Irgendwo in Lu RHEINPFALZ Plus Artikel Udo Kraus über die Oppauer Kerwe und den BSC

Udo Kraus im Gespräch mit Volker Endres.
Udo Kraus im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir in Oppau Udo Kraus getroffen. Der 64-Jährige hatte Frühdienst am Stand des BSC Oppau auf der Oppauer Kerwe.

Wie läuft die Kerwe in diesem Jahr?
Insgesamt gut. Man merkt, dass die Menschen ausgehen wollen. Der Freitag, an dem die Kerwe ja zum ersten Mal begonnen hat, lief überraschend gut. Der Samstag war sehr gut, und am Sonntag war ich nicht hier. Da habe ich lieber mit meinem Enkel gespielt.

Und am Montag?
Da bin ich nur am Morgen da. Ich habe um 6 Uhr die Nachtwache abgelöst. Jetzt putzen wir noch ein bisschen und bereiten den Stand für die Mittagsschicht und den Abend vor.

Um 6 Uhr? Ist Ihnen das schwergefallen?
Nein. Allerdings brauche ich keinen Wecker mehr, seit ich zuhause bin. Ich habe festgestellt, dass ich ihn das letzte Mal voriges Jahr zur Kerwe gebraucht habe. Der stand noch wie damals auf 5.30 Uhr. Ich musste ihn nur noch anschalten.

Seit wann sind Sie denn schon zuhause?
Seit zwei Jahren. Ich finde, dass ich mir das verdient habe. Ich habe 31 Jahre als Maschinenschlosser bei der BASF gearbeitet und war vorher noch 16 Jahre in Frankenthal. Das hat gereicht.

Und was machen Sie beim BSC Oppau?
Hier habe ich mein ganzes sportliches Leben verbracht. Ich habe seit 1968 nur in diesem Verein gekickt und hatte hinterher die unterschiedlichsten Funktionen. Mittlerweile mache ich nicht mehr so viel, aber man hilft natürlich trotzdem. Es wird für die Vereine ja immer schwerer, genügend Helfer zu finden. Es gibt Vereine, die waren in diesem Jahr nicht mehr auf der Kerwe dabei, weil sie keine Leute hatten. Da haben wir es beim BSC noch relativ gut, aber wir merken das auch schon.

Ich kenne den BSC als sehr aktiven Verein, der sich auch sozial engagiert. Jüngstes Beispiel ist das Spiel der Lotto-Elf am 7. September. Ist das nur ein Eindruck von außen oder stimmt das tatsächlich?
Es stimmt schon. Da ist unser Horst Mempel sehr rührig. Der hat zum Beispiel schnell ein Benefizspiel gegen den FCK organisiert, als wir Spenden für die Opfer der Gasexplosion gesammelt haben. Wir hatten schon Typisierungsaktionen für ein an Leukämie erkranktes Kind eines unserer Spieler oder sammeln jetzt mit der Lotto-Elf für die Aktion Mama/Papa mit Krebs und einen bei einem Unfall verunglückten Spieler.

Kicken Sie selbst auch mit?
Nein. Das machen die Knochen nicht mehr mit. Ich bin froh, wenn ich meinem Enkelchen noch hinterherlaufen kann. Das müssen Jüngere machen. Aber ich bin froh, dass ich hier noch die richtig guten Zeiten miterlebt habe. Ich habe damals 1975 in der zweiten Amateurliga noch mit Regionalligaspielern und sogar ehemaligen Zweitligaspielern zusammengespielt.

Und wie sehen Sie den Fußball heute?
Ich schaue mir noch die Spiele unserer ersten und zweiten Mannschaft an, aber zuhause schaue ich kaum noch Fußball. Das ist mir mittlerweile ein bisschen zu viel geworden. Zu viel Übertragungen und auch zu viel drumherum.

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