Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Stadtteile kommen sich näher: Eine Brücke aus Holz als Verbindung

Die Arbeiten an der Rampe für die Brücke haben begonnen.
Die Arbeiten an der Rampe für die Brücke haben begonnen.

Eine spektakuläre Brücke für Fußgänger und Radfahrer im Mannheimer Norden nimmt Gestalt an. Das Bauwerk soll bald den neuen Stadtteil Franklin mit Vogelstang verbinden.

Noch trennt die viel befahrene B38 Franklin auf der einen und Vogelstang auf der anderen Seite. Eine 45 Meter lange Brücke aus Holz in fünf Metern Höhe soll die beiden Stadtteile noch in diesem Jahr miteinander verbinden – für Fußgänger und Radfahrer und barrierefrei. Die Bauarbeiten kommen nun in eine entscheidende Phase.

Beim sogenannten Franklin-Steg handelt es sich nach Angaben der Mannheimer Projektentwicklungsgesellschaft um eine außergewöhnliche Konstruktion. Sie gilt als längste integrale Holzbrücke der Welt, bei der auf Lager und Fugen verzichtet wird. Die riesigen Teile seien weitgehend im Werk im Emsland vorgefertigt worden. Am Sonntag ist der Hauptkörper der Brücke angeliefert worden – Trägerelemente mit einer Länge von 45 Metern. Sie haben Mannheim als Schwertransport über die Autobahn erreicht. Zwischengelagert wird die Konstruktion auf einer Fläche im Stadtteil Franklin, die direkt an die B38 grenzt.

Bau der Rampe hat begonnen

„Der Steg ist mehr als eine Überquerung – er verbindet Franklin auf ganz natürliche Weise mit der bestehenden Nachbarschaft und schafft einen echten Mehrwert für Mannheim. Mit einer innovativen Brücke in Holzbauweise setzen wir ein Zeichen für zukunftsfähige, nachhaltige Stadtentwicklung, von der alle Generationen profitieren“, sagt MWSP-Geschäftsführer Achim Judt. Den Auftakt der Arbeiten vor Ort machte die Rampenkonstruktion auf der Vogelstangseite, deren Montage bereits vor einigen Tagen begonnen hat.

Für das Projekt erhält die Stadt Mannheim eine 100-prozentige Zuwendung aus einem Bundesprogramm zur Verbesserung des Radverkehrs in Höhe von rund neun Millionen Euro. Der Entwurf der Konstruktion stammt von der Arbeitsgemeinschaft Knippers Helbig GmbH aus Stuttgart und dem Londoner Büro DKFS Architects. Er wurde aus 15 eingereichten Beiträgen ausgewählt.

Der spannendste Teil
So soll die Brücke über die B38 aussehen.
So soll die Brücke über die B38 aussehen.

Den spannendsten Schritt kündigt MWSP für das letzte Augustwochenende an. Dann sollen die 81 Tonnen schweren Teile eingehoben und in die Widerlager gespannt werden. Direkt danach folgen die Belagsarbeiten. Der Einhub findet voraussichtlich in der Nacht von Samstag, 30. August, auf Sonntag, 31. August, statt. Für diese Arbeiten muss die B38 von 30. August, 22 Uhr, bis Montag, 1. September, 4 Uhr, in beide Richtungen voll gesperrt werden. Der Verkehr soll außerhalb und innerhalb Mannheims großflächig umgeleitet werden. Umleitungen sollen ausgeschildert werden. Wenn die Brücke über die B38 fertig ist, steht noch der Anschluss an das Wegenetz an. Es entstehen Fuß- und Radwege samt Beleuchtung bis zum Platz der Freundschaft in Franklin. Die Brücke soll noch in diesem Jahr für den Fuß- und Radverkehr freigegeben werden und als sicherer Schulweg zwischen den Stadtteilen zur Verfügung stehen.

Die Brücke soll Neues mit Bestehendem verbinden. Franklin gilt als eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in ganz Deutschland. Hier, im Nordosten der Stadt, direkt am Käfertaler Wald, wächst der 38. Stadtteil Mannheims heran. Mehr als 7000 Menschen leben dort bereits, 10.000 sollen es noch werden. Etwa 2000 Arbeitsplätze sollen auf der 144 Hektar großen Fläche entstehen. Grundgedanke bei der Entwicklung des Stadtteils war es, die bestehenden Strukturen aus der größten amerikanischen Wohnsiedlung in Deutschland zu durchbrechen und ein spannendes Viertel zu gestalten. Der Stadtteil Vogelstang ist eine große Wohnsiedlung auf der anderen Seite der Bundesstraße, die in den 1960er-Jahren angelegt wurde. In Franklin beginnt der Steg mit einer Rampe im grünen Freiraum des Quartiers Columbus, auf der Vogelstang-Seite wird ein Platz entstehen.

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