Vorderpfalz Telefonbetrug: 330 Fälle in der Region

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Mehrere Zehntausend Euro haben Telefonbetrüger allein im Oktober in Vorder- und Südpfalz erbeutet. Das für dieses Gebiet zuständige Polizeipräsidium Rheinpfalz mit Sitz in Ludwigshafen registrierte im Vormonat insgesamt 330 Fälle, darunter zahlreiche sogenannte Schockanrufe. Die Täter geben sich dabei am Telefon als Kripobeamte, IT-Spezialisten, Mediziner oder Rechtsanwälte aus, gaukeln überwiegend Senioren eine Notsituation eines Familienmitglieds vor und fordern Geld, das dann Boten abholen. Sei es für eine Kaution, um eine Haft für einen Verwandten zu vermeiden, der angeblich einen Unfall mit tödlichem Ausgang verursacht hat. Sei es, um wertvolles Hab und Gut in Sicherheit zu bringen nach einer angeblichen Raubüberfall- oder Einbruchserie in der Nachbarschaft. Sei es, um plötzlich aufgetretene PC-Probleme zu lösen. Oder sei es für ein teures Medikament, um die sterbenskranke Tochter zu retten. Wie viele der Telefonbetrüger mit der Masche erfolgreich waren, kann die Polizei nicht sagen, auch über die Gesamtschadenssumme gibt es keine Informationen.

Viele Opfer schämen sich

Die Oktober-Statistik hat das Präsidium nach einer Zunahme der Fälle auf RHEINPFALZ-Anfrage erstellt, ansonsten wird sie nicht gesondert ausgewiesen, weil die Betrugsmaschen der oft aus dem Ausland operierenden Banden unter dem Oberbegriff Callcenter-Betrug dem auch für viele andere Vergehen zuständigen Betrugsdezernat zugeordnet werden. Schwerpunkte der Schockanrufe im Oktober waren Frankenthal mit 70, Ludwigshafen mit 40 und der Rhein-Pfalz-Kreis mit 35 Fällen, 20 gab es im Oktober in Speyer. Bis zu 13 Fälle an einem Tag wurden der Frankenthaler Polizei gemeldet. Laut einem Polizeiexperten ist die Dunkelziffer „sehr, sehr hoch“, weil sich viele Opfer – überwiegend Senioren – schämen und den Betrug nicht anzeigen. „Die Täter üben einen wahnsinnigen Druck aus“, sagt der Fachmann. Verhaltenstipps gibt die Polizei im Netz unter www.polizei-beratung.de.

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