Wochenspiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Von Steinen und Rüffeln

Souvenirjäger.
Souvenirjäger.

Steine aus LU

Sie sind noch auf der Suche nach einem passenden Weihnachtsgeschenk? Dann hätten wir einen Tipp: Ein Original-Stück der abgerissenen Pilzhochstraße. Der Verkauf ist diese Woche in der Tourist-Info am Berliner Platz gestartet, und offensichtlich gibt es eine Nachfrage nach den Souvenirs. Unter den Kunden war eine Frau, die einen Betonbrocken kaufte, den sie hübsch verpackt einer Bekannten unter den Weihnachtsbaum legen will. Da in Ludwigshafen ja noch andere Wahrzeichen – Stichwort Rathaus – abgerissen werden, scheint sich hier ein neuer Markt fürs Stadtmarketing aufzutun. Das Angebot ließ sich um Tassen aus Steinzeug, Steinzeichnungen, Steinobst, Steinöl, Steinschleudern oder Steinsalz erweitern. Am Ende wäre die Lukom vielleicht sogar steinreich.

Anruf aus Berlin

Im Berliner Bundestag haben sich am Mittwoch dramatische Szenen abgespielt. Während das Parlament über das neue Infektionsschutzgesetz stritt, außerhalb und innerhalb des Reichstags Demonstranten dagegen mobil machten, musste der Ludwigshafener Bundestagstagsabgeordnete Torbjörn Kartes eine ganz andere Krise managen. Im fernen Friesenheim war der CDU-Ortsvorsitzende und Ortbeiratsfraktionschef Thorsten Ralle auf die Idee gekommen, eine Fraktion aus CDU, FDP und Linke zu bilden. Dabei hat die Bundes-CDU verfügt: Keine Koalition mit der Linken! Kartes, der ja auch Ludwigshafener CDU-Chef ist, griff mehrfach zum Telefon, um in Friesenheim für Ordnung zu sorgen. Ralle bekam einen Rüffel und ruderte zurück. Manchmal muss man Prioritäten setzen.

Studie aus der Region

Eine umwerfende Nachricht erreichte die Lokalredaktion am Donnerstag: Auf den Rheinbrücken zwischen Ludwigshafen und Mannheim gibt es im Berufsverkehr Staus. Wer hätte das gedacht? Der Verband Region Rhein-Neckar und die örtlichen Wirtschaftsverbände präsentierten in einer Pressemitteilung dieses bahnbrechende Ergebnis einer Studie und forderten, dass der Verkehr besser fließen müsse. Der Anti-Stau-Forderung wird wohl niemand ernsthaft widersprechen. Zur Frage, wie der Verkehrsfluss verbessert werden soll, hieß es lediglich, dass man „ergebnisoffen“ über eine „belastbare Verbindung“ reden müsse. Das Wort dritte Rheinquerung tauchte diesmal nicht auf. Vielleicht wird ja gerade noch an einer neuen Studie dazu gearbeitet.

Michael Schmid

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