Wochenspiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Zwischen Dubbebechern und Demo-Flaute

Mit einem Grinsen: die Spitze des neuen Rathauses.
Mit einem Grinsen: die Spitze des neuen Rathauses.

Betriebsräte: Dubbe und Stimmen

In vielen Unternehmen stehen Betriebsratswahlen an. In der BASF auch. Dort ist die Gewerkschaft IG BCE der Platzhirsch, die dort einen richtigen Wahlkampf für ihre Liste führt. Dabei wird geklotzt und nicht gekleckert: 40.000 Dubbegläser mit dem Gewerkschaftslogo werden an die Aniliner verteilt. Eigentlich sind es eher Becher, denn die Gefäße sind aus Plastik. Aus rotem Plastik – passend zum Gewerkschaftsschriftzug, und auch der Werkstoff passt ja zu einem Chemiekonzern. Die Dubbebecher sollen dem Vernehmen nach reißenden Absatz finden. Denn im Gegensatz zum Dubbeglas sind die Becher unzerbrechlich und eignen sich für den Wanderrucksack oder die Campingkiste. Bleibt abzuwarten, ob die Beschenkten nun ihr Kreuz bei der IG BCE machen. Bei einem Wahlsieg kann die Gewerkschaft die Sektkorken knallen lassen und aus ihren Dubbebechern einen großen Schluck nehmen.

Rathaus: Pläne und Logo

Anstoßen würden wohl auch die Verantwortlichen bei Pro Concept, wenn sie den Zuschlag für ein neues Rathaus bekämen. Doch die Architekten haben bei der Visualisierung des Gebäudes einen Fauxpas begangen: An der Dachkante grüßt neben dem Schriftzug „Ludwigshafen – Stadt am Rhein“ das fröhliche LU-Zwinkergesicht. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck hatte nach ihrer Wahl das polarisierende Logo abgeschafft. In den Plänen der Architekten ist es nun wieder zu sehen. Bringt dies das Neubauprojekt an der Rheinschanze ins Wanken? Bisher handelt es sich nur um eine Computeranimation, die sich mit ein paar Mausklicks verändern lässt. Falls die Planer den Entwurf einmal dem Stadtrat persönlich präsentieren dürfen, ein heißer Tipp: Zwinkergesicht weglassen und stattdessen einen Anker einfügen. Die OB ist bekennender Anker-Fan, den trägt sie sogar als Kette um den Hals.

„Spaziergänger“: Demos und Flaute

Zum Hals heraus hängen manchen die überwiegend an den Haaren herbeigezogenen Argumente sogenannter Spaziergänger, die seit Mitte Dezember immer am Montagabend gegen staatliche Pandemie-Maßnahmen wettern – und die Polizei auf Trab halten. Was ihr gutes Recht ist. Verstehen muss man das dennoch nicht. Speziell in Ludwigshafen hatten die zum Glück überwiegend friedlichen Demos ohnehin nicht viel Zulauf. 80 waren es in der Spitze, vorigen Montag nur noch halb so viele. Die Resonanz flaut merklich ab – ob es an den bevorstehenden Lockerungen liegt? Oder hat sich bei einigen doch die Einsicht durchgesetzt, dass wir hier nicht in einer Corona-Diktatur leben? Ist ja auch wurscht. Lieber spät als nie. Gut, dass sich am Donnerstagabend viel mehr Menschen, nämlich rund 100, am Berliner Platz trafen, um gegen den Kriegstreiber Putin und für Frieden zu protestieren. Wir sind Ukraine!

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