Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Tag eins nach der Sperrung des Fahrlachtunnels: Das große Chaos bleibt aus

Parallel zum Fahrlachtunnel stockte zwar ein wenig der Verkehr. Die kleineren Staus lösten sich aber schnell auf.
Parallel zum Fahrlachtunnel stockte zwar ein wenig der Verkehr. Die kleineren Staus lösten sich aber schnell auf.

Am Dienstag traf die plötzliche Sperrung die Autofahrer noch unvorbereitet, waren Hauptverkehrsstraßen und Nebenstrecken im Feierabendverkehr dicht. Bis Mittwochmorgen hat sich die Sperrung herumgesprochen. Im Berufsverkehr kam es nicht zum befürchteten Verkehrskollaps.

Die Polizei war auf das Schlimmste vorbereitet. Schon früh knatterte ein Hubschrauber über dem Mannheimer Süden. Die Beamten der Motorradstaffel patrouillierten die Ausfallstrecken, wollten bei Problemen schnell eingreifen. Nur: Es gab keine nennenswerten. „Es gibt keinen Stau“, sagte gegen 8.30 Uhr ein Motorradpolizist, der gerade von der Autobahn kam und die Zufahrt zur Augustaanlage im Blick hatte. Auch Büroangestellte, die bereits eine Stunde zuvor unterwegs gewesen waren, trafen auf kein Chaos. Autobahn und Augustaanlage waren nicht voller als an jedem gewöhnlichen Arbeitstag.

Lag es an der Urlaubszeit? Sind die Menschen einfach auf das Fahrrad umgestiegen? Oder gleich im Homeoffice geblieben? Es sind nur Vermutungen. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH teilte auf Anfrage mit, dass sie keine sprunghaft gestiegenen Fahrgastzahlen registrierte. Nach der Schocknachricht, dass der Fahrlachtunnel wegen Mängeln an der Betriebstechnik viele Monate komplett gesperrt wird, haben nicht wenige eine andere Situation auf den Mannheimer Straßen erwartet.

Kleinere Probleme an einer Stelle

So etwas wie einen Stau gab es am Neckarauer Übergang. Von der Innenstadt kommend standen die Autos bis etwa zur Mitte der Brücke über die Bahngleise. Von der B 36, die hinter dem Hauptbahnhof seit wenigen Monaten den Namen „Helmut-Kohl-Straße“ trägt, aber im Volksmund weiterhin nur „Südtangente“ genannt wird, in Richtung Süden, also genau auf den mittlerweile gesperrten Fahrlachtunnel zu, standen die Autos über eine kurze Strecke Stoßstange an Stoßstange. Ein schmaler Weg, auf dem es normalerweise reibungslos parallel zu den Tunnelröhren in Richtung Neckarauer Übergang geht, staute es sich beinahe bis zurück an die Ampel.

Aus polizeilicher Sicht war das alles keiner Rede wert. Die Befürchtungen waren größer. Selbst auf den Ausweichstrecken über den Stadtteil Lindenhof und in der Neckarauer Straße, wo derzeit noch mindestens bis zum Ende der Sommerferien Gleise erneuert werden, hielt sich der Andrang in Grenzen. Trotz streckenweise einspuriger Verkehrsführung ging es auch hier zwar stockend, aber wenn dann nur über wenige hundert Meter. Und das auch nur stadtauswärts. Stadteinwärts gab es praktisch keine Einschränkungen. Die Polizei hatte Schlimmeres befürchtet.

Polizei überrascht

Die als neuralgisch eingeschätzten Strecken waren weit von einer Überlastung entfernt, wie die Polizei und der Blick auf den Staumelder im Internet bestätigten. „Das kam auch für uns ein wenig überraschend“, räumte ein Polizeisprecher ein. Über den Grund dafür konnte er nur spekulieren. „Die Ferien haben möglicherweise eine Rolle gespielt.“ Es könne aber auch an der umfassenden Berichterstattung aller Medien über die Sperrung gelegen haben. Auch im Feierabendverkehr gab es laut einem Sprecher keine größeren Probleme. Auf das Treiben in der Innenstadt hat die Sperrung offenbar ebenfalls wenig Auswirkungen gehabt. „Die Frequenz entsprach in etwa einem normalen Wochentag während der Ferien“, sagte Hendrik Hoffmann, Geschäftsführer des Stadtquartiers Q6/Q7 und Vizepräsident des Handelsverbandes Nordbaden.

Auf dem Parkring floss der Verkehr ebenfalls recht normal.
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Die größten Behinderungen gab es am Neckarauer Übergang.
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