Neustadt Am Rande der Bande:

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Die Deutschen besitzen rund 72 Millionen Fahrräder. Diese eindrucksvolle Zahl veröffentlicht der Zweirad-Industrie-Verband kurz vor Beginn der Eurobike, der Fahrradmesse, die in dieser Woche in Friedrichshafen am Bodensee stattfindet. Das Fahrrad sei als Mobilitätspartner so beliebt wie schon lange nicht mehr, heißt es ergänzend in einer Pressemitteilung. Und die Fahrradindustrie habe sich in den vergangenen beiden Jahren über deutliche Zuwächse freuen dürfen: So rechnet der Verband für 2016 mit mehr verkauften E-Bikes als je zuvor. Die Prognose: 560.000 Stück – dies entspreche einem Wachstum von fünf Prozent. Der Verband erwähnt auch, dass der Anteil der Radfahrer am Straßenverkehr einen immer höheren Stellenwert bekomme. So sollten Radschnellwege in Zukunft vom Bund stärker gefördert werden. In der Pressemitteilung wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zitiert. Sie hatte bei der Eurobike-Eröffnung 2013 gesagt, dass „es beim Radfahren vielerlei Vorteile gibt: kein Lärm, wenig Emissionen, es ist umweltfreundlich und gesundheitsförderlich ...“ Nun, das mit dem Gesundheitsförderlichen ist so eine Sache. Das wissen vor allem Radfahrer, die schon böse gestürzt oder gar von einem Auto angefahren worden sind. An diese Stelle passt ein Hinweis, eine Bitte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz, zu dem auch die Polizeidirektion Neustadt gehört. Für viele sei der Fahrradhelm ein lästiges Accessoire. „Er ist frisurschädigend, uncool und eigentlich unnötig, wenn ich nur mal kurz zum Bäcker fahre“, kennt die Polizei die fadenscheinigen Ausreden der Helmmuffel. Doch ein Sturz könne immer und überall und vor allem jedem passieren. „Nur ein Helm schützt in diesen Fällen vor Kopfverletzungen und den zum Teil schweren Folgen“, schreibt die Polizei und verweist auf nachdenklich machende Zahlen: 2015 haben sich 1056 Radfahrer bei Stürzen im Bereich des Polizeipräsidiums Rheinpfalz zum Teil schwer verletzt. Fünf Radfahrer starben. Die Polizei bleibt deshalb nicht untätig: In der Präventionskampagne #HirnTrägtHelm dokumentiert sie in einer Videosequenz auf ihrem Twitterkanal (twitter.com/pp_rheinpfalz), dass eine kopfgroße Melone aus einer Wurfhöhe von rund 180 Zentimetern Höhe beim Aufprall auf den Boden völlig auseinanderbricht. Dagegen kommt die behelmte Melone „unverletzt“ davon. Einer Studie zufolge könne mit einem Helm das Risiko von Kopfverletzungen um 42 Prozent reduziert werden, betont die Polizei und appelliert „an alle Fahrradfahrer, ob jung oder alt, bei jeder Fahrt einen Helm zu tragen“. Und Erwachsene sollten mit gutem Beispiel vorangehen und Vorbild für die Kinder sein, sagen die Beamten. Wie oft sind fahrradfahrende Eltern mit ihren Kindern als schlechtes Beispiel zu sehen: Die Kleinen sind behelmt, Papa und Mama aber fahren „oben ohne“. Die Polizei bittet: „Denken Sie also vor Ihrer nächsten Fahrt mit dem Rad an den Helm ... Er verringert im Fall eines Sturzes die Gefahr schwerer Verletzungen. Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen ... Ihre Polizei.“ Höhepunkt der Fans des regionalen Fußballgeschehens ist zweifellos das morgen, Sonntag, anstehende Derby der Bezirksliga Vorderpfalz zwischen dem VfL Neustadt und dem 1. FC 08 Haßloch. Es wird auch höchste Zeit, dass die beiden Traditionsclubs wieder einmal in einem Punktspiel aufeinandertreffen. In den vergangenen 40 Jahren gehörten der VfL und die 08er nur vier Jahre der gleichen Spielklasse an, in der Saison 1987/88 der Bezirksliga Vorderpfalz und von 1996 bis 1999 der Verbandsliga Südwest. Das letzte Punktspiel liegt deshalb bereits über 17 Jahre zurück. Für die Neustadter ist es jedenfalls kein gutes Zeichen, wenn sie mit den Haßlochern in der gleichen Liga angesiedelt sind, denn zwei dieser vier gemeinsamen Spielzeiten beendete der VfL als Tabellenletzter (1987/88 und 1998/99). Wenn das dieses Mal nur gut geht – der VfL ist schon wieder schlecht gestartet, noch sieglos und liegt mit drei Punkten aus sechs Spielen auf Platz 14 ... Wenn man sich auf den Stadionsprecher und den Schiedsrichter verlässt, ist man manchmal verlassen, zumindest als RHEINPFALZ-Mitarbeiter. So geschah es am vergangenen Sonntag bei der Begegnung des ersten Spieltages der Zweiten Frauenfußball-Bundesliga Süd zwischen dem 1. FFC Niederkirchen und dem TSV Schott Mainz. Nach dem 2:1-Führungstreffer für die Niederkirchenerinnen vermeldete FFC-Stadionsprecher Thomas Forsch Michelle Baumann als Torschützin, und der später veröffentlichte Spielbericht der Schiedsrichterin bestätigte dies. Tatsächlich erzielte aber Kaya Buhl den Treffer, und dies wurde zwischenzeitlich auch offiziell in den Berichten und der Torjägerliste des Verbandes korrigiert. Michelle Baumann muss deshalb auch weiterhin auf ihr erstes Pflichtspieltor im FFC-Trikot warten. Aber schon am Sonntag hat sie die Chance, dies beim Auswärtsspiel im mittelfränkischen Weinberg zu ändern. |sab

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