Neustadt
Bedauern über Schließung der Netto-Filiale in Hambach
Die Regale im Netto-Discounter in Hambach sind bereits anderthalb Wochen vor dem endgültigen Aus leerer als sonst. Das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Ein Leser, der dort selbst regelmäßig einkaufen geht und seinen Namen nicht in der Zeitung wissen will, macht sich über das Ende der fünfjährigen Netto-Präsenz in der Weinstraße Gedanken. Denn vor allem für ältere Hambacher sei der Markt eine gute – und auch rege besuchte – Anlaufstelle gewesen. „Nicht nur, weil sie dort zu Fuß hingehen konnten, sondern auch, weil nicht alle einen großen Geldbeutel haben“, sagt der 74-Jährige. Für viele sei der neue Edeka-Markt am Diedesfelder Weg, der im August 2022 eröffnen soll, aus Nähe- und Kostengründen keine Alternative.
Ortsvorsteherin Gerda Bolz weiß, wie wichtig Netto für die Nahversorgung in Hambach ist – ganz unabhängig vom neuen Edeka. Die Neueröffnung habe überdies nichts mit der Netto-Schließung zu tun, sagt Bolz auf Anfrage, auch wenn ihr das schon zu Ohren gekommen sei.
Vertrag nicht verlängert
Sie habe befürchtet, dass der Tag X komme und der Discounter in der Weinstraße schließt, sagt sie auf Anfrage: „Trotzdem war ich überrascht, dass bereits Fakten geschaffen worden sind. Ich hätte mir gewünscht, es wären vorher Gespräche geführt worden, wie man das Problem vielleicht lösen kann, und um zu gucken, wer wo etwas investieren kann. Wir hatten gar keine Chance, zu reagieren.“ Alle Mitarbeiter seien auf andere Filialen verlegt worden.
Vor fünf Jahren sei der Vertrag zwischen der Immobilien-Eigentümergemeinschaft und der Netto Marken-Discount Stiftung geschlossen worden. Der Vertrag sei nun ausgelaufen und nicht verlängert worden. Das von Bolz genannte Problem, das ist vor allem die bauliche Situation. Laut der Ortschefin ist die ehemalige Abfüllhalle eines Weinguts, in der zwischenzeitlich der Discounter „Treff 3000“ untergebracht war, nicht mehr zeitgemäß. Daran haben wohl auch Modernisierungsarbeiten in der Zeit zwischen Treff-3000-Auszug und Netto-Einzug viel geändert. „Die Anlieferung über den Diedesfelder Weg ist schwierig, Parkplätze gibt es nur beschränkt, die ganze Halle ist sanierungsbedürftig“, nennt Bolz einige der Mankos.
Anfrage läuft
Ihr liege viel daran, dass es einen Ersatz für Hambach geben wird. Die Zukunft des Geländes sei noch offen. Der 74-jährige Hambacher vermutet indes, dass ein Investor das Gebäude kauft, abreißt und – wie bereits an anderen Stellen im Weindorf – dort hochpreisigen Wohnraum schafft.
Zu weiteren Details, etwa zu den genauen Gründen, weshalb der Vertrag zwischen dem Marken-Discounter und der Eigentümergesellschaft nicht verlängert wurde, läuft eine Anfrage bei dem Unternehmen, das im Übrigen ein Tochterunternehmen der Edeka Zentrale AG ist.