Elmstein
Eidechsenparadies gefordert: Errichtung des Mini-Supermarkts wird teurer
Die Kosten für den neuen Mini-Supermarkt in Appenthal werden unter anderem wegen Auflagen der Unteren Naturschutzbehörde teurer. Das berichtete in einer Sitzung des Gemeinderats Elmstein in der vergangenen Woche und auf Anfrage der RHEINPFALZ Bürgermeister Rene Verdaasdonk (SPD), dessen Firma Reverda GmbH & Co. KG das Gebäude errichtet.
Damit auf dem Gelände des früheren Sägewerks Semmelsberger ein „Tante Enso“-Laden mit Automatenbetrieb angesiedelt werden kann, ist ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan erforderlich. Ein solcher muss immer öffentlich ausgelegt werden und es müssen Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange – von Behörden, Verwaltungen und Verbänden – eingeholt werden. Dabei sind laut Verdaasdonk 24 Stellungnahmen eingegangen. Bei den meisten handelt es sich um allgemeine Hinweise, um Formalien oder kleinere Aspekte, die in den Bebauungsplan aufgenommen werden oder die nicht berücksichtigt werden müssten.
Lebensräume von Tieren gefährdet
Anders sei das bei der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Bad Dürkheim, erklärt Verdaasdonk. Die kritisiert, dass kein ausreichendes Artenschutzgutachten erstellt worden sei und dass mit den Arbeiten bereits begonnen wurde. Die Behörde vermutet, dass durch diese Arbeiten Lebensräume von Eidechsen und potenzielle Lebensräume von Vögeln und Fledermäusen zerstört wurden. Deshalb wird ein Bußgeld angedroht.
Die Untere Naturschutzbehörde fordert, dass Ersatzhabitate für Reptilien geschaffen werden. Auch wird für die Bauarbeiten eine ökologische Baubegleitung gefordert. Falls noch Reptilien auf dem Gelände sind, müssten diese fachgerecht zu einem anderen geeigneten Lebensraum gebracht werden. Außerdem verlangt die Naturschutzbehörde eine stärkere Begrünung und eine insektenfreundliche Beleuchtung.
Bürgermeister und Gemeinderat nehmen die Auflagen ernst. Es werde nun „ein Paradies“ für Eidechsen geschaffen, sagt Verdaasdonk. Unter anderem würden im westlichen Bereich des Geländes eine Sandsteinmauer mit Möglichkeiten zur Eiablage für die Reptilien und ein Eidechsenzaun gebaut. Auch würden weitere Bäume und Pflanzen eingeplant.
Firma des Bürgermeisters übernimmt Kosten
Die Ratsmitglieder beschlossen nach Angaben von Verdaasdonk einstimmig den vorhabenbezogenen Bebauungsplan als Satzung. Ebenfalls einstimmig wurde einem Durchführungsvertrag zwischen der Gemeinde und der Reverda GmbH & Co. KG zugestimmt, in dem festgelegt ist, dass die Firma des Bürgermeisters sämtliche Kosten für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zahlt. Dabei ist von einem fünfstelligen Betrag die Rede.