Ludwigshafen Wie ein Netzwerk für mehr Sicherheit in der Stadt sorgt

Gemeinsam mit den Eulen-Handballern klärt die Polizei Senioren über Betrügermaschen wie den sogenannten Enkeltrick auf, bei dem
Gemeinsam mit den Eulen-Handballern klärt die Polizei Senioren über Betrügermaschen wie den sogenannten Enkeltrick auf, bei dem alte Menschen von Kriminellen angerufen werden.

Senioren vor Betrügern warnen, Kinder vor Hass und Hetze bewahren oder sich um Jugendliche mit Alkoholproblemen kümmern – das alles gehört mittlerweile zur Präventionsarbeit. In Ludwigshafen ist dafür ein Netzwerk erfolgreich aktiv.

Um die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadtgesellschaft zu verbessern, gibt es in Ludwigshafen seit einiger Zeit den Rat für Kriminalitätsverhütung. Hier arbeiten Vertreter von Stadtverwaltung, Polizei und wichtige gesellschaftliche Gruppen zusammen. Während der Corona-Pandemie war die Präventionsarbeit stark eingeschränkt. Trotzdem fanden erfolgreiche Veranstaltungen online statt. Ein Präventionsprojekt von Polizei und Eulen-Handballern wurde 2022 sogar mit dem Landespräventionspreis ausgezeichnet.

Im Projekt „Wir gemeinsam für LU“ haben Ludwigshafener Polizeibeamte bei einem Heimspiel der Eulen rund um das Thema Betrugsdelikte bei Senioren mit dem „Enkeltrick“ informiert und allein an diesem Abend rund 60 Beratungsgespräche geführt. In einem Seniorenwohnhaus im Stadtteil Friesenheim fand eine Aktion statt, bei der typische Betrugsmaschen in Rollenspielen realitätsnah vorgeführt und über Möglichkeiten informiert wurde, wie man sich davor schützen kann. Die Senioren konnten sich auch mit Handballspielern der „Eulen Ludwigshafen“ fotografieren lassen. Mit den Fotos wurde anschließend darauf aufmerksam gemacht, dass sich Senioren gegen Betrug stark und selbstsicher zu wehren wissen.

Über 1300 Kinder erreicht

In ihrem Bericht über die Aktivitäten in diesem Jahr konnte Verena von Hornhardt, Geschäftsführerin des Krimirats aus dem Sozialdezernat der Stadt noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele für gelungene Veranstaltungen nennen. Etwa das Präventionstheater „Willkommen im Wir!“, ein Programm für Grundschulen des Vereins „People’s Theater“ aus Offenbach. Gesponsert von der BASF seien in 252 Vorstellungen 1340 Schüler in 67 Klassen erreicht worden, freute sich von Hornhardt. Die Kampagne „Wir sind da!“ für Kinder psychisch Kranker und suchtkranker Eltern habe sich mit einer Foto-Ausstellung in der Rhein-Galerie vorgestellt.

Organisiert wurden das ganze Jahr über verschiedene Veranstaltungen zur Suchtprävention, gegen Rassismus oder gegen Verschwörungsmythen, die Zündstoff für Hass und Hetze bieten und für die Spaltung der Gesellschaft sorgen, wie sie sagte. Anlässlich des Internationalen Frauentags im März hat die Stadt zusammen mit der Polizei an der Rheinpromenade „Die Rote Bank“ eingeweiht. Die aus Italien kommende zugrundeliegende Kampagne will ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und aufmerksam machen.

Corona hat Arbeit erschwert

„Präventionsarbeit ist gerade in Coronazeiten und anderen Krisen notwendiger denn je“, betonte Ludwigshafens Polizeipräsident Georg Litz, der neben Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) als Co-Vorsitzender im Krimirat mitwirkt. Zur Sitzung am Mittwoch waren zahlreiche Zuhörer aus Verwaltung, Wirtschaft und interessierten Bürger in den Saal der Volkshochschule gekommen. Die Präventionsarbeit sei durch die pandemiebedingten Einschränkungen nicht einfach gewesen. Wöchentliche Beratungen und Gespräche seien ins Freie in den Ebertpark verlegt worden, berichtet Suchtberaterin Steffi Fischer vom Haus der Diakonie aus der Praxis.

Kaum möglich seien Klinikbesuche im Rahmen des Programms „Halt – Hart am Limit“ gewesen bei Kindern oder Jugendlichen, die mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Um diese Zielgruppen zu erreichen, sei das Projekt „Streetwork 2.0“ entwickelt worden, das digitale Medien und soziale Netzwerke nutzt und damit erste Kontakte zur jungen Klientel erleichtert, fügte Gerhard Kaufmann, städtischer Teamleiter der Jugendsozialarbeit hinzu. So gebe es einen eigenen Youtube Kanal, in dem sich Ludwigshafens Straßensozialarbeiter im Video vorstellen.

Im Netz

Mehr Info unter www.ludwigshafen.de und www.lu4u.de

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