Landtagswahl
Wahlkreis 38: Student Sebastian Spieß bewirbt sich für FDP um Direktmandat
„Die Kraft, die es braucht“ – Sebastian Spieß identifiziert sich mit dem Slogan, den die Liberalen für den Landtagswahlkampf 2026 in Rheinland-Pfalz ausgegeben haben. Der 21-Jährige aus Limburgerhof wirft für die FDP seinen Hut in den Ring im Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis 38 Mutterstadt. Die FDP sei die Kraft, die es brauche, zum Beispiel für eine starke Bildung, für die Entlastung der Bürger, für eine offene, pluralistische Gesellschaft, aber auch für eine starke Wirtschaft.
Er sei schon immer politisch interessiert gewesen, sagt Spieß, der in Mannheim Wirtschaft studiert und nebenbei noch im Sektor Medien/Marketing im Bereich Soziale Medien arbeitet. Im Bundestagswahlkampf 2021 habe ihn die FDP begeistert. Als eine sehr moderne Partei habe er die Liberalen wahrgenommen. Vor etwa vier Jahren hat er sich der Partei angeschlossen.
Sebastian Spieß, der sein Abitur auf dem Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen gemacht hat, ist politisch noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. In Limburgerhof sitzt er im Gemeinderat und im Schulträgerausschuss. Jetzt strebt er einen Sitz im Mainzer Landtag an. Er ist davon überzeugt, dass liberale Ideen sehr wichtig sind und auch immer gebraucht werden.
Er weiß, dass die vergangenen Jahre keine einfachen waren für die Partei. Doch Ampelchaos, Christian Lindner, Volker Wissing – das soll endgültig der Vergangenheit angehören. „Ich stehe für die Beendigung dieses Kapitels.“ Es gehe darum, die Partei bodenständiger rüberzubringen. Er sieht sich mit einigen Kollegen aus den Nachbarwahlkreisen in Ludwigshafen als einer der jungen Kandidaten der Partei, durch die „frischer Wind“ reinkommen soll.
Vor allem die Kommunikation zwischen der Politik und den Bürgern will er verbessern. Das macht er gerade im Wahlkampf, ob auf Veranstaltungen oder beim Gang von Haustür zu Haustür. Kein einfaches Geschäft. „Die Menschen sind frustriert von der Politik“, hat er beobachtet.
Themenmäßig will er nach eigenen Angaben die Schwerpunkte auf die Bildung legen. Diese soll gezielter erfolgen. Lehrkräfte sollen entlastet werden. „Dafür wollen wir Verwaltungshelfer an den Schulen installieren, ebenso wie Digitalassistenten.“ Dem Unterrichtsausfall wolle man entgegenwirken. Das Schulfreiheitsgesetz soll gestärkt werden. „Bildung ist das größte Wahlkampfthema. Es bewegt die Leute“, sagt Sebastian Spieß.
Beim Thema Entlastung gehe es ihm vor allem um die Infrastruktur. Er wolle sich dafür stark machen, dass die Pfalztram schneller angegangen wird und in den Landesplan Öffentlicher Personennahverkehr aufgenommen wird, um mehr finanzielle Mittel dafür freizusetzen. Vereine und Ehrenamtliche sollen mit einer Pauschalregelung bei der Gema unterstützt werden. Der Gastronomie wolle er es erleichtern, Tische und Stühle im Freien aufzustellen.
In Sachen Sicherheit setze er auf mehr Präventionsarbeit. Die hohen Einstellungszahlen bei der Polizei sollen beibehalten werden. Zudem wolle er sich dafür einsetzen, dass die Polizisten mit modernem Gerät ausgestattet werden.
Die Resonanz in seinem Umfeld darauf, dass er sich politisch engagiere, sei durchweg positiv. „Die Menschen freuen sich, dass jemand mal Hand anlegt“, sagt er und lächelt. Leider habe er aufgrund seines Engagements weniger Zeit für Sport wie Schwimmen und Tennis. Im Wahlkampf jagt ein Termin den nächsten. Dazu noch das Studium.
Sebastian Spieß ist zuversichtlich, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde knackt. „Wir haben eine sehr gute Kampagne. Und wir setzen auf die bewährten Themen.“ Es sei wichtig, dass die FDP als die Partei für die Bürger wahrgenommen werde. Ein bisschen hofft er bei dem Unterfangen aber auch auf Rückenwind aus Baden-Württemberg, wo bereits am 8. März ein neuer Landtag gewählt wird.
Und nach der Landtagswahl? Für eine weitere politische Karriere wolle er sich alle Optionen offen halten, sagt Spieß. Ein klares berufliches Ziel hat er aber schon, unabhängig vom Wahlausgang: Er möchte sich gerne selbstständig machen im Bereich Wohnen und Einrichten.