Neustadt
Dr.-Welsch-Terrasse: So soll es für die Gartenschau aussehen (mit Bildergalerie)
„Die gute Nachricht vorweg“, sagte Anne Pieper zum Auftakt der Führung über die Dr.-Welsch-Terrasse am Mittwochnachmittag, „wir haben die Landesgartenschau nicht verschoben, sondern verlängert.“ Die Geschäftsführerin der Landesgartenschau-Gesellschaft erntete von den Teilnehmern wohlwollendes Gelächter. Natürlich war die Bemerkung Piepers augenzwinkernd gemeint, denn die für das kommende Jahr geplante LGS wurde schon auf 2028 verschoben, weil die Arbeiten auf dem Gelände nicht rechtzeitig fertig werden. Aber falsch war die Äußerung auch nicht, denn bereits im kommenden Jahr soll ein Gartenschau-Programm auf der Dr.-Welsch-Terrasse Besucher locken. Eigentlich sollte das parallel zu den Veranstaltungen auf dem Hauptgelände der LGS im Osten der Stadt geschehen, wird nun aber vorgezogen. Pieper wies die Besuchergruppe auf die LGS-Fahnen in der Parkanlage hin, auf denen 2027 als Veranstaltungsjahr zu sehen ist. Und dann bat sie, den Blick über die Stadt auf den einstigen „Monte Scherbelino“, der jetzt Panoramaberg genannt wird, zu richten. Dort werde dann 2028 gefeiert.
Doch vorher steht eben die Dr.-Welsch-Terrasse im Mittelpunkt, die rechtzeitig fertig wird. In etwa fünf Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, hieß es bei der Führung, an der das Interesse so groß war, dass am Mittwoch zwei Gruppen mit insgesamt mehr als 100 Teilnehmern übers Gelände geführt wurden. Und die mussten auch immer wieder zusammenrücken, damit alle etwas verstehen konnten. Auf der Warteliste stehen zudem noch weitere Interessierte, so dass die LGS-Gesellschaft einen zusätzlichen Termin plant.
Spielplatz komplett neu
Neben Pieper führte Pascal Kirschvink vom Planungsbüro Hofmann Röttgen aus Deidesheim über das etwa ein Hektar große Gelände, in dessen Sanierung und Erneuerung rund 2,7 Millionen Euro fließen. Derzeit steht es noch etwas „nackig“ da, wie Kirschvink sagte. Damit meinte er, dass die Beete gerade erst bepflanzt wurden und werden. Ein wichtiges Etappenziel sei, bis Ende April alle Pflanzen gesetzt zu haben, damit sie 2027 ihr zweites Frühjahr mitmachen. „Das wird alles blühen“, appellierte Kirschvink an die Fantasie der Teilnehmer der Führung.
Übergeordnetes Ziel sei, eine Aufenthaltsqualität für die Neustadter zu schaffen, wie es sie in früheren Jahren gegeben habe. Er betonte, dass die Grundstruktur der Terrasse im Wesentlichen erhalten bleibe, nur die neue barrierefreie Rampe greife darin ein. Diese muss übrigens noch gebaut werden. Außerdem stehen in den nächsten Monaten noch Arbeiten am Belag und an Sandsteinen an. Es fehlen auch noch ein paar Spielgeräte am Spielplatz, der am bisherigen Standort komplett neu gebaut wird. Kirschvink betonte, dass die Pflanzflächen neu angelegt würden, bei den großen Gewächsen, insbesondere den Bäumen man aber alles erhalten habe. Vorausgesetzt, die Bäume hätten eine Perspektive gehabt. Was in den nächsten drei bis fünf Jahren hätte gefällt werden müssen, habe man nun schon entnommen und werde es gleichwertig ersetzen. Das habe etwa die Zeder am Spielplatz betroffen, die durch einen Pilz und Trockenheit schwer beschädigt gewesen sei. Aber eine Douglasie und Koniferen, die Trockenschäden aufwiesen habe man stehen lassen, in der Erwartung, dass sie sich erholen. Entfernt wurden die Kakteen und Sukkulenten. Diese seien von der Stadt nicht mehr erwünscht gewesen, sagte Kirschvink auf Nachfrage eines Teilnehmers.
Wegen Wildschweinen: Zaun bleibt wichtig
Wegen der Trockenheit des Standortes, der stark der Sonne ausgesetzt ist, wurden Tropfleitungen verlegt. Auf diese Weise könne man die Anlage sehr ressourcen- und personalschonend bewässern, sagte der Planer. Ein Bürger wollte wissen, wie stark man das tun müsse oder werde. Kirschvink erwiderte, dass das im Ermessen der Stadt liege. Was gepflanzt werde, komme zwar gut mit warmen und trockenen Verhältnissen zurecht. Er sagte aber auch, dass es „ein Schildbürgerstreich“ gewesen wäre, die Anlage ohne Bewässerung zu planen.
Komplett erneuert wurde auch der Zaun. Dessen Notwendigkeit betonte Kirschvink. Denn kaum sei die alte Einfriedung abgebaut gewesen, „sind hier die Wildschweine durchgedüst“. Das Absperren der Anlage am Abend sei wichtig, um den tierischen Besuch zu verhindern, für den sich gerade im Winter reichhaltige Nahrung finden ließe.
Erneuert wurden Strom- und Wasserleitungen, die marode waren. Kirschvink sagte zu den Arbeiten: „Das war Archäologie, Pläne gab es keine mehr.“ Saniert werden sollen auch noch die sanitären Anlagen auf dem Gelände. Dafür sorge das Gebäudemanagement der Stadt, sagte Pieper.
„Wie in einem Kurpark“
LGS-Veranstaltungschefin Rebecca Siemoneit-Barum ging auf das Veranstaltungsjahr 2027 auf der Welsch-Terrasse ein. Auf der mittleren Ebene wird es demnach eine Bühne geben mit 180 bis 190 Zuschauersitzplätzen. Das dürfe man sich nicht wie eine große Bühne vorstellen, „eher wie eine Konzertmuschel in einem Kurpark“. Aus Rücksicht auf die Anwohner würden keine ganz großen Veranstaltungen geplant. Das Programm werde im Oktober veröffentlicht
Was viele Bürger interessierte, war, wie die Besucher zur Welsch-Terrasse gelangen. Lisa Brandstetter vom LGS-Team sagte, man sei noch am Anfang der Planungen, weil die Anlage ja ursprünglich in ein Shuttle-Konzept mit dem Hauptgelände eingebunden war. Es werde aber wieder eine Shuttle-Lösung geben.
Mit der Führung am Donnerstag hätte man auch einen Countdown starten können. Denn sie fand exakt ein Jahr vor Beginn der Gartenschau auf der Welsch-Terrasse statt. Am 15. April 2027 ist es soweit. Am 17. Oktober 2027 geht dieser erste Teil dann zu Ende.