„Aktion 72“ – Fallbeispiele Wer von der Hilfe der Ludwigshafener Spendeninitiative konkret profitiert

Die Spenden kommen Bedürftigen aus LU zugute.
Die Spenden kommen Bedürftigen aus LU zugute.

Blumenschmuck, Hörbibeln oder ein Trolley mit Kühlfach – unter anderem dafür werden die Spenden der „Aktion 72“ eingesetzt. Die ersten Fallbeispiele.

Seit über 50 Jahren hilft die „Aktion 72“ Bedürftigen in Ludwigshafen und unterstützt verschiedene Organisationen, Vereine und Initiativen. Auch in diesem Jahr setzt die RHEINPFALZ ihre Zusammenarbeit mit der „Aktion 72“ fort und bittet um Spenden. Hilfe wird an vielen Stellen gebraucht, wie diese Beispiele zeigen.

Im Kinderheim St. Annastift werden die Spendengelder der „Aktion 72“ genutzt, um einen Musikpädagogen zu finanzieren, der den Ki
Im Kinderheim St. Annastift werden die Spendengelder der »Aktion 72« genutzt, um einen Musikpädagogen zu finanzieren, der den Kindern regelmäßige Musikstunden anbietet.

Fall 1: Im Kinderheim St. Annastift werden die Spendengelder der „Aktion 72“ genutzt, um einen Musikpädagogen zu finanzieren, der den Kindern regelmäßige Musikstunden anbietet. Musik sei für die Kinder eine wertvolle Möglichkeit, ihre Kreativität und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Durch das Singen oder das Erlernen eines Instruments entwickelten sie Disziplin und Teamgeist. Das fördere Zusammengehörigkeitsgefühl und soziale Fähigkeiten. Besonders für Kinder, die belastende Erfahrungen gemacht haben, biete Musik eine wunderbare Möglichkeit, Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten. So werde Musik zum wichtigen Teil der persönlichen Entwicklung und helfe, neue Perspektiven zu entdecken.

Für die Palliativstation im St. Marienkrankenhaus wird unter anderem Blumenschmuck finanziert.
Für die Palliativstation im St. Marienkrankenhaus wird unter anderem Blumenschmuck finanziert.

Fall 2: Blumen sorgen für eine angenehme Atmosphäre, sie bringen Farbe in den Krankenhausalltag. Auf der Palliativstation im St. Marienkrankenhaus gibt es neben jahreszeitlich-bunten Blumensträußen in den Zimmern auch zahlreiche Grünpflanzen. Die Kosten für den Blumenschmuck und die Pflege übernimmt der Förderverein Hospiz und Palliativ, der von der „Aktion 72“ unterstützt wird.

Fall 3: Über viele Jahre hat Frau X sich selbst vernachlässigt und ihren Kummer in Alkohol ertränkt. Eine toxische Beziehung raubte ihr das Gefühl von Würde. Sie schaffte es mit Unterstützung der Beratungsstelle im Haus der Diakonie, die Verbindung loszulassen, ihren Selbstwert zu erkennen und ihr Leben wieder selbstbestimmt und schön zu gestalten. Durch Renovierungsarbeiten in der Wohnung, finanziert über die „Aktion 72“, ist es der Klientin wieder möglich, sich zu Hause wohlzufühlen und ihre Wohnung für Sozialkontakte zu öffnen.

Fall 4: Das Geschwisterpaar A. S. (die Frau ist 26 Jahre alt, ihr Bruder 27) arbeitet seit September 2024 in den Ludwigshafener Werkstätten. Die Familie ist Ende 2023 aus dem Irak geflohen. Die finanziellen Möglichkeiten der Familie sind entsprechend sehr gering. Es fehlt an vielen Dingen des täglichen Lebens. Insbesondere an jahreszeitlicher Kleidung. Das Geschwisterpaar kann mit seinem sehr niedrigen Ausbildungsgeld keine ausreichende Ausstattung anschaffen und freut sich sehr über eine Unterstützung durch die „Aktion 72“.

Die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft stellte einer Frau mithilfe der „Aktion 72“ einen Trolley mit Kühlfach zur Verfügung
Die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft stellte einer Frau mithilfe der »Aktion 72« einen Trolley mit Kühlfach zur Verfügung.

Fall 5: Im Christlichen Zentrum Ludwigshafen treffen sich regelmäßig blinde Menschen und auch Menschen, die weder Lesen noch Schreiben können. Von der „Aktion 72“ erhoffen sich die Organisatoren daher die Mittel für die Anschaffung von 30 Hörbibeln, damit auch diese Menschen in Gottesdienst und Freizeiten mit Bibellesung teilhaben können.

Fall 6: Frau M., 51, aus Ludwigshafen hat seit 17 Jahren die Diagnose MS. Alleinerziehend mit drei Kindern, trägt sie viel Last. Chronische Müdigkeit nimmt ihr Kraft, Arbeiten geht nicht mehr. Autofahren ist ihr zu gefährlich, der Alltag wird zur logistischen Herausforderung. Die Deutsche Multiple-Sklerose-Gesellschaft stellte ihr ein Trolley mit Kühlfach zur Verfügung. Das schafft neue Selbstständigkeit. Im Sommer bleiben Waren frisch und sicher gekühlt. Ein kleines Hilfsmittel, das große Erleichterung bringt und dank der „Aktion 72“ möglich wurde.

Fall 7: 2025 führte die Alzheimer-Gesellschaft bisher 17 Schulungen und 24 Vorträge mit rund 930 Teilnehmern für Angehörige von Menschen mit Demenz durch. Hierfür wurde die Technik auch mit Mitteln der Spendenaktion „Aktion 72“ auf den neuesten Stand gebracht. Die Teilnahme für Betroffene ist unentgeltlich.

Zur Sache: Die „Aktion 72“

Seit 1972, also seit 53 Jahren, gibt es die „Aktion 72“, die unverschuldet in Not geratenen Bürgern aus Ludwigshafen hilft. Zum mittlerweile 31. Mal findet in der Adventszeit die Spendenaktion gemeinsam mit der RHEINPFALZ statt. Wir veröffentlichen jedes Jahr Fallbeispiele, um zu zeigen, wie den Betroffenen mit dem Geld konkret geholfen wird. Rund 70 Fallbeispiele waren es bei der zurückliegenden Aktion, als rund 1220 Einzelspender über 150.000 Euro überwiesen.

In mehr als fünf Jahrzehnten hat die „Aktion 72“ insgesamt über 3,7 Millionen Euro gesammelt. Eine Besonderheit der „Aktion 72“: Hilfesuchende bekommen Sachgutscheine ausgehändigt und kein Bargeld. Die Aktion wird von rund 20 Mitgliedern ehrenamtlich organisiert, die über die Verteilung der Spenden entscheiden, ihr Vorstand ist Ulrich Alter.

Spendenkonto

Aktion 72“, Sparkasse Vorderpfalz,
IBAN DE 70 5455 0010 0000 0067 00.

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