammgäste von früher und haben gesagt: Schön, dass ihr wieder da seid, wir kommen auf jeden Fall zu euch.“ Hinter dem Betrieb aus Mehlingen (bei Kaiserslautern) liegen ebenfalls harte Monate: „Unser mobiler Betrieb ruhte bis heute“, sagt Geist. Nur über seine feste Gastronomie habe er Einnahmen erzielen und seine Leute beschäftigen können. Jetzt sei er mit seinen Ständen auf den Weihnachtsmärkten in Neustadt und Kaiserslautern vertreten. „Ich bin sehr optimistisch, dass alles gut geht“, betont Geist. Auch mit weiteren Verschärfungen „könnten wir noch umgehen“. Wichtig sei, dass überhaupt wieder ein Weihnachtsmarktangebot möglich sei. Er habe ein gutes Gefühl, da jeder seinen Beitrag zur Einhaltung der Regeln leiste: „Wir kriegen das hin und freuen uns auf viele bekannte Gesichter in Neustadt.“

Fans aus Düsseldorf

Ein paar Meter weiter haben es sich Margarete und Rüdiger Podschützky gemütlich gemacht. „Der Punsch ist sehr lecker“, betonen beide. Das Ehepaar ist aus Düsseldorf und macht ein paar Tage Urlaub in der Pfalz. Ihre Pension ist in Weyher, und für Montag stand Neustadt auf dem Plan. „Ein bisschen durch die Stadt bummeln, und wir wollten unbedingt den Weihnachtsmarkt sehen“, sagt Margarete Podschützky. Die Pfalz und Neustadt haben sie schon häufiger besucht, aber auf dem Weihnachtsmarkt sind sie zum ersten Mal. Und das liegt an Corona. Denn Margarete Podschützky bietet eigentlich selbst Kunsthandwerk auf kleinen Weihnachtsmärkten rund um Düsseldorf an. „Doch die wurden abgesagt. Daher haben wir gesagt, wir fahren in die Pfalz.“ Und was sagt Podschützky zum Neustadter Weihnachtsmarkt: „Er ist wirklich sehr, sehr schön; vom Aufbau und von der Atmosphäre.“

Auch am Nachmittag ist einiges auf dem Platz los. Die Besucher achten aber auf Abstand: So stehen an allen Ständen Menschen an, um sich mit Leckereien einzudecken, aber an den Stehtischen sind jeweils nur sehr kleine Gruppen zu sehen. Und dazwischen ist viel Platz. So sollte es aus Pandemiesicht auch bleiben.

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