Neustadt Am Rande der Bande:

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Drei Tage lang war das Schweizer Wasserball-Nationalteam mit 13 Spielern im Stadionbad zu Gast. Seit vier Jahren ist der Deutsche Uwe Sterzik Trainer dieser Mannschaft. Der 50-Jährige war selbst ein erfolgreicher Wasserballer mit 342 Einsätzen für Deutschland. Dabei nahm er dreimal an Olympischen Spielen teil, holte mit Deutschland Bronze bei der Europameisterschaft 1995 und gar den europäischen Titel 1989. Wer sich mit Sterzik unterhält, könnte ein Buch über Wasserball schreiben. Zwei Jahre trainierte er von 1998 bis 2000 das deutsche Team. „Es war ein Himmelfahrtskommando. Eigentlich war ich dort zuerst als Jugendtrainer vorgesehen, musste dann kurzfristig die Nationalmannschaft übernehmen“, erinnert er sich. Mit der gescheiterten Olympia-Qualifikation für Sydney kam das Aus. Seit 2000 gibt Sterzik Sportkurse an der Hochschule in Zürich. Mit Horgen und Schaffhausen wurde er als Coach Schweizer Meister. Doch die Schweizer, zwar irgendwie mit viel Wasser gesegnet, allerdings über viele Monate des Jahres im gefrorenen Zustand, sind mehr eine Wintersport-Nation. Im Wasserball stuft sie Trainer Sterzik zu den Teams in der dritten Reihe in Europa ein. „Rang 15 plus x“, meint er. Das alpenländische Team gehört schon alleine deshalb zu den internationalen Wasserball-Exoten, weil es in der Schweiz kaum Hallenbäder mit einem 50-Meter-Becken wie etwa in Neustadt gibt. Daher wird die Saison überwiegend während des Sommers gespielt. Im Winter gibt es mit den acht Teams der Ersten Liga in Turnierform eine spezielle „Winterrunde“. Die Punkte werden in die Sommerrunde übernommen. Neustadt kennt Sterzik noch von einem Aufstiegsspiel zur Ersten Liga mit Duisburg 98 vor 18 Jahren. „Wir spielten gegen den SCN unter seinem damaligen Trainer Peter Jacqué und stiegen dank des besseren Torverhältnisses auf“, erzählt Sterzik. In seinem aktuellen Team befinden sich auch Spieler mit Migrationshintergrund. So wie Ricardo Lucato, dessen Eltern beide Brasilianer sind. Er kam über seinen Vater, der aktiver Nationalspieler Brasiliens war, zum Wasserball. Aus Serbien kommt Peter Bjelajac. Als ehemaliger Schwimmer wollte er lieber mit einem Ball trainieren, zumal sein Vater aktiver Basketballer war. Einer der Leistungsträger ist Marc Herzog, ein echter Schweizer. Der 23-Jährige bestritt bereits 50 Länderspiele. „Wir sind alle sehr flexibel, spielen mal auf dem Flügel, mal als Centerverteidiger“, sagt er. Center Alexander Hersmann hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Sein Vater ist Schweizer. Der Bundesligaspieler des deutschen A-Gruppenteams Waspo Hannover klopfte 2015 bei Sterzik an, ob er für die Schweiz antreten könne. Das Trainingslager in Neustadt ist für alle ideal. Er wolle seinem Team mal eine andere Mannschaft zeigen. Dabei sollten seine Spieler etwas vom Gegner lernen, aber auch nicht einfach in den Trainingsspielen untergehen, so Sterzik. Sein Team absolvierte am Samstag und Sonntag vor einer Woche jeweils eine zweistündige Einheit vor dem Frühstück, am Nachmittag gab es außerdem ein Testspiel gegen den SCN. Er war besonders darauf gespannt, ob sich die Prognose bewahrheitet „am zweiten Tag eines Trainingslagers beginnt das Sterben“. Damit meinte er, dass sich die Belastungen der vielen Trainingseinheiten innerhalb kürzester Zeit auf seine Jungs doch auswirken. Schließlich sind die Spieler des Schweizer Nationalteams ebenso wenig Profis wie die Spieler des SCN. Als Exoten innerhalb der Elite-Länderauswahlen weltweit geraten die Eidgenossen meist deutlich ins Hintertreffen. Auch bei den beiden Testspielen in Neustadt war es für die körperlich starken Schweizer nicht leicht. Sie verloren mit 8:13 und 8:10, verkauften sich jedoch auch noch am Sonntag recht teuer bei der Niederlage mit nur zwei Toren Unterschied. Insgesamt gilt ebenso für Sterzik das Fazit, das der SCN-Trainer Davorin Golubic schon gezogen hatte: „Es war ein perfektes Wochenende. Wir werden sicher wiederkommen.“ „Im Hohenloher Land ist die Welt noch in Ordnung.“ Das mögen zumindest diejenigen Anhänger des 1. FFC Niederkirchen gedacht haben, die den Frauenfußball-Zweitligisten am vergangenen Sonntag zu dessen Auswärtsspiel beim TSV Crailsheim begleitet und nach der Ankunft des Busses am Schönebürgstadion vor dem Anpfiff noch einen Abstecher in die nahegelegene Innenstadt unternommen haben. Die Sportanlage fügt sich ebenso malerisch wie das zuletzt aufgesuchte Wetzlarer Stadion in die ländliche Gegend ein. Und von Hektik war auch in Zentrum der drittgrößen Stadt der Region Heilbronn-Franken nichts zu spüren. In der Halbzeit des Spiels bekamen die Gastgeber jedoch einen Minuspunkt verpasst: Schon kurz nach dem Ende der ersten Hälfte war am Imbissstand der Kuchen ausverkauft. „Die hatten auch nur ein paar Stücke da“, glaubte sich eine mitgereiste Niederkirchenerinnen zu erinnern. „Wir können ja nach Hause fahren und noch einen holen“, meinte ein anderer ironisch. Von den Heimspielen sind die Niederkirchener Anhänger durchaus mehr gewohnt, denn die Jugendabteilung des FFC offeriert regelmäßig eine so große Auswahl an Kuchen und Torten, dass der Platz in dem dafür zur Verfügung stehenden Gebäude kaum ausreicht, um alle Platten hinzustellen. Ein solches Kuchenbuffet kennt man in unserer Region ansonsten nur von den Heimauftritten des Männer-Landesligisten SV Geinsheim. Trotzdem hielt sich noch in Hälfte zwei fast der gesamte FFC-Anhang während des Spiels in Crailsheim auf der Gegentribüne auf, hinter der sich der Kuchenstand ohne Kuchen befand. Die Niederkirchener, die darauf verzichteten, zur Sitztribüne auf der anderen Seite des 1976 für 2,28 Millionen Mark erbauten Stadions zu laufen, bekamen deshalb immerhin zwei weitere Missstände nicht mit: Während die Zuschauer auf den Stehplätzen zumindest bis zum Schluss mit Bratwürsten versorgt wurden und es für anspruchsvollere Wünsche auch nicht weit zur Vereinsgaststätte des TSV Crailsheim hatten, mussten die Fans auf der 2008 errichtete Tribüne feststellen, dass es dort weder einen Cateringbereich noch Toiletten gibt. Andererseits: Wer nichts zu essen und zu trinken hat, der braucht ja auch kein WC, oder? |kle

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