Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die FWG gemeinsam mit der CDU einen OB-Kandidaten aufstellt

Markus Sandmann ist FWG-Vorsitzender in Ludwigshafen.
Markus Sandmann ist FWG-Vorsitzender in Ludwigshafen.

Erstmals in ihrer Geschichte hat die FWG in Ludwigshafen einen eigenen OB-Kandidaten. Der CDU-Bewerber Klaus Blettner tritt auch für die Freien Wähler an. Wie es dazu gekommen ist, darüber hat FWG-Vorsitzender Markus Sandmann (46) mit Michael Schmid gesprochen.

Herr Sandmann, wie kam es zur Unterstützung des CDU-Kandidaten?
Wir unterstützen Klaus Blettner nicht nur. Er ist auch Kandidat der FWG. Vorausgegangen sind viele Gespräche mit der CDU. Wir haben uns dabei aufeinander zubewegt. Außerdem haben die FWG- und die CDU-Stadtratsfraktionen ähnliche Ziele für Ludwigshafen – und das wollen wir jetzt zusammenführen.

Wo gibt’s denn Übereinstimmungen?
Zum Beispiel beim geplanten neuen Stadtquartier City West, das nach dem Abriss der Hochstraße Nord entstehen wird. Da sehen wir beide die großen Chancen für Ludwigshafen. Das ist eines der größten Projekte zur Innenstadtentwicklung in Deutschland. Wir als FWG wollen auch die künftige DNA von Ludwigshafen mitgestalten.

Das funktioniert aber nur, wenn Klaus Blettner tatsächlich die OB-Wahl gewinnt. Was macht Sie da so sicher?
CDU und FWG stehen für die bürgerliche Mitte und haben da einen großen Teil der Wählerschaft hinter sich.

Ludwigshafen war in der Vergangenheit bei den Wahlen aber auch eine SPD-Hochburg.
Ja, aber die Zeiten haben sich geändert. Ludwigshafen ist definitiv keine SPD-Hochburg mehr. Im Stadtrat gibt es mittlerweile viel mehr Parteien. CDU und FWG wollen mit allen demokratischen Kräften zusammenarbeiten, um Mehrheiten in Sachfragen zu finden.

In Frankenthal und Neustadt ist die FWG durchgestartet und stellt mittlerweile den Oberbürgermeister. Wäre das nicht auch eine Überlegung hier in Ludwigshafen gewesen?
Nein. Wir sind mit 47 Mitgliedern ganz anders aufgestellt als die Kollegen in Frankenthal und Neustadt. Die Aktiven in der FWG Ludwigshafen hätten sich aus beruflichen und familiären Gründen keine Kandidatur vorstellen können.

Waren Sie dafür im Gespräch?
Ja. Ich wurde aus Reihen der FWG und der Bürgerschaft angesprochen. Aber das war für mich kein Thema.

Die Freien Wähler im Landtag zerlegen sich gerade. Was ist der Unterschied zur FWG hier in Ludwigshafen?
Wir sind ein eingetragener Verein, den es seit über 25 Jahren gibt. Die Freie-Wähler-Partei ist als Sprachrohr der ganzen FWGen im Land entstanden und in den Landtag eingezogen. Die FW-Partei hat eine eigenständige Dynamik entwickelt, die ihr gerade auf die Füße fällt. Mich betrübt das sehr. In meinen Augen ist das eine rein persönliche Auseinandersetzung.

Zurück nach LU: Was wären die Herzensprojekte der FWG, falls es einen OB Blettner geben sollte?
Wir möchten Ludwigshafen zu einer Stadt gestalten, auf die ihre Einwohner wieder stolz sein können. Wir haben mit der City West dafür eine Riesenchance. Wir hoffen auch, dass mit einem OB Blettner die Interessen der Stadt in Mainz stärker eingefordert werden können.

Wie wird sich die FWG im OB-Wahlkampf einbringen?
Wir werden Klaus Blettner so im Wahlkampf unterstützen und begleiten, als wenn er FWG-Mitglied wäre. Unser Profil ist uns wichtig, aber indem wir erstmals einen Kandidaten mit aufstellen und nicht nur unterstützen, haben wir auch eine Riesenchance, mitgestalten zu können. mix

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