Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Woche der Ausbildung: Aha-Erlebnisse beim Giganten Vögele

Mit Gefühl: Vögele-Azubi Anil Kirtay biegt mit einem jungen Besucher einen praktischen Smartphone-Halter zurecht.
Mit Gefühl: Vögele-Azubi Anil Kirtay biegt mit einem jungen Besucher einen praktischen Smartphone-Halter zurecht.

Die Joseph Vögele AG ist zwar unangefochtener Marktführer bei der Montage von Fahrzeugen für den Straßenbau. Das bedeutet aber nicht, dass in Rheingönheim jede Lehrstelle in der Produktion auf Anhieb besetzt werden kann. Um Lücken zu füllen, auch noch im laufenden Ausbildungsjahr, kooperiert Vögele mit der Agentur für Arbeit.

Es soll niemand behaupten, die Joseph Vögele AG bemühe sich nicht mit Mann und Maus um Nachwuchs. Beim Firmenbesuch im Rahmen der von der Agentur für Arbeit organisierten „Woche der Ausbildung“ kam am Dienstagnachmittag auf jeden jungen Besucher gefühlt ein Ansprechpartner. Beginnend mit Werksleiter Christoph Niehaus über die Betriebsratsspitze bis hin zu Auszubildenden in allen drei Lehrjahren waren alle Etagen vertreten in der Lehrwerkstatt, um einen Berufseinstieg in Rheingönheim schmackhaft zu machen.

In der Produktion bildet Vögele in drei Sektoren aus: Industriemechanik, Mechatronik und Lagerlogistik. 59 junge Männer und drei junge Frauen durchlaufen derzeit ihre dreijährige duale Ausbildung, zehn Lehrstellen sind zur Halbzeit des neuen Lehrjahrs unbesetzt, informiert Niehaus im RHEINPFALZ-Gespräch. „Unser Versprechen, danach einen festen Arbeitsplatz zu bieten, konnten wir in den letzten Jahren einlösen“, wendet er sich an die 30 Jugendlichen aus dem Vorderpfälzer Bezirk der Arbeitsagentur, die deren Berufsberatung zum Firmenbesuch eingeladen hatte.

Allmählich schmilzt das Eis

Der Quote in der Produktion entsprechend waren sie überwiegend männlich. Mit Dawn Marie Roush aus Mundenheim schaute sich aber auch eine Teenagerin in der Lehrwerkstatt um. „Ich arbeite gern handwerklich“, benannte die 16-Jährige ihre Motivation. Bei der BASF hat die Schülerin der Ernst-Reuter-Realschule plus in der Gartenstadt bereits ein motivierendes Praktikum in der Industriemechanik absolviert. Vor großen Maschinen für den Straßenbau zu stehen, schreckt die zierliche Dawn nicht ab. „Die sind ja aus einer Menge kleiner Einzelteile zusammengesetzt.“

Werksleiter Christoph Niehaus begrüßt die 30 jungen Gäste in Rheingönheim.
Werksleiter Christoph Niehaus begrüßt die 30 jungen Gäste in Rheingönheim.

In der Lehrwerkstatt schmilzt so langsam das Eis zwischen den Besuchern, die sich den Arbeitsstationen vorsichtig nähern, und den Vögele-Mitarbeitern, die sie dort freundlich in Smalltalks verwickeln. Als Magnet erweist sich schnell der Werktisch, an dem aus einer vorgestanzten Metallplatte ein kleiner Elefant gebogen werden kann, dessen Rüssel am Ende zum Beispiel als Ablage fürs Smartphone genutzt werden kann. An diesem Beispiel demonstriert Anil Kirtay, wie viel Fingerspitzengefühl es bei der Materialbearbeitung mit einer Zange braucht. Der 20-jährige Mannheimer steht kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Industriemechaniker bei Vögele.

Woche der Ausbildung

Warum in Rheingönheim jede Menge Lagerlogistiker und Lageristen gebraucht werden, wird beim anschließenden Rundgang durch die Werkshalle deutlich. Schier endlos ziehen sich die meterhohen Regale mit den Bohlen, Schläuchen, Ketten und Blechen entlang, aus denen am Ende Asphaltfertiger entstehen. Bis zu 20 dieser Fahrzeuge werden Woche für Woche zwischengeparkt, ehe sie an Kunden in der ganzen Welt verschifft werden. Wie selbstverständlich führen die Vögele-Azubis Marius und Matteo ihre Altersgenossen durch die Gänge, zeigen hier auf die firmeneigene Lackiererei, dort auf die rechnergesteuerte Fräsmaschine.

Lokalkolorit: Nachbildungen des Wasserturms und des Fernsehturms aus der Metallverarbeitung von Vögele.
Lokalkolorit: Nachbildungen des Wasserturms und des Fernsehturms aus der Metallverarbeitung von Vögele.

Der Firmenbesuch in Rheingönheim ist ein Programmpunkt, mit dem sich die Vorderpfälzer Arbeitsagentur, die Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal und den Rhein-Pfalz-Kreis betreut, an der bundesweiten „Woche der Ausbildung“ beteiligt. Weitere Außenstationen waren die Frankenthaler Stadtverwaltung und die BASF. Ende Januar waren von 404 gemeldeten Ausbildungsstellen 368 unbesetzt.

Noch Fragen?

Berufsberatung der Arbeitsagentur: Telefon 0800 4 5555 00, E-Mail: Ludwigshafen.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Online-Bewerbungen können bei Vögele schriftlich oder unter www.voegele.info/ausbildung eingereicht werden. Ansprechpartner für Industriemechaniker ist Christian Schütz, Telefon 0621 8105-269; für Mechatroniker Thomas Bayer, Durchwahl -229, für Lagerlogistiker Oliver Laible, -275.

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