Ludwigshafen „Beruf Schauspielerin – das wäre cool“

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Stolz zeigt Laila ihre Lieblingswand in ihrem Zimmer. Dort hängen Fotos von ihr mit Bastian Pastewka, Mirja Boes, Matthias Matschke und Dietrich Hollinderbäumer. Es sind Aufnahmen mit ihren „Arbeitskollegen“. Dass Laila das Schauspielern gefällt, habe sich bei ihr früh gezeigt. „Ich war schon immer gerne bei Aufführungen im Kindergarten und in der Schule dabei“, erzählt sie. Den Stein ins Rollen brachte aber ein Friseurbesuch, bei dem sie zufällig auf einen Fotografen traf. „Der wollte mich fotografieren.“ Mama Diana Ziegler erlaubte es und der Fotograf bescheinigte ihr eine tolle Präsenz. So kam eins zum anderen. Laila wünschte sich einen Schauspielkurs – und nahm dann sogar an zwei teil. „Das hat total Spaß gemacht. Da gab es Tipps, wie man einen Text auswendig lernt, wie man vorspielt, und es gab ein Sprachtraining.“ Einen Kurs leitete der Schauspieler Bejo Dohmen, bekannt aus der RTL-Serie „Unter uns“. So wurde schließlich Doris Liem von der Agentur Star Movie Kids in Köln auf Laila aufmerksam. Inzwischen hat die Schülerin in einem Werbespot der DPD zum Valentinstag und in dem Kurzfilm „Inversum“ mitgespielt. Letzterer wird in diesem Jahr auf Filmfestivals gezeigt. Und ganz aktuell ist sie als Lotta in der neuen RTL-Serie „Beste Schwestern“ mit Mirja Boes zu sehen, die am 18. Januar startete. Ebenso spielt sie eine Minigolfspielerin in der neuen, achten Staffel von „Pastewka“ und ist in der Magazin-Sendung „Wow, die Entdeckerzone“ des Senders toggo mit dabei. Doch nicht jedes Vorsprechen führt zu einer Rolle, aber damit komme sie klar. „Natürlich bin ich ein klein wenig enttäuscht, aber das ist ok.“ Wenn sich aber der Regisseur für einen entschieden hat, „dann muss alles schnell gehen“, erzählt Laila weiter. Dann sei die ganze Familie gefordert, denn es müssen einige Formalitäten eingehalten werden. Leila besucht das Speyerer Edith-Stein-Gymnasium, die Schule wie auch der Kinderarzt und das Jugendamt müssen ihr Okay geben, ein Steuerberater und die Agentur eingebunden werden und vieles mehr. Mama und Oma sind dafür dann im Einsatz. Das sei zwar anstrengend für die Familie, meint Lailas Papa Peter: „Doch diese gesetzliche Regelung zum Jugendschutz halte ich für richtig.“ Auch später beim Dreh würden die Vorschriften penibel eingehalten werden. „Da wird quasi die Zeit gestoppt und Protokoll bis auf die Minute geführt“, erzählt Peter Ziegler. Kinder in Lailas Alter dürfen nicht länger als drei Stunden am Tag drehen. Am Set gibt es auch einen Kinderbetreuer, ergänzt Laila: „Wenn es kalt ist, bringt er uns zum Beispiel Decken und heiße Schokolade.“ „Cool“ fand sie auch den Wohnwagen für sich und ihre Filmschwester in „Beste Schwerstern“. „In dem konnten wir uns ausruhen oder den Text für die nächste Szene durchgehen.“ Am Film-Set sei es sehr familiär. Alle Schauspieler, auch die bekannten, haben zum Beispiel ganz ungezwungen zusammen gegessen. „Mirja Boes ist im wirklichen Leben genauso lustig wie im Film“, schwärmt Laila. Auch stört es sie nicht, dass sie am Set vor bis zu 20 Leuten ihre Rolle spielen muss. „Die denke ich mir einfach weg.“ Das Schauspielern falle ihr leicht, „auch kann ich mich leicht ins Drehbuch hinein versetzen und Gefühle auf Kommando umsetzen“. Einzig ihre Eltern dürfen nicht direkt beim Dreh dabei sein. Die finden das Hobby ihrer Tochter spannend, drängen sie aber nicht dazu. „Der Impuls muss von Laila kommen. Das ist uns wichtig. Sobald es Laila keinen Spaß mehr macht, brechen wir das ab“, sagt Peter Ziegler. Er selbst gäbe sich mit seinem Job als Fahrer, Bodyguard und Schirmhalter völlig zufrieden, scherzt er. Mama Diana Ziegler habe aber immer noch den größeren Part. Sie macht auch die Fotos von ihrer Tochter. Mit diesen bewarb sich Laila auch bei der Agentur S-Models in Stuttgart als Kinder-Fotomodel und wurde aufgenommen. Und das mit ersten Erfolgen. Bei einem Foto-Shooting wurde sie von der bekannten Fotografin Klaudia Tot fotografiert. „Die hat über 600 Fotos gemacht, am Ende wurden 15 verwendet“, erzählt Laila. Und sie hat eine eigene Instagram-Seite, auf der sie Kleider der Marke Gugguu-Fashion aus Finnland präsentiert. Die Kleider bekomme sie zugeschickt und dürfe sie nach dem Shooting behalten. „Ich habe schon 3019 Followers. Die Fotos macht meine Mama. Das ist alles total spannend“, schwärmt die Elfjährige. Da passt das Hobby von Mama Diana Ziegler perfekt, sie fotografiert leidenschaftlich. „Da habe ich mich selbst hinein gearbeitet, sozusagen learning by doing“, erzählt Diana Ziegler. Und dafür kam auch wieder Papa Peter ins Spiel. Als Heimwerker hat er die Ideen seiner beiden Damen ungesetzt und ein Fotostudio in den heimischen Keller gezaubert. Hier werden dann auch die Bilder für die von den Agenturen manchmal geforderten Online-Castings gemacht. Der Zeitaufwand für die Schauspielerei und die Fotos halte sich noch in Grenzen, 2017 hatte Laila neun Drehtage und schickte pro Woche ein Foto an die finnische Modefirma. „Wir arbeiten nicht darauf hin, dass Laila das später zu ihrem Beruf macht“, betont Peter Ziegler. „Cool wäre es aber schon“, meint seine Tochter freudestrahlend.

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