Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Prestigeobjekt zum Sorgenkind: So geht es mit dem Collini-Center weiter

Im Bürokomplex neben dem 95 Meter hohen Wohnturm sollen unter anderem Wohnungen für Studierende entstehen.
Im Bürokomplex neben dem 95 Meter hohen Wohnturm sollen unter anderem Wohnungen für Studierende entstehen.

Die Zukunft des Collini-Centers sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff. Nach dem fast sicheren Abriss des Bürotrakts stehen die Zeichen nun auf Erhalt.

Die Zukunft des Collini-Centers sorgt seit Jahren für Gesprächsstoff, obwohl noch nicht ein Steinchen verrückt wurde. Nach dem schon fast sicheren Abriss des Bürotrakts stehen die Zeichen nun klar auf Erhalt: Studentenwohnungen, Kita, ein Café, Fitnessstudio und Supermarkt sind vorgesehen. Bis die Idee in die Tat umgesetzt wird, könnten aber wieder ein paar Jahre vergehen.

Bei seiner Neujahrsansprache verkündete Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) stolz die Entscheidung. In nicht-öffentlichen Sitzungen hatte der Gemeinderat über zwei Investorenkonzepte debattiert und sich letztlich für einen Erhalt, für eine Revitalisierung des Büroturms sowie des Foyers ausgesprochen. „Die Stadt ist in diesem Vermarktungsverfahren ergebnisoffen in die Gespräche mit den Investoren eingetreten. Letztlich gab die Auswahl an Interessenten den Ausschlag für das Sanierungsprojekt“, berichtet Adnan Werning, Büroleiter des Baudezernats, auf RHEINPFALZ-Anfrage.

Plan: Gebäude 2030 in Betrieb nehmen

Im Konzept des nicht näher genannten Investors werden 600 Studierendenappartements genannt. „Unter anderem sind außerdem eine Kita, ein Café, ein Fitnessstudio und ein Supermarkt vorgesehen. Bei der Konkretisierung des Konzepts wird aber noch genau festgelegt, welche Angebote es geben wird“, sagt Werning. Geplant sei, das Gebäude voraussichtlich 2030 in Betrieb zu nehmen.

Auch die Vertreter der Anwohnerschaft im 95 Meter hohen und zu erhaltenen Wohnturm, die sich zum Teil als Initiative „Rettet das Collini“ gegen den geplanten Abriss samt Neubau in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wehrten, seien über die Eigentümergemeinschaft gemeinsam mit dem Gemeinderat in das Auswahlverfahren eingebunden gewesen. Der Gemeinderat solle im nächsten Schritt – voraussichtlich noch in diesem Quartal – über den Kaufvertrag entscheiden.

Die Stadt Mannheim verfüge über eine attraktive Hochschullandschaft und erwarte auch in Zukunft eine hohe Wohnungsnachfrage durch Studierende. Daher werde die Nutzungsabsicht des Interessenten, bestehend aus Studierendenwohnungen und ergänzenden Dienstleistungsangeboten, begrüßt.

Der Investor werde die gesamte Grundkonzeption des Gebäudekomplexes beibehalten und sanieren. Dazu gehöre auch die derzeit gesperrte und sanierungsbedürftige Tiefgarage. Eine Aufwertung des Brutalismus-Ensemble durch Grünflächen werde ebenfalls angestrebt. „Da das gesamte Grundstück aber durch die Tiefgarage unterbaut ist, sind die Spielräume dafür begrenzt“, so Werning.

Wieder in städtischem Besitz

Damit scheint ein Kapitel, welches das vergangene Jahrzehnt des Collini-Centers prägte, beendet. Der Büroturm wurde lange als „marode“ bezeichnet und war mit Gerüstzäunen umhüllt. Die Mitarbeiter des Technischen Rathauses zogen ins Glückstein-Quartier. Die Deutsche Wohnwerte GmbH plante einen Abriss und vier Neubauten. Doch im Sommer 2024 zog sich das Heidelberger Bauunternehmen aus ihrem Vorhaben zurück, das mittlerweile verwaiste Mannheimer Sorgenkind geriet wieder in städtischen Besitz.

Auch das Collini-Center wurde nach der Eröffnung Mitte der 1970er-Jahre als modernes Prestigeobjekt gefeiert. Und entwickelte sich nach und nach zum Sorgenkind. Geschäfte und Gastronomie, Kino und Stadtarchiv sind aus der 1975 eröffneten Galerie des Collini-Centers schon lange ausgezogen, auch ein Thermalbad wurde bereits in den 1990er-Jahren stillgelegt. Da die Sanierung für die Stadt damals nicht infrage kam, wurde bereits 2013 Ausschau nach einem Käufer für die Immobilie gehalten.

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