Das spontane interview RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Gabriele Blum alle vier Jahre um ihren Job bangen muss

Gabriele Blum im Gespräch mit Volker Endres.
Gabriele Blum im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Monat haben wir in der Bismarckstraße (Mitte) Gabriele Blum getroffen. Die 60-Jährige stammt ursprünglich aus dem hessischen Offenbach, lebt aber schon seit 1982 in der Pfalz und ist Wahlkreisbüroleiterin der SPD-Bundestagsabgeordneten Doris Barnett.

Wie nimmt eine Hessin die Pfälzer wahr?
Da sind gar keine so großen Unterschiede. Der Dialekt klingt ähnlich, und es sind beides lebensfrohe Menschen. Sonst hätte ich es ja auch gar nicht so lange hier ausgehalten.

Gilt das auch für Ludwigshafen?
Ich kenne die Stadt ja mittlerweile seit fast 40 Jahren, und ich habe sie zu Beginn auch immer gegen meine eigentliche Heimatstadt Offenbach verteidigt. Mittlerweile kann ich das leider nicht mehr. Jetzt liegt Offenbach wieder vorne, was ich sehr schade finde. Gerade die Innenstadt in Ludwigshafen hat extrem abgebaut. Ich bin hier wirklich immer sehr gerne einkaufen gegangen, aber mittlerweile gibt es hier ja kaum noch Läden.

Mir fehlt für den Vergleich leider ein Bild von Offenbach. Ich war dort noch nie ...
Da haben Sie auch nichts verpasst! Offenbach ist zwar eine ehemalige Residenzstadt mit einer jahrhundertelangen Tradition, aber schön ist es dort nicht.

Was macht man eigentlich als Büroleiterin einer Bundestagsabgeordneten?
Das ist eine vielfältige Tätigkeit und ist ähnlich wie die Tätigkeit einer Sekretärin der Chefetage. Man organisiert Veranstaltungen und Termine, bucht Flüge nach Berlin und zurück. Alles, was in einem Büro eben anfällt. Nur Texte schreibe ich für Doris Barnett nicht. Dafür haben wir die wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Ist „Büroleitung“ ein Lehrberuf?
Nicht, dass ich wüsste. Man muss eben gut organisieren können. Das ist eine Sache, die man mit den Jahren lernt. Außerdem gibt es noch einige junge Studenten, die die Tätigkeit in einem Wahlkreisbüro als Sprungbrett sehen, um Kontakte zu knüpfen und sich ein Bild von der Tätigkeit einer Parlamentsabgeordneten zu machen.

Doris Barnett ist 67 und tritt zur kommenden Bundestagswahl nicht mehr an. Was bedeutet das für Sie selbst?
Zunächst einmal werden die Termine im Moment weniger. Und dann hoffe ich natürlich, dass Christian Schreider als Nachfolger in ihrem Wahlkreis bei der kommenden Wahl den Sprung in den Bundestag schafft und er mich dann im Wahlkreisbüro übernimmt.

Es schwingt eine gewisse Unsicherheit mit ...
Ja, aber das ist in diesem Beruf normal. Es ist klar, dass man immer nur für vier Jahre einen sicheren Arbeitsplatz hat und danach die Karten neu gemischt werden. Man weiß, worauf man sich einlässt.

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