Ludwigshafen Vom Lehrer zum Botschafter

Der ehemalige deutsche Botschafter in der Schweiz und CDU-Politiker Lothar Wittmann ist am Ostersonntag im Alter von 83 Jahren verstorben. Der Christdemokrat war in den 1970er-Jahren Parteivorsitzender des Kreisverbands Ludwigshafen. Der Pädagoge hat auch vor seinem Wechsel ins Auswärtige Amt als Oberstudiendirektor das Mundenheimer Gymnasium geleitet.
In Friesenheim geboren besuchte Wittmann das Max-Planck-Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst in Heidelberg Germanistik und Romanistik. Und es war auf einer Fahrt mit der Straßenbahn nach Heidelberg, bei der er von seinem Studienkollegen Helmut Kohl angesprochen wurde, der ihn für die Politik gewann. 1953 trat Wittmann der CDU bei. Mit dem Studienkollegen und späteren Bundeskanzler verband ihn eine enge Freundschaft, die auch sein Berufsleben prägen sollte. Nach dem Studium, das ihn auch nach Montpellier, Dijon und Berlin führte, trat Lothar Wittmann in den 1960er-Jahren in den Schuldienst ein. Nach einer Stelle in Speyer wechselte er an die Europäische Schule in Brüssel. Nach seiner Promotion kehrte er 1968 nach Ludwigshafen zurück und wurde Leiter des damaligen Mädchengymnasiums in Mundenheim, aus dem sich das heutige Heinrich-Böll-Gymnasium entwickelte. Wittmann engagierte sich in der Kommunalpolitik: Dem Stadtrat gehörte er von 1974 bis 1978 an, ab 1977 als Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 1971 bis 1976 war er auch Kreisvorsitzender der CDU. Anschließend wurde er Leiter der deutschen Schule in Brüssel. Nachdem Kohl Bundeskanzler wurde, holte er 1985 seinen Freund nach Bonn ins Auswärtige Amt, wo Wittmann das Auslandsschulreferat führte und später die Kulturabteilung. 1996 wurde Wittmann zum deutschen Botschafter in der Schweiz ernannt und wirkte dort bis zu seinem Ruhestand 1998. Für seine Verdienste wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Die CDU Ludwigshafen trauert um ihr prominentes Mitglied: „Wir werden Lothar Wittmann immer ein ehrendes Andenken bewahren“, sagt Parteichef Ernst Merkel. |mix/Foto: Kunz