Neustadt
1000 Satellites erweitert Gemeinschaftsbüro im Quartier Hornbach
Coworking ist das Zauberwort von Caro Windlin, Gregory von Abendroth und Markus Hummelsberger. Coworking ist ein englisches Wort und beschreibt die Entwicklung neuer Arbeitsmodelle. Im Grunde geht es darum, dass auf lange Wege zum Arbeitsplatz im Büro des Arbeitgebers auch verzichtet werden kann. Und wer dann nicht immer nur für sich alleine daheim im Homeoffice sitzen möchte oder dort nicht über die nötige Infrastruktur verfügt, kann in Gemeinschaftsbüros (Coworking Spaces) kommen. Das Konzept: Man muss nur seinen Laptop mitbringen und kann ansonsten auf die Infrastruktur vor Ort – also schnelles Internet, Bildschirme, Büromöbel – zurückgreifen. Gegen eine gewisse Gebühr natürlich – und genau das ist das Geschäftsmodell von 1000 Satellites (Mannheim).
Die Gründer Windlin, von Abendroth und Hummelsberger kommen alle von der BASF und wollen ihre Gemeinschaftsbüros in der gesamten Metropolregion etablieren. Von Abendroth: „Wir haben geredet und gemerkt, dass wir für unsere Tätigkeit am PC nicht immer ins Büro pendeln müssen, da es ohnehin um Firmen in der gesamten Welt geht.“ So war die Geschäftsidee von 1000 Satellites entstanden, und die Arbeit mit den Gemeinschaftsbüros begann vor zwei Jahren. Der BASF-Vertrag ruhe seither, da die drei ins BASF-Gründungszentrum delegiert seien, sagt von Abendroth. Zunächst ging es darum, den Markt in der Region zu testen. „Wir wollen es schaffen, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass ein Teil ihrer Mitarbeiter bei uns arbeiten kann.“ Trotz der Corona-Einschränkungen habe sich das Konzept bewährt, freut sich von Abendroth. Daher sei für November die „Ausgründung als eigene GmbH“ vorgesehen.
Bisher drei eigene Standorte
15 Mitarbeiter hat 1000 Satellites mittlerweile. Das junge Unternehmen betreibt aktuell drei Gemeinschaftsbüros: in Neustadt (30 Arbeitsplätze), Mannheim (100) und Wachenheim (20). Über 200 Kunden nutzen die Arbeitsplätze derzeit, sagt von Abendroth. Für sie gebe es über Partner zudem weitere Büromöglichkeiten in Heidelberg, Darmstadt und Stuttgart. Die 1000 Satellites wollen zudem bald erweitern: Geplant sei ein Standort in Speyer. Außerdem gebe es noch eine Idee, die von Abendroth aber noch nicht konkretisieren möchte.
„Ganz vage“ seien zudem Überlegungen, auch in der Neustadter Innenstadt ansässig zu werden. Denn aktuell haben die Satellites-Macher noch alle Hände voll zu tun mit ihrem Projekt im Quartier Hornbach. Dort begann das Unternehmen vor einem Jahr mit etwa 140 Quadratmetern. Jetzt erfolgte die Erweiterung auf 400 Quadratmeter. Der ursprüngliche Raum kann nun für Workshops genutzt werden. Ansonsten stehen 30 Arbeitsplätze sowie Besprechungsräume zur Verfügung. Bei der Namensgebung habe man sich um einen Neustadt-Bezug bemüht, erklärt Mitarbeiterin Theresa Eichhorn beim Rundgang und verweist auf Raumnamen wie Schubkärchle, Eselsburg oder Mandelblüte.
Moderne Arbeitswelt
Laut von Abendroth hat die Geschäftsidee der Gemeinschaftsbüros von Corona eher profitiert, als dass sie Schaden genommen hat. In den Neustadter Räumen gebe es ein ausgeklügeltes Hygiene- und Reinigungskonzept, sodass es noch zu keinen Problemen gekommen sei. Außerdem habe die Pandemie gezeigt, dass die Bedeutung klassischer Büros am Firmensitz abgenommen habe, so von Abendroth. Die Gemeinschaftsbüros seien eine weitere wichtige Komponente der modernen Arbeitswelt. Man reduziere den Aufwand für Pendler und biete trotzdem eine hohe Qualität bei der Büroausstattung. Die Nutzer könnten dafür Tagestickets buchen, erklärt der 43-Jährige. Die Preise liegen dann etwa für Nutzung an fünf Tagen pro Monaten bei 149 Euro.
Um das Konzept bekannter zu machen, plant 1000 Satellites ab 5. Juli eine Eröffnungswoche mit kleinen Veranstaltungen morgens und abends. 20 Personen könnten an den Werktagen jeweils die Einrichtung nutzen und testen. Wer sich dafür interessiert, bekommt weitere Informationen auf der Homepage: www.1000satellites.de.