Ludwigshafen
Wie der Eishockey-Nachwuchs aus der Stadt des Schachbrettmusters in der Quadratestadt auftrumpft
Die Wanderers Germering in der Altersklasse U15 und die Schweizer von HC La Chaux-de-Fonds in der Altersklasse U17 sind die Sieger des siebten Robert-Müller-Gedächtnisturniers. Drei Tage lang waren Mannschaften aus Europa zu Gast beim Mannheimer ERC und erinnerten spielerisch an den viel zu früh verstorbenen ehemaligen Nationaltorhüter.
„Natürlich ist das Gefälle bei so einem Turnier groß, aber insgesamt zeigten alle Mannschaften ein ordentliches Niveau.“ Das Lob kam aus berufenem Munde. Danilo Valenti, Sportlicher Leiter des Mannheimer ERC, als Keimzelle der Adler, hatte praktisch alle Spiele in den beiden Nebenhallen der SAP-Arena gesehen. Und was er sah scheint dem erfahrenen Eishockeytrainer gefallen zu haben. „Es gab viele enge Spiele. So ein Turnier ist eine Belohnung für jeden Akteur.“Gesehen hat er dabei erstmals die Schweizer Mannschaften des HC La Chaux-de-Fonds. „Ich weiß auch nicht, wie die ausgerechnet auf unser Turnier gekommen sind“, sagte Christel Richarz, Leiterin der U15-Konkurrenz, lachend. „Vielleicht sind sie als Stadt des Schachbrettmusters auf die Stadt des Quadratestadt gestoßen.“
Germering entzaubert Schweizer
Die Schweizer aus der Nähe von Neuchatel waren nicht nur als Touristen nach Mannheim gekommen. Sie setzten sich bei der U15 ungefährdet in den Gruppenspielen durch, verwiesen die ebenfalls ambitionierten Gastgeber des MERC auf den zweiten Rang. Im Halbfinale war dann aber Endstation. Germering entzauberte die bis dahin brillierenden Eidgenossen mit einem 5:1 und stürmte damit zum Turniersieg, bezwangen auch im Finale den EHC Klostersee mit 5:2.
Die Gastgeber versuchten im Spiel um Rang drei das Erfolgsrezept zu kopieren, störten La Chaux-de-Fonds schon im Spielaufbau und führten lange mit 1:0, ehe es doch noch eine 2:1-Niederlage setzte. Trotzdem war Trainer Peter Sinn zufrieden.
Das galt auch für den „zweiten Gastgeber“, die Maddogs Mannheim, die sich zwar eher als Breitensportvereins verstehen, aber trotzdem mit Ehrgeiz am Start waren. „Wir wollen eine gute Rolle spielen“, erklärte Trainer Roy Labbé. Dafür hatte sich die Mannschaft Hilfe aus Köln organisiert, trat mit fünf Gastspielern aus Köln an. „Als wir zum Saisonbeginn die Zusage für das Turnier gegeben haben, war unser Kader gar nicht groß genug“, rechtfertigte er die fünf Kölner „Zugänge“. Und er verwies auf eine weitere Besonderheit seiner Mannschaft: „Wir hatten bis zu neun U17-Mädchen dabei.“ Die dürfen in der Altersklasse U15 noch bei den Jungs mitspielen, was vor allem eine spannende Logistik in der Nutzung von Kabine und Dusche erfordert.
6:1 ist der knappste Sieg für Schweizer
In der Altersklasse U17 wurde der HC La Chaux-de-Fonds dann seiner Favoritenrolle gerecht, stürmte ohne Schwäche durch das Turnier, besiegte im Finale den Mannheimer ERC deutlich mit 6:1. Es war das knappste Spiel der Schweizer.
Aber beim Robert-Müller-Gedächtnisturnier geht es um weit mehr, als um den Turniersieg. So bewerten sich die Spieler untereinander gegenseitig. Als Ergebnis dieser Wertung wurden MERC-Torhüter Colin Fellhauer und Stürmer Mika Sohn vom EC Bad Nauheim beim U15-Turnier von ihren Altersgenossen zu den besten Spielern gekürt. In der Altersklasse U17 ging diese Ehre an Torhüter Nico Dapperberger von den „Aibdogs“ Bad Aibling und Louis Massimi von den Turniersiegern aus der Schweiz.
Es geht aber auch um die Zusammenkunft der Eishockeyfamilie. Und die freut sich in jedem Jahr auf das Wiedersehen. So wird das Turnierbüro regelmäßig zum Partytreff von Trainern und Betreuern. Christel Richarz weiß warum: „Bad Aibling bring jedes Mal ein Fass Bier für alle mit.“ Der Stammverein von Robert Müller ist auch Stammgast des Turniers und schlägt so den Bogen von Jugendeishockey und Erinnerung.