Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Blauer Fleck auf schwarzer Karte

Der Wähler hat entschieden.
Der Wähler hat entschieden.

Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt: Bei den Wahlergebnissen gibt es krasse Unterschiede zwischen den einzelnen Orten.

Der Wähler hat entschieden, das Ergebnis der Bundestagswahl ist seit dem frühen Montagmorgen bekannt. Für die einen ein Grund zum Feiern, für die anderen eine schmerzliche Niederlage. Ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt außerdem: Die Menschen haben von Ort zu Ort sehr unterschiedlich gewählt. Die CDU hat in ihren einstigen Hochburgen nach dem Absturz 2021 wieder gut zulegt, bleibt indes fast überall unter den Ergebnissen von 2017. Tut sich die AfD in CDU-Hochburgen schwerer als anderswo? Häufig, aber nicht immer. Hätte ganz Deutschland so gewählt wie Forst, dann könnte die CDU (41,4 Prozent) vor Kraft kaum laufen, und die AfD (5,9) wäre eine kaum erwähnenswerte Randerscheinung. Allerdings ist die CDU auch in Deidesheim traditionell stark, die AfD liegt dennoch über dem Bundesdurchschnitt (21,7). Ihr bestes Ergebnis hat sie indes in Frankeneck eingefahren: 34 Prozent, die SPD, die den Bürgermeister stellt, hat nur 16,9 Prozent bekommen.

Haßloch galt einst als Hochburg der SPD, hat aber dieses Etikett spätestens seit der Bundestagswahl an die AfD verloren. Die Rechtspopulisten haben äußerst knapp die CDU überflügelt, von der sie noch bei der Kommunalwahl 2024 auf Distanz gehalten worden waren. Wenn es auch nur 15 Stimmen mehr für die AfD waren: Der einzige blaue Fleck auf der schwarzen Karte des Wahlkreises Neustadt-Speyer sorgt für ein Haßlocher Alleinstellungsmerkmal, auf das alle anderen Parteien wohl gerne verzichtet hätten. Für die Genossen dürfte es kaum tröstlich sein, dass die SPD in Haßloch wenigstens knapp 20 Prozent erreicht hat. In den 1950ern waren es dreimal so viel ...

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