Mannheim
Franklin-Steg soll bis Ende September fertig sein
Die neue Fuß- und Radwegbrücke über die stark befahrene B38 soll eine Vernetzung zwischen dem neuen Stadtteil Franklin und Vogelstang schaffen. Der Spatenstich erfolgte bereits 2023, die Fertigstellung des Franklin-Stegs war für Ende 2024 anvisiert. Lange ließ die Realisierung der vielleicht längsten integralen Holzbrücke der Welt auf sich warten. Nun steht im Sommer der Einhub an.
In einem Werk im Emsland wird der Hauptspann der Brücke gerade gefertigt. Zwei jeweils 45 Meter lange Hauptträger aus Holz werden beim Einhub in die bereits bestehenden Widerlager „eingeklemmt“ und als integrale Holzbrücke also ohne zusätzliche Lager und Fugen auskommen. „Die Auflage wird aus Carbonbeton bestehen. Das ist ein neuartiger Baustoff, der widerstandsfähig gegen Rost ist sowie leichter“, teilte Georg Bock von der Mannheimer Stadtentwicklungsgesellschaft MWSP zuletzt im Ausschuss für Umwelt und Technik mit.
Konstruktion weniger wartungsanfällig
Eine „robuste“ Holzkonstruktion soll es sein, die im Gegensatz zu bisherigen Fuß- und Radbrücken weniger wartungsanfällig sei. „Mit 45 Metern wird es die längste integrale Holzbrücke der Welt sein“, verkündete Bock. Per Helix – gerne auch Schneckennudel genannt –, soll man sich auf der Vogelstanger Seite bis zum höchsten Punkt der Rampe heraufschrauben. Auf der anderen Seite wird im Columbus-Park eine Erdrampe angebracht, mit einem Pfad, der Richtung Bauhaus und Friendship-Park führt. Dieser wird gerade hergestellt.
Vorarbeit wurde bereits geleistet. Die Widerlager aus Massivbau warten bereits auf den Hauptträger. „Da es sich um ein Unikat handelt, gibt es einige Prüfverfahren“, nannte Bock einen der Gründe für die Verzögerung. Auch von Lieferengpässen beim Material sowie den Herausforderungen, geeignetes Fachpersonal für die Ausführung zu finden, blieb man nicht verschont. Der Bau sehe daher recht lange unfertig aus, bis das Mittelteil zum Schluss im Ganzen eingehoben wird.
Einhub für Sommer geplant
Im Sommer soll der Brückenhauptkörper eingehoben werden. Dann folgen Restarbeiten, wie beispielsweise an der Erdrampe oder am Geländer. Ende September solle die Brücke dann von Passanten und Pedalrittern genutzt werden. „Es wird eine direkte, sichere und barrierefreie Möglichkeit, um von Vogelstang nach Columbus zu kommen“, sagt Bock. Immerhin: Die Kosten für die Stadt liegen laut Baudezernent Ralf Eisenhauer weiterhin bei null Euro. Das Neun-Millionen-Euro-Projekt werde als „klimaneutrales Mobilitätsangebot bei der Schaffung neuer Quartiere“ komplett über das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert.
Für Franklin erfolgt somit ein weiterer, entscheidender Baustein der Vernetzung. Zwar tingeln die Straßenbahnen schon ein und aus. Wer zu Fuß oder per Rad unterwegs ist, für den wirkt der neue Stadtteil noch ein wenig abgekapselt. Der Steg verbinde daher laut Eisenhauer nicht nur den „gedanklichen“, sondern auch den „faktischen Brückenschlag“ zwischen Bewährtem und Neuem. Auch auf der Vogelstang-Seite soll ein „einladender Platz“ entstehen.
„Gerade Kindern und Jugendlichen wird es dann möglich sein, selbstständig und einfach die weiterführenden Schulen in Vogelstang zu erreichen und in umgekehrter Richtung in den Käfertaler Wald oder das Carl-Benz-Bad zu radeln“, sagt der Bürgermeister für Planung, Bauen, Verkehr und Sport. Heute schon leben rund 7500 von bald über 10.000 Bewohnern in der umgestalteten Ex-Wohnsiedlung der US-Army. Die Rad- und Fußwegbrücke ermögliche den direkten Zugang zu Nahversorgungsangeboten, Bildungseinrichtungen und Naherholungsmöglichkeiten in beiden Stadtteilen. Und auch Vogelstang überwindet mit dem „Sprung“ über die B38 eine seit Jahrzehnten bestehende und beklagte Barrierewirkung.
Noch Fragen?
Der Franklin-Steg wird von der MWSP in Kooperation mit dem Eigenbetrieb Stadtraumservice der Stadt Mannheim geplant und umgesetzt. Auch eine Vollsperrung für den Einhub ist möglich. Inwieweit und in welcher Dauer der Verkehr auf der B38 betroffen sein wird, werde noch im Detail abgestimmt und dann rechtzeitig kommuniziert.