Mannheim
Starkoch geht nach Engelhorn-Trennung eigene Wege
„Nach meinen gesammelten Erfahrung in der Spitzengastronomie ist es nun Zeit für mich, eigene Wege zu gehen“, sagte der 35-jährige Brandt gestern auf Anfrage. Die Entscheidung, sich zu trennen, soll erst vor wenigen Tagen erfolgt sein. Und nun geht alles ganz schnell: In dieser Woche steht Brandt in dem mit zwei Michelin-Sternen dekorierten Restaurant zum letzten Mal am Herd.
Brandt war seit 2013 Chefkoch des Restaurants in dem Mannheimer Modehaus und zudem Geschäftsführer der Engelhorn Gastro GmbH mit insgesamt fünf Lokalen, drei Bars und einer Chocolaterie. Die Trennung erfolgte angeblich im besten gegenseitigen Einvernehmen. „Unser gemeinsamer Weg, an dessen Anfang mein Vater als Visionär und Herr Brandt als aufsteigender junger Koch zusammengefunden haben, geht nun nach fast sieben Jahren zu Ende.“ So lässt sich Fabian Engelhorn, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens, in einer Pressemitteilung zitieren.
Über die Hintergründe für die Trennung, ob es möglicherweise unterschiedliche Vorstellungen über das künftige gastronomische Konzept gibt, wollte sich der Spitzenkoch nicht äußern. Mit der Corona-Situation soll die Entwicklung nichts zu tun haben.
Brandts Pläne für die Zukunft
Der im Juli 2019 verstorbene Richard Engelhorn hatte sich 2006 einen Traum erfüllt und mit dem Le Corange ein Gourmetrestaurant im Modehaus eröffnet. Im August 2013 ging er einen weiteren Schritt und holte auf Empfehlung der Drei-Sterne-Kochlegende Harald Wohlfahrt das damals 27-jährige Kochtalent Tristan Brandt nach Mannheim. Bereits im ersten Jahr nach der Eröffnung des Opus V erkochte dieser den ersten Michelin-Stern. 2016 schon folgte der zweite. Damit war Tristan Brandt Deutschlands jüngster Zwei-Sterne-Koch.
Die Suche nach einem neuen Chefkoch für das Gourmetlokal läuft. „Das Opus V soll Sternegastronomie bleiben“, betont Fabian Engelhorn, der die Geschäftsführung der Engelhorn Gastro GmbH übernommen hat. Den Betrieb soll so lange das Team aus Köchen und der Restaurantleiter aufrechterhalten.
Brandt kündigte an, der Spitzengastronomie und der Region verbunden zu bleiben. Vom Standort Mannheim ist er nach wie vor überzeugt. Eine Kombination aus Gourmetlokal und Bistro könne er sich gut vorstellen. Die derzeitigen Beschränkungen hält der 35-Jährige gerade in der Spitzengastronomie für problematisch. „Was die Ausgaben betrifft, ist es egal, ob ich für 20 oder 30 Personen koche. Der Personalaufwand ist trotzdem da.“ Selbst bei vollständiger Auslastung sei es sehr schwer, ein Sternelokal gewinnbringend zu führen.