Ludwigshafen Zur Sache: Der Weg ins Model- und Filmbusiness

Placeholder-Image
Zu jung gibt es nicht

Als Fotomodel gibt es eigentlich kein Anfangsalter, sagt Clara Herrmann von der Agentur S-Models in Stuttgart, die Kindermodels in Süddeutschland vertritt. Denn: „Schon Säuglinge werden gebucht“, meint sie. Gleiches gilt für das Drehen von Werbespots. In der Filmbranche sind es meist Kinder im Grundschulalter, die schon die Drehbücher lesen können, erklärt Doris Liem von der Agentur Star Movie Kids in Köln. Hübsch allein genügt nicht Das Aussehen ist nicht allein ausschlaggebend. „Die Kinder müssen Spaß haben, vor der Kamera zu stehen“, sagt Clara Herrmann. Meist offenbare sich das im Alter von zwei bis drei Jahren. „Es sollten extrovertierte Kinder sein, die sich nicht hinter Mama verstecken, sondern selbstbewusst auftreten“, sagt auch Doris Liem. Ihre Agentur bietet Workshops an, in der alles rund um Casting, Schauspielerei und Branche näher gebracht werde. Dabei werden die Talente noch mal ausgelotet. Haben die Kids zum Beispiel das nötige Textverständnis, können sie Regie-Anweisungen umsetzen oder sich ausreichend konzentrieren. „Von zehn Kindern, die sich bewerben, sind ein bis zwei für die Schauspielerei geeignet“, meint Liem. Bewerben kostet nichts Sind die Kinder ambitioniert, sollten die Eltern einfach Kontakt zu den Agenturen aufnehmen, meist sind Online-Bewerbungen über die Homepage möglich. „Das kostet bei seriösen Agenturen auch nichts“, erläutert Doris Liem. Die Agentur S-Models empfiehlt ein Set-Card-Shooting mit verschiedenen Frisuren und Outfits. Bei Star Movie Kids kann jener Workshop belegt werden, bei dem dann auch bewegte Aufnahmen erstellt werden, mit dem sich beworben werden kann. Kosten: 150 Euro. Das große Gage gibt’s erst nicht „Das Honorar ist Verhandlungssache und hängt vom Umfang des Auftrags und Erfahrungen der Kinder ab“, sagt Doris Liem. In der Regel beginnt es bei 250 Euro brutto pro Tag. Bei einer Film-Hauptrolle für ein erfahrenes Kind könne das aber schnell viertstellig pro Tag werden. Es ist nicht alles Gold ... Es gibt auch Nachteile: Die Kinder müssen mit Niederlagen bei den Castings zurechtkommen. Die andere Gefahr sei, dass bei Erfolg der Rummel auf die Kids herein prasselt. Und dass die Kinder abheben. Das komme aber nicht so oft vor. „Viel häufiger müssen sie sich mit den Neid ihre Mitschüler auseinandersetzen“, weiß Doris Liem. Viele ihrer Klienten erzählen darum auch nicht herum, dass sie Filme drehen. Eine weitere Kehrseite der Bekanntheit sind unverschämte und dreiste Fans. Ohne Jugendschutz läuft nichts In Deutschland ist Kinderarbeit verboten, es gebe aber Ausnahmen, erklärt die Pressesprecherin der Kreisverwaltung. Es muss das Jugendarbeitsschutzgesetz eingehalten werden. Eltern, Kinderarzt und Jugendamt dürfen keine Einwände haben. Es müssen Arbeitszeiten eingehalten werden. Zum Beispiel dürfen Kinder von drei bis sechs Jahren nur zwei Stunden, von sechs bis 15 Jahren drei und von 15 bis 18 Jahren bis zu acht Stunden arbeiten. Wird während der Schulzeit gedreht oder ein Fotoshooting gemacht, muss auch die Schulbehörde ihr Einverständnis geben. Nur gute Schüler bekämen eine Genehmigung vom Amt.

x