Menschen aus der Stadt
Wie Sandra Wagner Marktmeisterin in Süd geworden ist
Jung, fröhlich und voller Energie: So empfängt Sandra Wagner die RHEINPFALZ zum Gespräch über den neuen Nachmittagsmarkt am Depot Lu, den die Ludwigshafenerin vor gut drei Monaten gemeinsam mit Depot-Geschäftsführerin Birgit Stärk erstmals auf die Beine gestellt hat. Mit ihrer Idee, einen Markt im Stadtteil Süd zu etablieren, rannte die 39-Jährige bei der umtriebigen Unternehmerin offene Türen ein. Denn ein solches Angebot habe bisher in dem beliebten Stadtteil gefehlt, meint Sandra Wagner.
Die Marktmeisterin ist zwar in Mutterstadt aufgewachsen, identifiziert sich aber längst mit dem modernen Quartier am Rheinufer, in dem sie mit ihrer Familie lebt. Denn hier ist sie schon als Teenager zur Schule gegangen und hat schließlich am Geschwister-Scholl-Gymnasium das Abitur gemacht. Ihr Mann ist sogar „um die Ecke“ aufgewachsen und hat als Knirps in der Brüder-Grimm-Schule das Einmaleins gelernt. Daher machte sich das Paar auch irgendwann mal am Küchentisch darüber Gedanken, dass es in ihrem Viertel weder einen Markt noch eine Kerwe gibt – und die 39-Jährige wurde aktiv.
Lebensqualität verbessern
Jetzt kümmert sie sich Woche für Woche ehrenamtlich darum, dass der Markt gut über die Bühne gehen kann – neben ihrem Teilzeitjob in einem Reisebüro in der Stadt und dem Familienmanagement. Denn Sandra Wagner arbeitet gerne daran mit, die Lebensqualität in ihrem Umfeld zu verbessern. Daher freut sie sich auch sehr über weitere Höhepunkte im Veranstaltungskalender des Quartiers, wie das spätsommerliche Hafenfest an der Kammerschleuse oder das Familienfest der IG Süd.
Bei der Eröffnung im August hatte Sandra Wagner gesagt: „Ich hoffe, dass der Markt gut angenommen wird und die Menschen hier Spaß haben werden.“ Es gehe vor allem darum, eine Begegnungsstätte für den Stadtteil zu schaffen. Über den Erfolg des Nachmittagsmarktes entscheiden natürlich vor allem die Bewohner in Süd. „Die Leute müssen schon ihr Einkaufsverhalten umstellen, damit sich solche Angebote vor Ort auch dauerhaft halten können“, appelliert die Organisatorin.
Dosenwurst und Weihnachtsdeko
Um den Markt noch attraktiver für ein breites Publikum zu machen, hat die junge Frau sogar selbst einen Stand auf die Beine gestellt. Hier bietet sie Dosenwurst eines Metzgers aus der Region, ein kleines Brotsortiment, glutenfreie Produkte, Tee und Gewürze, Weihnachtsdeko und Marmelade an, die die Landfrauen gekocht haben. Langfristig hofft Sandra Wagner, dass sie noch einen Metzger und einen Fischhändler für den neuen Wochenmarkt findet, um den Kunden neben Feinkost, Käse, Obst und Gemüse sowie Dampfnudeln eine möglichst breite Palette an frischen Lebensmitteln anbieten zu können.
Im Advent soll es neben dem Donnerstagsmarkt am Depot Lu auch noch einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Kinderkarussell geben, kündigt die Ludwigshafenerin voller Vorfreude an. Und zwar am dritten Adventswochenende von 12 bis 20 Uhr. Neben Glühwein und Gegrilltem soll dabei auch Handwerkskunst angeboten werden. Außerdem wird der ASB-Wünschewagen erwartet. Denn die Standgebühren des Weihnachtsmarktes sollen dem Wünschewagen-Projekt zugute kommen.