Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Jahr in Betrieb: Was haben die PV-Anlagen in Schwimmbädern gebracht?

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Die Module der PV-Anlage im Hambacher Schwimmbad sind nur zehn Prozent geneigt. Dadurch fallen die Leistungsunterschiede über den Tag weniger groß aus.

Vor einem Jahr sind Photovoltaik-Anlagen in den Schwimmbädern in Mußbach und Hambach in Betrieb genommen worden. Was bringt die Technik?

Der Strombedarf aller kommunalen Gebäude und des städtischen Fuhrparks liegen nach Angaben der Stadt bei rund 3.200.000 Kilowattstunden (kWh), Tendenz steigend. Das Ziel: Bis 2030 sollen mindestens 60 Prozent (1.900.000 kWh) des Gesamtstrombedarfs über erneuerbare Energien abgedeckt werden. Dafür müssen laut Iris-Katrin Rauch, in der städtischen Abteilung Gebäudemanagement speziell mit PV beschäftigt, rund 270 Kilowattpeak (kWp, maximale Leistung der PV-Module unter Optimalbedingungen) pro Jahr hinzukommen. Damit das klappt, wird kräftig in Photovoltaik-Anlagen (PV) investiert – 2024 flossen rund 780.000 Euro, 2025 sind aktuell Investitionskosten von einer halben Million Euro eingeplant. „Wir haben die Gesamtleistung unserer PV-Anlagen seit Ende 2022 verdoppelt“, sagt Rauch.

Auch in Neustadter Schwimmbädern setzt man seit einem Jahr auf PV. In Mußbach wurden knapp 66.000 Euro in Solarmodule mit einer Leistung von 57,6 kWp, 3,9 mehr als ursprünglich geplant, gesteckt. Seit Inbetriebnahme im Mai wurden im Jahr 2024 in Mußbach 29. 300 kWh erzeugt, davon wurden 19.098 kWh direkt verbraucht und 10.202 kWh ins Netz eingespeist. „Die Menge an erzeugtem Strom liegt leicht unter den Erwartungen, wir hatten letztes Jahr aber auch weniger Sonnenstunden“, erklärt Rauch. Zudem sei es aus statischen Gründen in Mußbach nicht möglich gewesen, die Module auf dem Flachdach aufzustellen. „Sie sind teilweise wenige Grad nach Norden geneigt, daher ist die Leistung etwas schlechter.“ Ideal sei eine Südausrichtung mit 30 Grad Aufstellung.

Einspeisen lohnt sich kaum

Die Eigenverbrauchsquote, die angibt, wie viel vom selbst erzeugten PV-Strom im Bad genutzt wurde, liegt in Mußbach damit aufs Jahr gesehen bei 65 Prozent. Je höher diese Quote, desto wirtschaftlicher ist die Anlage, weil es fürs Einspeisen deutlich weniger Geld (sieben bis acht Cent) gibt, als der zugekaufte Strom aus dem Netz kostet. Die Autarkiequote zeigt dagegen, wie viel des Gesamtstrombedarfs durch die PV-Anlage gedeckt wird, also wie unabhängig man vom Netz ist. Diese Quote lag in Mußbach 2024 bei einem Stromverbrauch von 51.150 kWh bei 37 Prozent.

Eine Rolle bei den Werten spielen auch die Öffnungszeiten der Bäder, die außerhalb der Schulferien unter der Woche erst ab 13 Uhr öffnen. So wurde in Mußbach zum Beispiel im August 2024 98 Prozent Eigenverbrauchsquote erreicht, vor Ferienbeginn im Juni jedoch nur 66 Prozent. Speicher, die laut Rauch 500 bis 1000 Euro pro kWh kosten, gibt es in den aktuell Bädern nicht, würden sich aber eventuell für die Abdeckung der nächtlichen Grundlast eignen.

Öffnungszeiten haben Einfluss

In Hambach, wo die Module mit jeweils zehn Grad Neigung in Ostwest- beziehungsweise Südausrichtung errichtet wurden, lag die tatsächliche Leistung der knapp 42.000-Euro-PV-Anlage bei 27,9 kWp, also 2,5 kWp höher als anfangs gedacht. „Durch die Ausrichtung verteilt sich der Ertrag gleichmäßiger über den Tag, ist dafür aber etwas geringer, als wenn die Anlage vollständig nach Süden ausgerichtet wäre“, sagt Rauch. Im vergangenen Jahr wurden in Hambach 16.700 kWh erzeugt. Davon wurden 15.538 kWh im Bad direkt genutzt, 1162 kWh wurden eingespeist. Die Eigenverbrauchsquote erreichte 93 Prozent, die Autarkiequote 17 Prozent bei einem Stromverbrauch von 89.557 kWh.

Im vergangenen Jahr in Betrieb gingen darüber hinaus die PV-Anlagen auf der Realschule plus Hambach-Maikammer, auf dem Feuerwehrgerätehaus in Mußbach, auf der Geflüchtetenunterkunft in der Böhlstraße. Die Anlagen der Kitas Grubenhof in der Nähe des Media-Markts und Pestalozzistraße in Lachen-Speyerdorf sowie die Anlage auf der Grundschule in Diedesfeld wurden dieses Jahr in Betrieb genommen. In Bau oder Planung befinden sich Anlagen auf dem Leibniz-Gymnasium, dem Feuerwehrgerätehaus in Lachen-Speyerdorf, am Stadion, auf der Kita Stentenwehr sowie den Grundschulen in Gimmeldingen und Mußbach.

Bilanzkreismodell vorgesehen

Die Gesamtleistung der PV-Anlagen auf städtischen Dächern in Neustadt lag Ende 2024 bei 916 kWp, bis Ende dieses Jahres sollen 1440 kWp erreicht werden. Weil PV sich nicht überall realisieren lässt, ist ein Strombilanzkreismodell vorgesehen. Das bedeutet, dass die Verbräuche von Gebäuden wie Rathaus oder Saalbau ohne Möglichkeit auf PV mit den Erträgen von mit PV bestückten Dächern verrechnet werden. Ab 2025 sollen auch die Werte aus den zwei Schwimmbädern in das Modell einfließen.

In Mußbach war es wegen des Winds auf dem Flachdach nicht möglich, die Solarmodule stärker geneigt aufzustellen. Das verringert
In Mußbach war es wegen des Winds auf dem Flachdach nicht möglich, die Solarmodule stärker geneigt aufzustellen. Das verringert den Energieertrag.
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