Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Tiere gequält, Ponys missbraucht: Gehege im Ebertpark werden abgebaut

Auch ein Zaun schützte die Tiere nicht.
Auch ein Zaun schützte die Tiere nicht.

Alle Tiere aus dem Ebertpark werden aus Tierschutzgründen in den Rheingönheimer Wildpark verlegt, die Gehege komplett abgebaut. Das hat der Bau- und Grundstücksausschuss am Montagabend im Pfalzbau einstimmig beschlossen.

Fälle von Tierquälerei hätten überhand genommen, der Schutz der Tiere sei – auch finanziell – nicht mehr zu gewährleisten gewesen, bedauerte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). „Das ist im Interesse der Tiere, wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“

Die zuständige Bereichsleiterin Gabriele Bindert hatte die Einstellung des Betriebs der Gehege bereits vergangene Woche dem Ortsbeirat Friesenheim mitgeteilt. Auch dort wurde dem Vorhaben zugestimmt.

Zum Zeitplan für die Verlagerung der Tiere sagte sie auf Anfrage: „Ich will das kurzfristig machen, denn Ponys, Schafe und Ziegen können einfach umgesetzt werden. Nur für die Volieren muss ich erst den Standort im Wildpark klären, um die dann dort in Abteilen hinbauen zu lassen, damit man die Vögel umsetzen kann.“

Tierquälereien und Vandalismus

Zum Hintergrund: Wegen Tierquälereien und Vandalismus wurde das Tiergehege im Ebertpark 2008 im Bereich der Kinderspielplätze (Pettenkoferstraße) überplant und mit einem zwei Meter hohen Zaun geschützt. In den Gehegen sind neun Quessantschafe, sechs Ziegen und drei Ponys untergebracht. Nachdem die Tiere trotz des Abstands zu den Passanten weiter mit Stöcken und anderen Gegenständen traktiert worden seien, sei 2018 ein weiterer Stabgitterzaun ins Gehege versetzt worden. „Seit 2021 sind wiederholt Ponys missbraucht worden. Der Täter wurde bislang nicht gefasst“, erklärt die Verwaltung.

Die Volieren seien bereits vor Jahren mit einem innenliegenden Maschengitter versehen worden, um auch diese Tiere vor Quälereien zu schützen. Das habe dazu geführt, dass die dort untergebrachten Kaninchen, Fasane, Nymphen- und Wellensittiche kaum zu sehen sind.

Rückbaukosten: 60.000 Euro

Im Wildpark sei deren Betreuung und Versorgung gewährleistet. Stallungen und Flächen könnten entsprechend angepasst, die Tiere in den dortigen Bestand problemlos integriert werden. Die bislang für die Tiere im Ebertpark zuständige Tierpflegerin werde künftig im Wildpark beschäftigt, die Gehege im Ebertpark würden zurückgebaut, fachgerecht entsorgt (Gesamtkosten: 60.000 Euro) und die Flächen für eine neue Nutzung freigegeben, ebenso wie die Volieren. Die freiwerdenden Flächen könnten etwa für Vogelschutzgehölze oder die Erweiterung des inklusiven Kinderspielplatzes genutzt werden, nennt die Verwaltung Beispiele.

Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung der Tiere im Ebertpark liegen jährlich bei 125.000 Euro. Durch den Wechsel der Tierpflegerin und den Wegfall der separaten Kosten für Futter und Tierarzt könnten künftig 100.000 Euro im „Budget Ebertpark“ eingespart werden. Weitere an der Betreuung der Tiere beteiligten Mitarbeiter würden andere Aufgaben zugeteilt.

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