Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich ein fast abgeschriebener Eulen-Akteur in den Fokus spielt

Yessine Meddeb von den Eulen Ludwigshafen (rot) war der große Gewinner am Wochenende.
Yessine Meddeb von den Eulen Ludwigshafen (rot) war der große Gewinner am Wochenende.

Seit drei Wochen befinden sich die Eulen Ludwigshafen in der Vorbereitung auf die neue Saison. Am Wochenende nutzte die neuformierte Mannschaft um Trainer Ceven Klatt die Möglichkeit zu vier Testspielen. Alle Partien gewann das Team. Dabei spielte sich einer in den Vordergrund, der in der abgelaufenen Saison abgeschrieben war.

Diesmal strahlte er. Das war bisher nicht immer so. Als Yessine Meddeb am Sonntagnachmittag knapp zehn Minuten vor dem Ende in der vierten Partie des Wochenendes gegen den Schweizer Nationaligisten HC Kriens-Luzern vor den Augen von Weltklassespieler Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen) das Spielfeld verließ, bekam er einen Klapps von Trainer Ceven Klatt auf die Schulter. Es war ein deutliches Zeichen – eine Form der Anerkennung.

Die gab es in den vergangenen Monaten eher weniger. Denn Meddeb brachte nicht die erwartete Leistung. Deshalb war der 21-Jährige erleichtert. Meddeb durfte sich unter Klatt zeigen – und er überraschte. Das auch noch auf einer für ihn ungewohnten Position. Nachdem Alexander Falk wegen eines Muskelfaserrisses in den Adduktoren und Pascal Durak wegen seiner zweiten Impfung nicht auflaufen konnten, machte Trainer Klett aus der Not eine Tugend. Er schickte eben den jungen Linkshänder auf den rechten Flügel. Und dort brillierte Meddeb, der gerade ein Studium im Fach Chemie- und Verfahrenstechnik an der Hochschule Mannheim begonnen hatte. 17 Mal kam er in den drei Siegen gegen TuS Dansenberg (18:17), TV Hüttenberg (22:16) und HB Esch (22:12) zum Wurf und erzielte 14 Tore. Dazu überzeugte er auch in der Abwehr. Es war ein Fingerzeig. „Es freut mich sehr. Yessine hat es wirklich gut gemacht. Wichtig ist, dass wir mit ihm noch eine Alternative haben“, meinte Klatt schon nach dem Turniererfolg in der Westpfalz.

Nicht anders war es am Sonntagnachmittag gegen die Gäste aus der Schweiz. Beim 21:16 (10:9)-Sieg warf der U21-Nationalspieler drei Tore und scheiterte nur einmal am gegnerischen Torhüter. „Zwar ist die Position für mich ungewohnt, aber ich will Spielzeit, egal auf welcher Position. Ich spiele da, wo der Trainer mich hinstellt“, sagte Meddeb, „ich gehe in jedes Spiel, um den maximalen Erfolg zu haben. Dafür arbeite ich hart.“

Das tun auch seine Mitspieler. Seit dem Benefizspiel gegen die HSG Krefeld-Niederrhein zeigte der Bundesliga-Absteiger große Fortschritte. Nach den anstrengenden Athletikeinheiten und den ersten beiden Wochen mit dem Schwerpunkt in der Abwehrarbeit sowie dem Umschaltspiel, präsentierten sich die Eulen beim Layenberger-Cup deutlich verbessert. Sowohl die Sechs-Null- als auch die Fünf-Eins-Variante habe sich bewährt, es gelte noch an Kleinigkeiten zu arbeiten, sagt Klatt. „Wir haben kaum Tore über den Kreis bekommen. Es war nicht nur ein starker Innenblock, auch der Rückzug war da“, zog Klatt ein kleines Zwischenfazit. Auch das Tempospiel war deutlich sichtbar. „Für den Trainer ist es immer schön, wenn der Übertrag vom Training ins Spiel gelingt“, bilanzierte Klatt.

Asanin und Haider verletzt

Dabei muss er seit dem Layenberger-Cup auf fünf Akteure verzichten. Neben Falk und Durak fielen auch die beiden Spielmacher Max Neuhaus und Pascal Bührer aus. Und in der Westpfalz verletzte sich Torhüter Matej Asanin am Fuß. Er war umgeknickt. Asanin pausierte gegen Kriens. „Da müssen wir abwarten, wie das MRT ausfällt“, hofft Klatt nicht auf eine längere Ausfallzeit. Am Sonntag verletzte sich noch Kreisläufer Max Haider an der Schulter. Da wirkt der zweifache Familienvater zwar ein wenig besorgt, aber er lässt sich keinesfalls aus der Ruhe bringen. „16 Gegentore, das ist okay. 21 geworfene Tore sind zu wenig, aber man muss dabei auch die Trainingsphase in der Vorbereitung berücksichtigen“, sagte Klatt: „Die Jungs, die am Wochenende gespielt haben, haben es richtig gut gemacht. Ich fand auch, dass wir in der Breite stabiler standen als noch am Samstag. Es gab bei den vielen Wechsel keinen Bruch. Mir hat gut gefallen, wie sich Stefan Salger erstmals im Innenblock präsentiert hat.“

Für die Erfolge belohnte Klatt seine Spieler mit einem freien Montag. Für Dienstag und Mittwoch hat er „noch einige knackige Einheiten“ angekündigt. Dazu will er noch vor der Partie am Freitag, 21 Uhr, gegen Zweitliga-Konkurrent Bietigheim beim Sparkassen-Cup in Altensteig in das Angriffsspiel einsteigen.

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